Malaria kommt in den Tropen und Subtropen von über 80 Ländern vor – die weitaus größte Krankheitslast trägt Afrika südlich der Sahara. Ob für dein Reiseziel eine Vorbeugung nötig ist, hängt von Land, Region, Höhenlage und Reisezeit ab. Diese Übersicht ordnet die wichtigsten Reiseländer nach dem Ampel-Prinzip ein – von hohem Risiko bis malariafrei.
| Verbreitung | Tropen & Subtropen, über 80 Länder |
| Höchste Krankheitslast | Afrika südlich der Sahara (rund 90 % der Fälle, WHO) |
| Weitere Regionen | Süd- & Südostasien, Lateinamerika/Amazonas, Ozeanien |
| Haupterreger | Plasmodium falciparum (Afrika), auch P. vivax (Asien/Amerika) |
| Typische Höhengrenze | meist unterhalb 1.500–2.500 m |
| Übertragung in Europa | keine – Malaria ist eine Reisekrankheit |
Malaria-Risiko-Weltkarte
Die interaktive Karte zeigt auf einen Blick, wie das Malariarisiko weltweit verteilt ist – eingefärbt nach dem Ampel-Prinzip. Ein Klick auf ein farbig markiertes Land führt direkt zur ausführlichen Länderseite mit Details zu Regionen, Reisezeit und Prophylaxe.
Kartengrundlage: Natural Earth (gemeinfrei). Risiko-Einstufung: eigene Redaktion nach WHO, CDC und DTG. Innerhalb eines Landes variiert das Risiko oft nach Region, Höhenlage und Reisezeit – Details auf den verlinkten Länderseiten.
In welchen Ländern gibt es Malaria?
Malaria wird durch den Stich der Anopheles-Mücke übertragen und kommt überall dort vor, wo diese Mücken und die Erreger gemeinsam auftreten – also in warmen, feuchten Regionen der Tropen und Subtropen. Grob lassen sich vier Großräume unterscheiden.
Am stärksten betroffen ist Afrika südlich der Sahara (etwa Kenia, Tansania, Uganda, Mosambik, Nigeria) mit rund 90 Prozent aller Fälle weltweit und überwiegend dem gefährlichen Erreger Plasmodium falciparum. In Süd- und Südostasien (Teile Indiens, Indonesiens, Myanmars, Papua-Neuguineas) ist das Risiko meist regional begrenzt und geringer. In Lateinamerika konzentriert es sich auf das Amazonasbecken (Brasilien, Peru, Kolumbien). Hinzu kommen einzelne Gebiete in Ozeanien. Innerhalb eines Landes variiert das Risiko oft stark nach Region und Höhenlage – Großstädte und Hochlagen sind häufig risikoarm.
Welche Reiseziele sind Hochrisikogebiete?
Als Hochrisikogebiete gelten vor allem Reiseziele im tropischen Afrika, in denen ganzjährig und flächig übertragen wird. Hier wird für die meisten Reisen eine medikamentöse Vorbeugung empfohlen.
Zu den beliebten Zielen mit hohem Risiko zählen die Safari- und Küstenregionen von Kenia und Tansania einschließlich der Insel Sansibar. In diesen Gebieten ist neben dem konsequenten Mückenschutz in der Regel eine medikamentöse Chemoprophylaxe angezeigt. Welches Mittel infrage kommt, erklärt der Vergleich der Malariaprophylaxe-Medikamente.
Welche beliebten Ziele sind malariafrei?
Viele stark nachgefragte Reiseziele sind heute malariafrei oder praktisch ohne Risiko – hier ist keine Prophylaxe nötig, wohl aber (gegen andere Mückenkrankheiten wie Dengue) ein allgemeiner Mückenschutz sinnvoll.
Malariafrei sind etwa Ägypten (von der WHO 2024 offiziell zertifiziert) und Sri Lanka (seit 2016). Auch die klassischen Touristenzentren in Thailand (Bangkok, Phuket, Inseln) und auf Bali (Indonesien) sowie Kapstadt und die Garden Route in Südafrika gelten als malariafrei – wichtig ist hier die Unterscheidung nach Region innerhalb des Landes.
Wie hoch ist mein Risiko – und wie finde ich es heraus?
Das persönliche Risiko hängt nicht nur vom Land ab, sondern von der genauen Region, der Höhenlage, der Reisezeit (Regen- oder Trockenzeit) und der Art der Reise. Eine Städtereise unterscheidet sich stark von einer Übernachtung im Nationalpark.
