Die Weltkarte der Malaria schrumpft: Allein 2024 und 2025 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fünf weitere Länder für malariafrei erklärt – darunter Ägypten, Kap Verde und, als erstes Land im Amazonasraum, Suriname. Für Reisende bedeutet das: Die Liste der Ziele, für die keine Malariaprophylaxe mehr nötig ist, wird länger. Der große Kampf gegen die Krankheit bleibt aber Afrika vorbehalten.
| Ereignis | Mehrere WHO-Zertifizierungen „malariafrei“ 2024/2025 |
| Zertifiziert 2024 | Kap Verde, Ägypten |
| Zertifiziert 2025 | Georgien, Suriname (erstes Amazonasland), Timor-Leste (Osttimor) |
| Voraussetzung | Mindestens drei Jahre in Folge ohne einheimische Übertragung |
| Gesamtstand | Über 45 Länder und Gebiete offiziell malariafrei |
| Für Reisende | Wachsende Zahl an Zielen ohne Prophylaxebedarf |
Welche Länder wurden zuletzt malariafrei?
In kurzer Folge hat die WHO mehrere Länder von der Malaria-Landkarte gestrichen. 2024 wurden der Inselstaat Kap Verde und – besonders symbolträchtig – Ägypten zertifiziert, wo die Krankheit seit der Pharaonenzeit bekannt war. 2025 folgten Georgien, Suriname und Timor-Leste (Osttimor).
Zwei dieser Erfolge sind Meilensteine: Suriname ist das erste Land im gesamten Amazonasraum, das den Status erreicht – in einer Region, die weltweit zu den historischen Schwerpunkten der Malaria zählt. Und Timor-Leste, am Rand des melanesischen Malariagürtels gelegen, wurde am 24. Juli 2025 offiziell für frei erklärt. Insgesamt sind damit inzwischen über 45 Länder und Gebiete von der WHO als malariafrei anerkannt.
Wie wird ein Land „malariafrei“?
Die Zertifizierung ist kein Selbstläufer. Ein Land kann den Status erst beantragen, wenn es über mindestens drei aufeinanderfolgende Jahre nachweist, dass die einheimische Übertragung vollständig unterbrochen ist – dass sich also niemand mehr im Land selbst ansteckt. Die WHO prüft anschließend, ob das Gesundheitssystem in der Lage ist, eine Rückkehr der Krankheit zu verhindern.
Dahinter stehen oft jahrzehntelange Anstrengungen: konsequente Diagnostik, schnelle Behandlung, Mückenbekämpfung und lückenlose Überwachung. Suriname etwa hatte den letzten im Land erworbenen Fall der gefährlichen Form 2018 und der Form Plasmodium vivax 2021 registriert, bevor die Zertifizierung möglich wurde. Grundlagen zur Krankheit selbst bündelt unsere Seite Was ist Malaria?.
Was bedeutet das für Reisende?
Für die Reiseplanung ist die Entwicklung eine gute Nachricht: Die Zahl der Ziele, für die keine Malariaprophylaxe mehr nötig ist, wächst. Ägypten mit seinen Nil- und Rotmeer-Regionen, Suriname im Norden Südamerikas oder Osttimor sind heute in dieser Hinsicht unbedenklich – hier genügt allgemeiner Mückenschutz gegen andere Erreger.
Wichtig bleibt der Blick auf das konkrete Ziel, denn der Status kann sich ändern und benachbarte Länder sind oft weiter betroffen. Welche Regionen aktuell wie eingestuft sind, zeigt unsere Übersicht der Malaria-Risikogebiete nach dem Ampel-Prinzip. Und auch in malariafreien Ländern gilt: Gegen Denguefieber, Zika oder Chikungunya hilft nur konsequenter Mückenschutz, wie ihn unsere Seite zur Vorbeugung erklärt.
Warum bleibt Afrika die große Aufgabe?
So ermutigend die Zertifizierungen sind – sie betreffen überwiegend Länder am Rand der Malariaverbreitung, mit ohnehin niedrigem Risiko. Das Kerngebiet der Krankheit bleibt Afrika südlich der Sahara, auf das nach WHO-Angaben rund 90 Prozent aller Fälle entfallen und wo 2024 etwa 438.000 Kinder an Malaria starben.
Dort schreitet die Eliminierung deutlich langsamer voran, und neue Herausforderungen wie Wirkstoff-Resistenzen oder die Ausbreitung städtischer Überträgermücken erschweren die Arbeit. Für Reisen in diese Hochrisikogebiete bleiben Chemoprophylaxe und Mückenschutz daher unverzichtbar. Die weltweiten Fortschritte zeigen aber, dass das Ziel einer malariafreien Welt Schritt für Schritt näher rückt.
Häufige Fragen
Welche Länder wurden zuletzt für malariafrei erklärt?
2024 zertifizierte die WHO Kap Verde und Ägypten, 2025 folgten Georgien, Suriname und Timor-Leste (Osttimor). Suriname ist dabei das erste Land im Amazonasraum, das den Status erreicht.
Heißt malariafrei, dass ich gar keinen Mückenschutz brauche?
Für Malaria ist in diesen Ländern keine Prophylaxe mehr nötig. Andere von Mücken übertragene Krankheiten wie Denguefieber können aber weiter vorkommen, weshalb allgemeiner Mückenschutz sinnvoll bleibt.
Kann Malaria in ein zertifiziertes Land zurückkehren?
Ein Restrisiko besteht durch eingeschleppte Fälle aus stärker betroffenen Nachbarländern. Zertifizierte Länder überwachen die Lage deshalb weiter engmaschig, um eine Wiederansiedlung zu verhindern.
Quellen
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Liste der als malariafrei zertifizierten Länder und Gebiete; Zertifizierungen 2024 (Kap Verde, Ägypten) und 2025 (Georgien, Suriname, Timor-Leste).
- WHO, World Malaria Report: Angaben zur globalen Krankheitslast und zur Kindersterblichkeit durch Malaria 2024.
Hinweis: Dieser Beitrag fasst den aktuellen Stand allgemein verständlich zusammen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Zu Prophylaxe, Mückenschutz und aktuellen Einreisebestimmungen berät Sie eine reisemedizinische Fachstelle individuell.