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Malaria-Erreger: Die 5 Plasmodium-Arten

Plasmodium malariae: Erreger der Malaria quartana

Plasmodium malariae verursacht die Malaria quartana mit einem Fieberrhythmus von etwa 72 Stunden. Der Erreger ist weltweit verstreut, aber überall selten. Er bildet keine Hypnozoiten, kann jedoch über Jahre bis Jahrzehnte in niedriger Dichte im Blut persistieren und dadurch sehr späte Rückfälle auslösen.

KrankheitsformMalaria quartana
FieberrhythmusFieberschub etwa alle 72 Stunden (dreitägiger Abstand)
VerbreitungWeltweit verstreut in den Tropen, aber überall selten
PersistenzJahre bis Jahrzehnte im Blut – ohne Hypnozoiten
VerlaufMeist mild, niedrige Parasitämie
BesonderheitNierenbeteiligung (Immunkomplex-Nephropathie) bei chronischer Infektion

Was ist Plasmodium malariae?

Plasmodium malariae ist einer der fünf humanpathogenen Malaria-Erreger und der Verursacher der Malaria quartana. Der Einzeller wird durch den Stich weiblicher Anopheles-Mücken übertragen und zählt zu den selteneren Malaria-Erregern: Er kommt zwar in nahezu allen tropischen Regionen der Erde verstreut vor, ist dort aber überall nur in geringer Häufigkeit anzutreffen. Historisch war P. malariae auch in Teilen Europas und im Süden der USA verbreitet, heute beschränkt sich sein Verbreitungsgebiet auf die Tropen. Charakteristisch ist ein besonders langsamer Vermehrungszyklus in den roten Blutkörperchen. Der Erreger befällt bevorzugt ältere Erythrozyten, woraus eine typischerweise niedrige Parasitämie resultiert – oft nur ein bis zwei Prozent der roten Blutkörperchen sind befallen. Welche Länder betroffen sind, zeigt die Übersicht der Risikogebiete.

Was ist das Besondere am 72-Stunden-Fieberrhythmus?

Der Name Malaria quartana leitet sich vom typischen Fieberrhythmus ab: Der Fieberschub kehrt etwa alle 72 Stunden wieder, also im dreitägigen Abstand. Grund dafür ist der ungewöhnlich lange Entwicklungszyklus von P. malariae in den roten Blutkörperchen. Alle 72 Stunden reifen die Parasiten synchron heran, sprengen die befallenen Erythrozyten und werden gemeinsam ins Blut freigesetzt – dieser Moment löst den Fieberanfall mit Schüttelfrost aus. Im Vergleich dazu folgt die Malaria tertiana durch P. vivax oder P. ovale einem 48-Stunden-Takt. Der besonders lange Zyklus ist ein Kennzeichen von P. malariae und erklärt, warum die Fieberschübe seltener, aber sehr regelmäßig auftreten. Zu Beginn der Infektion ist der Rhythmus oft noch unregelmäßig und pendelt sich erst nach einigen Zyklen auf den klassischen Dreitagesabstand ein. Mehr zum Beschwerdebild finden Sie unter Symptome.

Warum sind sehr späte Rückfälle möglich?

Anders als P. vivax und P. ovale bildet P. malariae keine Hypnozoiten – also keine ruhenden Leberstadien, die nach Monaten oder Jahren erneut auskeimen. Trotzdem sind bei P. malariae extrem späte Rückfälle bekannt: In der Fachliteratur sind Wiederauftreten der Erkrankung noch nach 40 bis über 50 Jahren dokumentiert. Der Mechanismus ist ein grundsätzlich anderer als bei der vivax- oder ovale-Malaria. Bei P. malariae persistieren die Erreger nicht in der Leber, sondern über Jahre bis Jahrzehnte in sehr niedriger Dichte direkt im Blut. Diese Blutstadien vermehren sich extrem langsam und bleiben oft unter der Nachweisgrenze, ohne Beschwerden zu verursachen. Steigt die Parasitendichte irgendwann wieder an, kommt es zum Spätrezidiv. Weil kein Leberstadium beteiligt ist, ist im Gegensatz zur vivax- und ovale-Malaria keine Nachbehandlung mit Primaquin gegen Hypnozoiten erforderlich. Näheres zu den Wirkstoffen erläutert die Seite zur Behandlung.

Wie gefährlich ist P. malariae?

Die Malaria quartana verläuft in den meisten Fällen vergleichsweise mild und komplikationsarm. Die niedrige Parasitämie und der langsame Vermehrungszyklus führen selten zu den schweren, lebensbedrohlichen Verläufen, wie sie für die Malaria tropica durch P. falciparum typisch sind. Dennoch ist P. malariae nicht harmlos. Die bedeutsamste Komplikation ist eine Nierenschädigung: Bei chronischer, jahrelang unbehandelter Infektion kann sich eine Immunkomplex-Nephropathie entwickeln, das sogenannte quartäre nephrotische Syndrom. Ablagerungen von Antigen-Antikörper-Komplexen in den Nierenkörperchen schädigen dabei den Filterapparat der Niere. Betroffen sind vor allem Kinder in Endemiegebieten mit dauerhafter Parasitenbelastung. Einmal etabliert, ist diese Nierenschädigung häufig fortschreitend und spricht schlecht auf eine Malaria-Therapie an. Eine frühzeitige und vollständige Behandlung der Infektion ist daher wichtig, um chronische Verläufe und Spätfolgen zu vermeiden.

Häufige Fragen zu Plasmodium malariae

Bildet Plasmodium malariae Hypnozoiten?

Nein. P. malariae bildet keine ruhenden Leberstadien (Hypnozoiten). Späte Rückfälle entstehen stattdessen durch Erreger, die über Jahre bis Jahrzehnte in sehr niedriger Dichte im Blut persistieren.

Wie lange nach der Infektion sind Rückfälle möglich?

Rückfälle können noch sehr lange nach der Erstinfektion auftreten. In der Fachliteratur sind Wiederauftreten der Malaria quartana noch nach 40 Jahren und mehr beschrieben.

Warum kann P. malariae die Nieren schädigen?

Bei chronischer Infektion können sich Immunkomplexe in den Nieren ablagern und eine Nephropathie auslösen. Dieses quartäre nephrotische Syndrom betrifft vor allem Kinder in Endemiegebieten mit dauerhafter Parasitenbelastung.

Hinweis: Dieser Steckbrief dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fieber nach einem Aufenthalt in einem Malaria-Gebiet suchen Sie bitte umgehend ärztlichen Rat – auch noch Monate bis Jahre nach der Reise.