Verlässliche, individuelle Auskunft gibt eine reisemedizinische Beratung – idealerweise mehrere Wochen vor Abreise. Sie klärt, ob für dein Ziel eine Vorbeugung nötig ist, welches Medikament passt und worauf du beim Mückenschutz achten solltest. Die Länderseiten unten geben eine erste Orientierung. Tritt nach der Reise Fieber auf, ist immer an Malaria zu denken – mehr dazu unter Symptome.
Malariagebiete nach Kontinent
Für den geografischen Überblick bündeln wir alle Reiseländer in vier Kontinent-Portalen. Jedes ordnet die Länder der Region nach dem Ampel-Prinzip ein und beschreibt Verbreitung, Erreger und Schutzbedarf:
- Malaria in Afrika – höchste Krankheitslast südlich der Sahara; malariafreie Ziele wie Ägypten, Marokko und Kap Verde
- Malaria in Asien – meist regional begrenzt; Sri Lanka und die Malediven sind malariafrei
- Malaria in Lateinamerika – Schwerpunkt Amazonasbecken; Andenstädte und Kuba risikofrei
- Malaria in Ozeanien – nur Melanesien (Papua-Neuguinea, Salomonen); Südsee-Klassiker malariafrei
Reiseländer im Überblick
Die folgende Übersicht ordnet beliebte Reiseländer nach dem Ampel-Prinzip ein: rot = hohes Risiko, gelb = regional/saisonal begrenzt, grün = malariafrei. Ein Klick führt zur ausführlichen Länderseite.
| Reiseland | Einstufung | Kurzinfo |
|---|---|---|
| Kenia | Hoch | ganzjährig, Safari & Küste |
| Tansania | Hoch | ganzjährig unter ~1.800 m |
| Sansibar | Hoch | Insel vor Tansania |
| Gambia | Hoch | landesweit, auch Badeküste |
| Uganda | Hoch | ganzjährig, auch Gorilla-Trekking |
| Madagaskar | Hoch | Küste/Tiefland ganzjährig |
| Ruanda | Hoch | ganzjährig, auch Gorilla-Trekking |
| Malawi | Hoch | ganzjährig, auch Malawisee |
| Sambia | Hoch | ganzjährig, auch Victoriafälle |
| Mosambik | Hoch | landesweit, auch Küste/Inseln |
| Ghana | Hoch | ganzjährig, Gelbfieber-Pflicht |
| Senegal | Hoch | Casamance/Süden, Norden geringer |
| Nigeria | Hoch | ganzjährig, weltweit höchste Last |
| Togo | Hoch | ganzjährig, Gelbfieber-Pflicht |
| Benin | Hoch | ganzjährig, Gelbfieber-Pflicht |
| Mali | Hoch | Süden ganzjährig, Norden saisonal |
| Sudan | Hoch | Süden/Zentrum, Wüstennorden geringer |
| Gabun | Hoch | landesweit ganzjährig, Gelbfieber-Pflicht |
| Komoren | Hoch | Indischer Ozean, ganzjährig (P. falciparum) |
| Niger | Hoch | Sahel, Regenzeit, Gelbfieber-Pflicht |
| Äquatorialguinea | Hoch | Festland & Bioko, ganzjährig; Gelbfieber-Pflicht |
| Tschad | Hoch | landesweit; Süden/Regenzeit intensiv; Gelbfieber-Pflicht |
| Guinea-Bissau | Hoch | landesweit inkl. Bijagós-Inseln |
| Angola | Hoch | ganzjährig landesweit inkl. Luanda |
| Elfenbeinküste | Hoch | ganzjährig, Gelbfieber-Pflicht |
| Guinea | Hoch | ganzjährig, Gelbfieber-Pflicht |
| Sierra Leone | Hoch | ganzjährig, Gelbfieber-Pflicht |
| Liberia | Hoch | ganzjährig, Gelbfieber-Pflicht |
| Republik Kongo | Hoch | ganzjährig (Brazzaville), Gelbfieber-Pflicht |
| Salomonen | Hoch | ganzjährig, Pazifik (P. falciparum + vivax) |
| DR Kongo | Hoch | ganzjährig, zweithöchste Last weltweit |
| Haiti | Hoch | landesweit, P. falciparum chloroquinsensibel |
| Kamerun | Hoch | ganzjährig, Gelbfieber-Pflicht |
| Burkina Faso | Hoch | ganzjährig, Gelbfieber-Pflicht |
| Papua-Neuguinea | Hoch | Tiefland/Küste, Hochland geringer |
| Südafrika | Regional | Krüger ja, Kapstadt frei |
| Indonesien | Regional | Papua hoch, Bali frei |
| Thailand | Regional | nur Grenzgebiete, Zentren frei |
| Pakistan | Regional | Tiefland (v. a. P. vivax), Bergnorden frei |
