Afrika südlich der Sahara trägt rund 90 Prozent der weltweiten Malarialast – hier ist das Risiko am höchsten und der gefährliche Erreger Plasmodium falciparum dominiert. Für die meisten Reisen in tropische Regionen unterhalb von etwa 2.500 Metern wird eine medikamentöse Vorbeugung empfohlen. Einige beliebte Ziele im Norden und auf den Inseln gelten dagegen als malariafrei.
| Krankheitslast | Höchste weltweit – rund 90 % aller Malariafälle (WHO) |
| Haupterreger | Plasmodium falciparum (Malaria tropica), über 95 % der Fälle |
| Hauptrisikoregion | Subsahara-Afrika: West-, Zentral- und Ostafrika |
| Risikoarm | Höhenlagen über ca. 2.500 m, Nordafrika, mehrere Inselstaaten |
| Malariafrei (WHO) | Ägypten (2024), Marokko (2010), Kap Verde (2024), Mauritius (1973) |
| Empfohlener Schutz | Chemoprophylaxe + konsequenter Mückenschutz in Risikogebieten |
Wie verbreitet ist Malaria in Afrika?
Malaria ist in Afrika die bedeutendste tropische Infektionskrankheit. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entfallen rund 90 Prozent aller Malariafälle und Todesfälle weltweit auf den afrikanischen Kontinent, ganz überwiegend auf die Region südlich der Sahara. Anders als in Asien oder Lateinamerika dominiert hier fast überall Plasmodium falciparum, der Erreger der lebensbedrohlichen Malaria tropica.
Übertragen wird die Erkrankung durch den nächtlichen Stich der Anopheles-Mücke. In weiten Teilen West-, Zentral- und Ostafrikas findet die Übertragung ganzjährig und flächendeckend statt. Entscheidend für das persönliche Risiko sind Region, Höhenlage und Reisezeit: Tiefland, Küsten und Feuchtgebiete sind am stärksten betroffen, während Höhenlagen über etwa 2.500 Meter, große Städte und der trockene Norden deutlich risikoärmer oder ganz frei sind.
Welche Reiseziele sind Hochrisikogebiete?
Als Hochrisikogebiete gelten die tropischen Länder südlich der Sahara, in denen ganzjährig und landesweit übertragen wird. Dazu zählen klassische Safari-Ziele wie Kenia, Tansania mit Sansibar, Uganda und Ruanda ebenso wie die Küsten von Mosambik und Gambia oder die westafrikanischen Länder Nigeria und Ghana. Für Reisen in diese Regionen wird neben dem Mückenschutz in der Regel eine medikamentöse Chemoprophylaxe empfohlen.
Auch beliebte Aktivreisen wie das Gorilla-Trekking in Uganda und Ruanda oder Kanutouren im Okavango-Delta führen in Malariagebiete. Selbst in großer Höhe oder in der Trockenzeit bleibt ein Restrisiko, weshalb die reisemedizinische Beratung immer die konkrete Route berücksichtigt.
Wo besteht nur regionales oder saisonales Risiko?
In einigen Ländern beschränkt sich Malaria auf bestimmte Regionen oder Jahreszeiten. Im südlichen Afrika betrifft das etwa den Nordosten Südafrikas (Krüger-Nationalpark, Limpopo, Mpumalanga), den Norden Botswanas (Okavango, Chobe), die namibische Sambesi-Region (früher Caprivi) sowie das Sambesi-Tal in Simbabwe rund um die Victoriafälle. Hier steigt das Risiko vor allem in und nach der Regenzeit.
Eine Sonderrolle spielt Äthiopien: Wegen der großen Höhenunterschiede gilt hier die Höhenregel – im Tiefland (etwa Omo-Tal, Gambela) besteht Risiko, während Addis Abeba und das Hochland über 2.500 Metern als malariafrei gelten. In solchen Fällen kann statt einer durchgehenden Prophylaxe auch ein Standby-Notfallmedikament sinnvoll sein; das entscheidet die individuelle Beratung.
Welche afrikanischen Ziele sind malariafrei?
Mehrere stark nachgefragte Reiseziele in Afrika sind heute malariafrei. Die WHO hat Ägypten (2024), Marokko (2010) und die Inselgruppe Kap Verde (2024) offiziell als malariafrei zertifiziert; Mauritius ist es bereits seit 1973. Auch auf den Seychellen besteht kein endemisches Malariarisiko.
Für diese Ziele ist keine Malariaprophylaxe nötig. Zu beachten ist jedoch, dass in einigen dieser Länder andere von Mücken übertragene Krankheiten wie Denguefieber oder Chikungunya auftreten können – ein guter Mückenschutz bleibt also auch dort sinnvoll.
Alle Länder Afrikas im Überblick
Die folgende Einordnung nach dem Ampel-Prinzip fasst das typische Reiserisiko zusammen. Innerhalb eines Landes kann das Risiko je nach Region und Höhenlage stark schwanken – maßgeblich ist stets die aktuelle reisemedizinische Beratung. Details finden Sie auf den verlinkten Länderseiten.
