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Malaria-Erreger: Die 5 Plasmodium-Arten

Plasmodium vivax: Erreger der Malaria tertiana

Plasmodium vivax ist der häufigste Malaria-Erreger außerhalb Afrikas und löst die Malaria tertiana mit einem Fieberrhythmus von etwa 48 Stunden aus. Seine Besonderheit sind Ruheformen in der Leber (Hypnozoiten), die noch Wochen bis Jahre nach der Infektion Spätrückfälle verursachen können.

MerkmalPlasmodium vivax
KrankheitsformMalaria tertiana
Fieberrhythmusetwa alle 48 Stunden (jeden dritten Tag)
VerbreitungAsien, Lateinamerika, Horn von Afrika, Ozeanien – häufigster Erreger außerhalb des tropischen Afrika
Ruheformen (Hypnozoiten)ja – ruhende Leberstadien
RückfälleSpätrückfälle Wochen, Monate bis Jahre nach der Erstinfektion möglich
Besonderheitmeidet klassisch Duffy-negative Menschen (fehlender Erythrozyten-Rezeptor), daher in Afrika seltener; regional Chloroquin-Resistenz

Was ist Plasmodium vivax?

Plasmodium vivax ist einer der wichtigsten Malaria-Erreger und der häufigste außerhalb des tropischen Afrika. Er verursacht die Malaria tertiana, eine Verlaufsform, die nach einer Inkubationszeit von meist 12 bis 18 Tagen – teils auch deutlich später – mit plötzlichem Fieber und uncharakteristischen Beschwerden beginnt. Innerhalb weniger Tage rhythmisieren sich die Fieberanfälle typischerweise auf einen Abstand von etwa 48 Stunden: Auf Schüttelfrost folgt ein rascher Fieberanstieg bis um 40 °C, nach einigen Stunden fällt die Temperatur unter starkem Schwitzen wieder ab. Welche Symptome im Einzelfall auftreten, hängt stark vom Zeitpunkt der Diagnose ab – jede fieberhafte Erkrankung nach Aufenthalt in einem Malariagebiet muss ärztlich abgeklärt werden.

Was sind Hypnozoiten und warum kommt es zu Rückfällen?

Die entscheidende Besonderheit von P. vivax sind die Hypnozoiten: ruhende Parasitenstadien, die nach der Infektion in der Leber verbleiben, ohne zunächst Symptome zu verursachen. Sie lassen sich nicht nachweisen, solange sie schlafen. Werden sie Wochen, Monate oder sogar noch nach Jahren aktiv, kommt es zu einem Spätrückfall (Rezidiv) mit erneuten Fieberschüben. Deshalb reicht bei einer Vivax-Malaria die Behandlung der Blutstadien allein nicht aus: Zur vollständigen Ausheilung („radikale Kur“) ist zusätzlich eine Abschlussbehandlung gegen die Leberstadien nötig. Die dafür eingesetzten Wirkstoffe (z. B. Primaquin oder Tafenoquin) können bei einem angeborenen Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD-Mangel) eine gefährliche Blutzerstörung auslösen – daher wird vor der Gabe ein G6PD-Test durchgeführt. Details zum Vorgehen finden Sie unter Behandlung.

Wo kommt P. vivax vor?

P. vivax ist der geografisch am weitesten verbreitete Malaria-Erreger des Menschen und der führende Erreger außerhalb Afrikas. Schwerpunkte sind Süd- und Südostasien, Lateinamerika, das Horn von Afrika sowie Ozeanien. Im tropischen Afrika ist er dagegen deutlich seltener, weil ein großer Teil der Bevölkerung dort Duffy-negativ ist: Diesen Menschen fehlt auf den roten Blutkörperchen der Duffy-Rezeptor, den der Parasit klassischerweise zum Eindringen nutzt. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass P. vivax diese Barriere teilweise umgehen kann und auch bei Duffy-negativen Menschen – etwa in Äthiopien, Madagaskar oder dem Sudan – Infektionen auftreten. Welche Länder aktuell betroffen sind, zeigt die Übersicht der Risikogebiete.

Wie gefährlich ist P. vivax?

Die Malaria tertiana verläuft in der Mehrzahl der Fälle milder als die durch Plasmodium falciparum verursachte Malaria tropica und meist ohne unmittelbar lebensbedrohliche Komplikationen. Harmlos ist sie aber nicht: In den letzten Jahren wurde zunehmend über schwere Verläufe berichtet, insbesondere bei kleinen Kindern, Schwangeren und Menschen mit Vorerkrankungen. Hinzu kommt die Rückfallneigung durch die Hypnozoiten, die die Erkrankung ohne konsequente Abschlussbehandlung immer wieder aufflammen lässt. Erschwerend ist, dass P. vivax in einigen Regionen – vor allem in Indonesien, Papua-Neuguinea und Teilen Ozeaniens – gegen Chloroquin resistent ist, weshalb dort andere Medikamente eingesetzt werden müssen.

Häufige Fragen zu Plasmodium vivax

Kann Malaria tertiana Monate nach der Reise ausbrechen?

Ja. Durch die Hypnozoiten in der Leber sind Spätrückfälle noch Wochen, Monate oder sogar Jahre nach dem Aufenthalt im Malariagebiet möglich. Bei unklarem Fieber sollten Sie daher auch lange nach einer Reise auf einen Malaria-Aufenthalt hinweisen.

Warum ist ein G6PD-Test vor der Behandlung nötig?

Die Medikamente gegen die Leberstadien (z. B. Primaquin, Tafenoquin) können bei einem angeborenen G6PD-Mangel eine gefährliche Zerstörung roter Blutkörperchen auslösen. Der Test stellt sicher, dass die Abschlussbehandlung sicher durchgeführt werden kann.

Warum ist P. vivax in Afrika seltener?

Viele Menschen im tropischen Afrika sind Duffy-negativ, ihnen fehlt also der Rezeptor, den der Parasit klassisch zum Eindringen in die roten Blutkörperchen nutzt. Deshalb dominiert dort P. falciparum, während P. vivax außerhalb Afrikas der häufigste Erreger ist.

Hinweis: Dieser Steckbrief dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fieber nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet ist umgehend medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.