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Malaria-Erreger: Die 5 Plasmodium-Arten

Malaria wird durch einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium ausgelöst, die weibliche Anopheles-Mücken beim Stich übertragen. Fünf Arten sind für den Menschen gefährlich – allen voran Plasmodium falciparum, der Erreger der lebensbedrohlichen Malaria tropica. Der Parasit durchläuft einen komplexen Zyklus zwischen Mensch und Mücke, der Symptome, Diagnose und Therapie bestimmt.

ArtKrankheitsformGefährlichkeitHauptverbreitung
P. falciparumMalaria tropicasehr hoch (fast alle Todesfälle)Afrika südlich der Sahara
P. vivaxMalaria tertianaselten tödlich, RückfälleAsien, Lateinamerika, Horn von Afrika
P. ovaleMalaria tertianameist mild, RückfälleWest- und Zentralafrika
P. malariaeMalaria quartanameist mild, Spätfolgen möglichweltweit in Tropen, herdförmig
P. knowlesi„fünfte“ Malariakann schwer verlaufenSüdostasien (Affen als Reservoir)

Was sind Malaria-Erreger?

Malaria-Erreger sind einzellige Parasiten (Protozoen) der Gattung Plasmodium. Sie sind für das bloße Auge unsichtbar und leben und vermehren sich in den Leberzellen und den roten Blutkörperchen des Menschen. Übertragen werden sie ausschließlich durch den Stich einer infizierten weiblichen Anopheles-Mücke – nicht von Mensch zu Mensch im Alltag. Die Parasiten benötigen für ihre Entwicklung zwingend zwei Wirte: den Menschen (oder ein anderes Wirbeltier) und die Mücke. Beim Menschen lösen sie das Krankheitsbild der Malaria aus, das ohne Behandlung tödlich verlaufen kann. Weltweit erkranken jährlich mehrere hundert Millionen Menschen; die überwiegende Mehrheit der Todesfälle geht auf eine einzige Art zurück. Das Verständnis des Erregers ist die Grundlage für Vorbeugung, schnelle Diagnose und wirksame Therapie.

Welche Plasmodium-Arten gibt es?

Für den Menschen sind fünf Plasmodium-Arten von Bedeutung. Sie unterscheiden sich in Gefährlichkeit, geografischer Verbreitung und Krankheitsbild:

  • Plasmodium falciparum ist der mit Abstand gefährlichste Erreger. Er verursacht die Malaria tropica, für die nahezu alle Malaria-Todesfälle verantwortlich sind. Sein Schwerpunkt liegt in Afrika südlich der Sahara. Ruheformen in der Leber bildet er nicht – echte Spätrückfälle gibt es daher nicht.
  • Plasmodium vivax ist außerhalb Afrikas die häufigste Art, vor allem in Asien und Lateinamerika. Er löst die Malaria tertiana aus und bildet in der Leber Ruheformen (Hypnozoiten), die noch Monate bis Jahre später Rückfälle verursachen können.
  • Plasmodium ovale verursacht ebenfalls eine Malaria tertiana, verläuft meist mild und kommt vor allem in West- und Zentralafrika vor. Auch er bildet Hypnozoiten und kann Rückfälle auslösen.
  • Plasmodium malariae ist der Erreger der Malaria quartana mit dem charakteristischen Fieber im 72-Stunden-Rhythmus. Er verläuft meist mild, kann aber – ohne Hypnozoiten – noch Jahrzehnte nach der Erstinfektion durch im Blut verbliebene Parasiten wieder aufflammen (Rekrudeszenz).
  • Plasmodium knowlesi gilt als „fünfte“ humanpathogene Art. Ursprünglich ein Affenparasit, kommt er nur in Südostasien vor. Er vermehrt sich sehr schnell und kann schwere Verläufe verursachen.

Wie läuft der Lebenszyklus des Malaria-Erregers ab?