| Vanuatu | Regional | Nordinseln, Efate & Tanna frei |
| Afghanistan | Regional | Tiefland saisonal, Kabul/Höhe frei |
| Mauretanien | Regional | Süd-Sahel saisonal, Sahara gering |
| Guatemala | Regional | Tiefland (P. vivax); Antigua & Hochland frei |
| Indien | Regional | ländlich/Osten, Städte gering |
| Brasilien | Regional | Amazonas hoch, Rio/Küste frei |
| Peru | Regional | Amazonas hoch, Machu Picchu frei |
| Vietnam | Regional | nur ländlich, Städte frei |
| Botswana | Regional | Okavango/Chobe saisonal, Süden frei |
| Namibia | Regional | Caprivi/Norden ja, Küste frei |
| Dominikanische Republik | Gering | Punta Cana risikoarm |
| Philippinen | Gering | Palawan ja, Manila/Cebu frei |
| Kambodscha | Gering | nur Grenzwälder, Angkor frei |
| Costa Rica | Gering | nur Karibik-Restrisiko, Dengue |
| Kolumbien | Regional | Amazonas/Pazifik, Anden frei |
| Laos | Gering | nur ländlicher Süden, Städte frei |
| Panama | Gering | Darién ja, Panama-Stadt frei |
| Äthiopien | Regional | Tiefland ja, Hochland/Addis frei |
| Myanmar | Gering | Grenzwälder, Bagan/Yangon frei |
| Ecuador | Regional | Amazonas, Anden/Galápagos frei |
| Bolivien | Regional | Amazonas-Tiefland, Altiplano frei |
| Venezuela | Regional | Süden/Canaima, Caracas geringer |
| Bangladesch | Gering | nur Chittagong Hill Tracts, Dhaka frei |
| Nepal | Gering | nur Terai-Tiefland, Trekking/Höhen frei |
| Guyana | Regional | Interior/Regenwald, Küste geringer |
| Simbabwe | Regional | Sambesi/Victoriafälle saisonal, Harare frei |
| Honduras | Gering | Karibikküste, Hochland frei, chloroquinsensibel |
| Nicaragua | Gering | Karibikküste, Pazifik frei, chloroquinsensibel |
| Ägypten | Malariafrei | WHO-zertifiziert 2024 |
| Marokko | Malariafrei | WHO-zertifiziert 2010 |
| Sri Lanka | Malariafrei | WHO-zertifiziert 2016 |
| Malediven | Malariafrei | WHO-zertifiziert 2015 |
| Mauritius | Malariafrei | seit 1973, Dengue beachten |
| Seychellen | Malariafrei | keine Anopheles, Dengue beachten |
| Kuba | Malariafrei | Dengue beachten |
| Suriname | Malariafrei | WHO-zertifiziert 2025 |
| Kapverden | Malariafrei | WHO-zertifiziert 2024 |
| Osttimor | Malariafrei | WHO-zertifiziert 2025 |
| Mexiko | Weitgehend frei | Cancún/Yucatán frei |
Weitere Länder folgen. Unabhängig vom Ziel gilt: Der beste Schutz ist die Kombination aus konsequentem Mückenschutz und – wo nötig – der passenden Chemoprophylaxe.
Häufige Fragen zu Malaria-Risikogebieten
In welchem Land ist das Malariarisiko am höchsten?
Die höchste Krankheitslast tragen Länder in Afrika südlich der Sahara, darunter Nigeria, die Demokratische Republik Kongo, Uganda, Mosambik, Kenia und Tansania. Dort wird ganzjährig und überwiegend der gefährliche Erreger Plasmodium falciparum übertragen.
Gibt es in Europa Malaria?
Nein. In Deutschland und Europa wird Malaria nicht übertragen – sie ist eine reine Reisekrankheit. Gemeldete Fälle sind fast ausnahmslos auf Reisen in tropische Gebiete zurückzuführen (importierte Malaria).
Kann sich das Risiko eines Landes ändern?
Ja. Risiko- und Resistenzlagen ändern sich, einzelne Länder werden malariafrei (zuletzt Ägypten 2024), andernorts steigen Fälle nach Starkregen. Prüfe daher vor jeder Reise die aktuelle Einstufung in einer reisemedizinischen Beratung.
Hinweis: Diese Übersicht dient der ersten Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob für dein Reiseziel eine Malariaprophylaxe nötig ist, klärst du vor der Reise mit einer reise- oder tropenmedizinischen Praxis.