Hohes Risiko (Chemoprophylaxe meist empfohlen)
| Kenia | Safari & Küste, ganzjährig unter ca. 2.500 m |
| Tansania | Festland & Nationalparks, ganzjährig |
| Sansibar | Insel mit Risiko – kein malariafreies Gebiet |
| Uganda | Landesweit hoch, auch Gorilla-Trekking (Bwindi) |
| Ruanda | Landesweit, auch Vulkan-Nationalpark |
| Madagaskar | Landesweit, Küstenregionen am höchsten |
| Malawi | Landesweit, auch rund um den Malawisee |
| Sambia | Landesweit, Victoriafälle & South Luangwa |
| Mosambik | Küste & Bazaruto-Archipel, ganzjährig |
| Angola | Landesweit hohes Risiko |
| DR Kongo | Landesweit sehr hohe Übertragung |
| Kongo (Brazzaville) | Landesweit hohes Risiko |
| Kamerun | Landesweit, Gelbfieberimpfpflicht |
| Nigeria | Höchste Malarialast weltweit |
| Ghana | Landesweit, Gelbfieberimpfpflicht |
| Togo | Landesweit hohes Risiko |
| Benin | Landesweit hohes Risiko |
| Burkina Faso | Landesweit, Gelbfieberimpfpflicht |
| Mali | Landesweit hohes Risiko |
| Senegal | Süden/Casamance hoch, Norden saisonal |
| Gambia | Inklusive Badeküste, ganzjährig |
| Guinea | Landesweit hohes Risiko |
| Sierra Leone | Landesweit hohes Risiko |
| Liberia | Landesweit hohes Risiko |
| Elfenbeinküste | Landesweit hohes Risiko |
| Sudan | Weite Landesteile, v. a. Süden |
| Gabun | Landesweit ganzjährig; Gelbfieber-Pflicht |
| Komoren | Indischer Ozean; intensiv, ganzjährig (P. falciparum) |
| Niger | Sahel; Regenzeit-Gipfel, Gelbfieber-Pflicht |
| Äquatorialguinea | Festland & Bioko, ganzjährig; Gelbfieber-Pflicht |
| Tschad | Landesweit; Süden & Regenzeit intensiv; Gelbfieber-Pflicht |
| Guinea-Bissau | Landesweit inkl. Bijagós-Inseln |
Regionales oder saisonales Risiko
| Südafrika | Nur Nordosten (Krüger, Limpopo, Mpumalanga), saisonal |
| Botswana | Norden (Okavango, Chobe) saisonal, Süden frei |
| Namibia | Norden/Sambesi-Region saisonal, Zentrum & Küste frei |
| Simbabwe | Sambesi-Tal & Victoriafälle saisonal, Harare geringer |
| Äthiopien | Tiefland ja, Addis & Hochland über 2.500 m frei |
| Mauretanien | Süd-Sahel saisonal (P. falciparum), Sahara-Norden gering |
Malariafrei – keine Prophylaxe nötig
| Ägypten | WHO-zertifiziert malariafrei (2024) |
| Marokko | Malariafrei seit 2010 (WHO) |
| Kap Verde | Malariafrei seit 2024 (WHO) |
| Mauritius | Malariafrei seit 1973 |
| Seychellen | Kein endemisches Malariarisiko |
Welche Prophylaxe brauche ich für Afrika?
Für die Hochrisikogebiete südlich der Sahara empfehlen Fachgesellschaften wie das Tropeninstitut in der Regel eine durchgehende Chemoprophylaxe. Zur Auswahl stehen vor allem Atovaquon-Proguanil und Doxycyclin, in bestimmten Fällen auch Mefloquin. Welches Mittel geeignet ist, hängt von Reiseroute, Dauer und Gesundheit ab und gehört in eine ärztliche Beratung. Einen Überblick gibt der Vergleich der Malariaprophylaxe-Medikamente.
Genauso wichtig ist der konsequente Mückenschutz: lange, helle Kleidung in der Dämmerung, Mittel mit DEET oder Icaridin und ein imprägniertes Moskitonetz. Die Grundlagen erklärt unsere Seite zur Malaria-Vorbeugung. Zurück zur weltweiten Übersicht geht es über die Seite Malaria-Risikogebiete.
Häufige Fragen zu Malaria in Afrika
In welchen afrikanischen Ländern ist das Malariarisiko am höchsten?
Am höchsten ist das Risiko im tropischen Subsahara-Afrika, etwa in Nigeria, der DR Kongo, Uganda, Tansania, Mosambik und den westafrikanischen Küstenländern. Dort wird ganzjährig und flächendeckend übertragen, überwiegend durch den gefährlichen Erreger Plasmodium falciparum.
Gibt es malariafreie Reiseziele in Afrika?
Ja. Ägypten, Marokko, Kap Verde, Mauritius und die Seychellen gelten als malariafrei; für sie ist keine Prophylaxe nötig. Auch Höhenlagen über etwa 2.500 Metern, zum Beispiel Addis Abeba, sind weitgehend risikofrei.
Brauche ich für eine Safari immer Malariatabletten?
Für Safaris in den ost- und südafrikanischen Tieflandregionen wird meist eine Chemoprophylaxe empfohlen, da diese Gebiete als Hochrisikogebiete gelten. Ob und welches Medikament für Ihre Route sinnvoll ist, klären Sie mehrere Wochen vor Abreise in einer reisemedizinischen Beratung.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Angaben zu Medikamenten stellen keine individuelle Dosierungsempfehlung dar. Nehmen Sie mehrere Wochen vor der Reise eine persönliche reisemedizinische Beratung wahr, um Prophylaxe und Impfschutz auf Ihre Reiseroute und Ihre Gesundheit abzustimmen.