Der Lebenszyklus verläuft in mehreren Stufen und wechselt zwischen Mensch und Mücke. Er erklärt, warum Malaria erst nach einer Inkubationszeit ausbricht und in wiederkehrenden Fieberschüben verläuft.

  1. Übertragung (Sporozoiten): Beim Stich einer infizierten Anopheles-Mücke gelangen mit dem Speichel wenige, spindelförmige Sporozoiten in die Blutbahn. Innerhalb von Minuten erreichen sie die Leber.
  2. Leberphase (exoerythrozytär): In den Leberzellen vermehren sich die Parasiten ungestört und ohne Krankheitszeichen. Aus einem einzelnen Sporozoiten entstehen über einen Leberschizonten tausende Merozoiten. Diese Phase dauert je nach Art rund 6 bis 30 Tage und bestimmt die Inkubationszeit. Bei P. vivax und P. ovale verharrt ein Teil der Parasiten als schlafende Ruheformen (Hypnozoiten) – die Grundlage späterer Rückfälle.
  3. Blutphase (erythrozytär): Die aus der Leber freigesetzten Merozoiten befallen rote Blutkörperchen. Dort vermehren sie sich, sprengen die Zelle und befallen neue Erythrozyten. Diese zyklische, oft synchronisierte Zerstörung der Blutzellen löst die typischen wiederkehrenden Fieberschübe aus – bei der Malaria tertiana etwa alle 48 Stunden, bei der Malaria quartana alle 72 Stunden.
  4. Geschlechtsformen (Gametozyten): Ein Teil der Blutparasiten entwickelt sich nicht weiter, sondern zu geschlechtlichen Formen, den männlichen und weiblichen Gametozyten. Sie bleiben im Blut, machen selbst nicht krank, sind aber für die Weitergabe entscheidend.
  5. Entwicklung in der Mücke: Sticht eine Anopheles-Mücke einen infizierten Menschen, nimmt sie die Gametozyten auf. In ihrem Darm verschmelzen männliche und weibliche Formen zur Zygote, es entstehen Oozysten, und schließlich reifen neue Sporozoiten heran, die in die Speicheldrüsen wandern. Damit ist die Mücke infektiös und der Kreislauf beginnt von vorn.

Dieser Wirtswechsel macht deutlich, warum die Erkrankung nicht direkt nach dem Stich, sondern erst nach der stummen Leberphase mit Symptomen beginnt.

Was sind Hypnozoiten und warum verursachen sie Rückfälle?

Hypnozoiten sind schlafende Ruheformen des Erregers, die nur P. vivax und P. ovale in der Leber ausbilden. Während sich ein Teil der Parasiten sofort weiterentwickelt und die akute Erkrankung auslöst, verharrt ein anderer Teil als einzelliger Hypnozoit über Monate bis Jahre in Ruhe. Durch bisher noch wenig verstandene Reize – etwa Stress oder andere Infektionen – können diese Ruheformen später wieder aktiv werden, ins Blut übertreten und einen erneuten Krankheitsschub verursachen. Man spricht von einem echten Rückfall (Relapse). Das ist der Grund, warum die reine Behandlung der Blutphase bei P. vivax und P. ovale nicht ausreicht: Die schlafenden Formen in der Leber werden davon nicht erreicht. Zur Beseitigung der Hypnozoiten sind spezielle Wirkstoffe wie Primaquin oder Tafenoquin nötig, die sogenannte „radikale Heilung“. Wichtig ist die Abgrenzung: P. falciparum und P. malariae bilden keine Hypnozoiten. Ein spätes Wiederauftreten bei P. malariae beruht auf lange im Blut verbliebenen Parasiten (Rekrudeszenz), nicht auf Ruheformen der Leber.

Welcher Erreger ist am gefährlichsten?

