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Malaria-Erreger: Die 5 Plasmodium-Arten

Plasmodium knowlesi: Affenmalaria in Südostasien

Kurz & klar: Plasmodium knowlesi ist die „fünfte“ Malaria-Art des Menschen und eine Zoonose: Der Erreger stammt ursprünglich von Affen (Makaken) und wird durch Anopheles-Mücken in bewaldeten Regionen Südostasiens auf den Menschen übertragen. Wegen seines sehr kurzen Vermehrungszyklus kann P. knowlesi rasch schwer verlaufen.

TypZoonose („Affenmalaria“), natürlicher Wirt sind Makaken
VerbreitungSüdostasien (v. a. Malaysia/Borneo, auch Indonesien, Thailand, Philippinen)
Vermehrungszyklussehr kurz (~24 Stunden) – rascher Anstieg der Parasitendichte
Fieberoft täglich (quotidian)
Schweregradkann schwer und lebensbedrohlich verlaufen (ähnlich P. falciparum)
DiagnosePCR (mikroskopisch leicht mit P. malariae verwechselbar)

Was ist Plasmodium knowlesi?

Plasmodium knowlesi gilt als die fünfte humanpathogene Malaria-Art neben den vier klassischen Erregern. Lange wurde der Parasit nur bei Affen beobachtet; erst in den 2000er-Jahren wurde erkannt, dass P. knowlesi in Südostasien in erheblichem Umfang auch Menschen infiziert – teils wurde er zuvor mikroskopisch mit dem harmloseren Plasmodium malariae verwechselt. Der entscheidende Unterschied liegt im Ursprung: P. knowlesi ist keine reine Menschen-Malaria, sondern eine Zoonose, deren natürliches Reservoir Makaken sind. Für Reisende in bestimmte Regionen Südostasiens ist der Erreger dennoch relevant, weil er beim Menschen ernste Verläufe verursachen kann.

Warum ist P. knowlesi eine Zoonose?

Als Zoonose bezeichnet man eine Krankheit, die zwischen Tier und Mensch übertragbar ist. Das natürliche Reservoir von P. knowlesi sind wilde Makaken (etwa Langschwanz- und Schweinsaffen). Anopheles-Mücken, die im Wald oder an Waldrändern stechen, nehmen den Parasiten von infizierten Affen auf und können ihn anschließend auf den Menschen übertragen. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch spielt praktisch keine Rolle – die Übertragung läuft über die Mücke. Weil der Erreger in der Tierwelt fortbesteht, lässt er sich nicht wie die reinen Menschen-Malariaarten durch Behandlung der Bevölkerung allein ausrotten. Das Risiko konzentriert sich auf Menschen, die sich in oder nahe bewaldeten Gebieten aufhalten, in denen Makaken und die passenden Anopheles-Arten vorkommen.

Wo kommt P. knowlesi vor?

Das Verbreitungsgebiet von P. knowlesi beschränkt sich auf Südostasien. Schwerpunkt ist der malaysische Teil der Insel Borneo (Malaysia), wo der Erreger heute die häufigste Malaria-Ursache beim Menschen ist. Fälle treten außerdem in weiteren Teilen Malaysias, in Indonesien, Thailand, den Philippinen, Vietnam, Myanmar und angrenzenden Ländern auf. Betroffen sind vor allem ländliche, bewaldete Regionen – typische Reiseziele wie Großstädte oder klassische Badeorte sind kaum betroffen. Wer jedoch Dschungeltouren, Trekking oder Aufenthalte in Waldnähe plant, sollte das Risiko kennen. Welche Länder in Südostasien welches Malariarisiko haben, zeigt die Übersicht der Risikogebiete.

Wie gefährlich ist P. knowlesi?

P. knowlesi kann deutlich schwerer verlaufen, als lange angenommen wurde. Der Grund ist sein besonders kurzer Vermehrungszyklus von nur etwa 24 Stunden: Die Zahl der Parasiten im Blut kann rasch ansteigen, was – ähnlich wie bei der gefährlichen Malaria tropica – zu hohen Parasitendichten und schweren Verläufen mit Organbeteiligung führen kann. Deshalb ist eine frühe und sichere Diagnose wichtig. Da sich P. knowlesi mikroskopisch leicht mit P. malariae verwechseln lässt, ist zur eindeutigen Bestimmung meist eine molekulare Diagnostik (PCR) nötig. Bei Fieber nach einer Reise in ländliche Regionen Südostasiens sollten Betroffene daher immer ärztlich abklären lassen, ob eine Malaria vorliegt.

Häufige Fragen zu Plasmodium knowlesi

Kann man sich bei einem Affen direkt mit P. knowlesi anstecken?

Nein. Die Übertragung erfolgt immer über den Stich einer infizierten Anopheles-Mücke, nicht durch direkten Kontakt mit Affen. Das natürliche Reservoir sind zwar Makaken, doch die Mücke ist der notwendige Überträger.

Muss ich für eine Südostasien-Reise Angst vor P. knowlesi haben?

Für klassische Städte- und Badereisen ist das Risiko sehr gering. Relevant wird der Erreger vor allem bei Aufenthalten in bewaldeten, ländlichen Gebieten. Konsequenter Mückenschutz senkt das Risiko deutlich.

Warum wird P. knowlesi oft mit P. malariae verwechselt?

Unter dem Mikroskop sehen beide Erreger sehr ähnlich aus. Zur sicheren Unterscheidung ist eine PCR-Untersuchung nötig – wichtig, weil P. knowlesi schwerer verlaufen kann als das meist milde P. malariae.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder reisemedizinische Beratung. Bei Fieber während oder nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf und weisen Sie auf die Reise hin.