Am gefährlichsten ist eindeutig P. falciparum, der Erreger der Malaria tropica. Er ist für nahezu alle Malaria-Todesfälle weltweit verantwortlich. Mehrere Eigenschaften machen ihn so bedrohlich: Er befällt rote Blutkörperchen jeden Alters und erreicht dadurch sehr hohe Parasitendichten im Blut. Zudem verändert er die Oberfläche der befallenen Blutzellen so, dass diese an den Wänden kleiner Blutgefäße haften bleiben (Sequestration) und mit anderen Zellen verklumpen (Rosetting). Dadurch verstopfen sie die Mikrogefäße lebenswichtiger Organe. Betrifft dies das Gehirn, entsteht die zerebrale Malaria – die gefürchtetste und häufig tödliche Komplikation. Weil sich P. falciparum rasch vermehrt, kann eine unbehandelte Malaria tropica innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich werden. Auch P. knowlesi ist ernst zu nehmen, da er sich sehr schnell vermehrt und schwere Verläufe auslösen kann. Die übrigen Arten verlaufen meist milder, sind aber wegen möglicher Rückfälle und Komplikationen keineswegs harmlos.

Warum ist der Erreger für Diagnose und Therapie wichtig?

Die genaue Bestimmung der Plasmodium-Art entscheidet über die Behandlung. Der Nachweis erfolgt klassisch im mikroskopischen Blutausstrich, ergänzt durch Schnelltests und molekulare Verfahren. Erst wenn feststeht, welche Art vorliegt, lässt sich die Therapie festlegen: Eine Malaria tropica durch P. falciparum ist ein Notfall und muss sofort behandelt werden, oft stationär. Bei P. vivax und P. ovale muss zusätzlich zur Blutphase auch die Leber mit einem hypnozoitenwirksamen Medikament behandelt werden, um Rückfälle zu verhindern. Auch der Lebenszyklus ist therapeutisch entscheidend: Die stumme Leberphase erklärt die Inkubationszeit, die Blutphase die Fieberschübe, und die Gametozyten die Übertragbarkeit. Genau diese Stufen sind die Angriffspunkte moderner Medikamente und Impfstoffe. Die von der WHO empfohlenen Impfstoffe RTS,S und R21 setzen zum Beispiel an der frühen Sporozoiten- und Leberphase an, um zu verhindern, dass die Parasiten überhaupt die Blutphase erreichen. Wer die Verbreitung und Merkmale des Erregers kennt, kann Reiserisiko, Vorbeugung und mögliche Symptome richtig einschätzen.

Häufige Fragen zu Malaria-Erregern

Wie viele Malaria-Erreger gibt es?

Fünf Plasmodium-Arten sind für den Menschen von Bedeutung: P. falciparum, P. vivax, P. ovale, P. malariae und P. knowlesi. Die größte Gefahr geht von P. falciparum aus, gefolgt von P. vivax.

Kann man Malaria von Mensch zu Mensch bekommen?

Im normalen Alltag nicht. Der Erreger wird durch den Stich infizierter Anopheles-Mücken übertragen. Eine Weitergabe von Mensch zu Mensch ist nur in Ausnahmefällen möglich, etwa über Blutkonserven, gemeinsame Nadeln oder von der Mutter auf das ungeborene Kind.

Warum kehrt Malaria manchmal nach Monaten zurück?

Bei P. vivax und P. ovale überdauern schlafende Ruheformen (Hypnozoiten) in der Leber und können nach Monaten oder Jahren einen echten Rückfall auslösen. Bei P. malariae beruht ein spätes Wiederaufflammen dagegen auf über lange Zeit im Blut verbliebenen Parasiten.

Bildet Plasmodium falciparum Hypnozoiten?

Nein. P. falciparum bildet keine Ruheformen in der Leber. Echte Spätrückfälle wie bei P. vivax oder P. ovale gibt es bei der Malaria tropica daher nicht – sie muss aber wegen ihrer Gefährlichkeit sofort behandelt werden.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Malaria oder vor einer Reise in ein Malariagebiet wenden Sie sich bitte an eine reise- oder tropenmedizinische Fachstelle.