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Malaria-Risikogebiete: Länder-Übersicht

Malaria in Bangladesch: Hill Tracts, Dhaka & Schutz

Das Malariarisiko in Bangladesch ist stark regional begrenzt: Hoch ist es vor allem in den Chittagong Hill Tracts (Bandarban, Rangamati, Khagrachari) und im Grenzraum zu Myanmar und Indien. Dhaka und der Großteil des Landes gelten als praktisch malariafrei. Dengue tritt dagegen landesweit auf und verursacht regelmäßig große Ausbrüche.

Malaria-RisikoRegional sehr unterschiedlich – hoch nur im Südosten, im übrigen Land minimal bis nicht vorhanden
RisikogebieteChittagong Hill Tracts: Distrikte Bandarban, Rangamati und Khagrachari sowie Cox’s Bazar und Grenzregionen zu Myanmar/Indien (rund 90 % aller Fälle)
Risikoarme GebieteDhaka, Landesmitte und der Nordwesten – praktisch malariafrei
Empfohlener SchutzLandesweit konsequenter Mückenschutz; in den Hill Tracts zusätzlich Chemoprophylaxe oder Standby-Medikation nach reisemedizinischer Beratung
HaupterregerPlasmodium falciparum (überwiegend, Chloroquin-resistent) und Plasmodium vivax
Weitere MückenkrankheitenDengue-Fieber (landesweit, große Ausbrüche), daneben Chikungunya und Japanische Enzephalitis

Gibt es in Bangladesch Malaria?

Ja, in Bangladesch gibt es Malaria – aber nur in wenigen, klar abgegrenzten Landesteilen. Für die allermeisten Reisenden, die Dhaka und die zentralen Regionen besuchen, besteht kein nennenswertes Risiko. Bedeutsam wird die Erkrankung erst im Südosten des Landes, in den bewaldeten Bergregionen an der Grenze zu Myanmar und Indien. Dort zirkuliert der Erreger ganzjährig, mit einem Anstieg während und nach der Monsunzeit von Mai bis Oktober.

Bangladesch hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei der Malariakontrolle gemacht: Zwischen 2015 und 2020 sanken Erkrankungs- und Sterbezahlen um rund 40 %. Dennoch bleibt die Versorgung in den abgelegenen Waldgebieten schwierig, und dort konzentriert sich heute nahezu das gesamte Infektionsgeschehen. Die zwei relevanten Erreger sind Plasmodium falciparum (die gefährliche Malaria tropica, überwiegend und häufig chloroquin-resistent) und Plasmodium vivax. Wer die Risikogebiete meidet, muss sich um Malaria kaum Gedanken machen – wohl aber um Dengue.

Welche Regionen sind betroffen?

Das Malariarisiko konzentriert sich fast vollständig auf den Südosten. Betroffen sind vor allem die drei Distrikte der Chittagong Hill Tracts – Bandarban, Rangamati und Khagrachari – sowie der angrenzende Distrikt Cox’s Bazar und der ländliche Raum um Chattogram. Diese Region grenzt an Myanmar und Indien und ist von dichtem Bergwald geprägt, der ideale Bedingungen für die übertragenden Anopheles-Mücken bietet.

Wie stark sich das Geschehen dort ballt, zeigen die Zahlen: Über 90 % aller Malariafälle und rund 80 % der Todesfälle des Landes entfallen auf diese südöstlichen Distrikte. Allein Bandarban macht etwa drei Viertel aller landesweiten Fälle aus. Besonders betroffen sind Menschen, die im Wald arbeiten, Brandrodungsfeldbau (Jhum) betreiben oder in schwer erreichbaren Dörfern leben. Eine aktuelle Einordnung Ihres konkreten Reiseziels finden Sie in unserer Übersicht der Malaria-Risikogebiete.

Ist Dhaka sicher?

In Bezug auf Malaria gilt die Hauptstadt Dhaka als sicher. Für die Millionenstadt und ihr Umland wird kein Malariarisiko ausgewiesen – ebenso wenig für die zentralen und nordwestlichen Landesteile. Wer eine klassische Rundreise über Dhaka, das Ganges-Delta oder die Teeregionen des Nordostens plant, benötigt in aller Regel keine Malaria-Tabletten.

Das bedeutet jedoch nicht, dass in Dhaka kein Mückenschutz nötig wäre. Denn die Stadt ist ein Schwerpunkt des Dengue-Fiebers, das von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen wird. In der Regenzeit steigen die Fallzahlen in den urbanen Räumen stark an. Malariafrei heißt hier also keineswegs mückenfrei: Der konsequente Schutz vor Stichen bleibt in Dhaka aus einem anderen Grund wichtig.

Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Bangladesch?

Das hängt allein von Ihrer Reiseroute ab. Für Standardreisen mit Dhaka und den zentralen Regionen genügt in der Regel ein konsequenter Mückenschutz – eine medikamentöse Prophylaxe ist dafür nicht erforderlich. Anders sieht es aus, wenn Sie in die Chittagong Hill Tracts oder in den ländlichen Grenzraum zu Myanmar reisen und dort übernachten.

Für diese Hochrisikogebiete empfehlen Reisemediziner je nach Reisestil zwei Wege: eine durchgängige Chemoprophylaxe (etwa mit Atovaquon/Proguanil oder Doxycyclin) oder ein Standby-Notfallmedikament, das nur bei Krankheitsverdacht und fehlendem Arztkontakt eingenommen wird. Welche Variante für Sie passt, richtet sich nach Dauer, Route und Vorerkrankungen. Wir nennen hier bewusst keine individuellen Dosierungen – die konkrete Auswahl und Einnahme muss immer in einer persönlichen reise- oder tropenmedizinischen Beratung geklärt werden. Grundlagen und Wirkstoffe erklärt unsere Seite zur Malaria-Vorbeugung.

Wie schütze ich mich vor Mückenstichen (auch Dengue)?

Der Mückenschutz ist in Bangladesch aus doppeltem Grund zentral: Er schützt in den Risikogebieten vor Malaria und landesweit vor Dengue. Da die Malaria-Mücken vor allem in der Dämmerung und nachts stechen, die Dengue-Mücken dagegen tagsüber, ist ein Schutz rund um die Uhr sinnvoll. Folgende Maßnahmen sind wirksam:

  • Hautabweisende Mittel (Repellents) mit DEET oder Icaridin auf alle unbedeckten Hautpartien auftragen und regelmäßig erneuern.
  • Lange, helle und möglichst weite Kleidung tragen – idealerweise imprägniert; Knöchel und Unterarme schützen.
  • Nachts unter einem imprägnierten Moskitonetz schlafen, besonders in einfachen Unterkünften ohne Klimaanlage oder Fliegengitter.
  • Klimatisierte oder gut vernetzte Räume bevorzugen; stehendes Wasser als Brutstätte in Unterkunftsnähe meiden.

Gegen Dengue gibt es für Reisende keine breite Standardimpfung und keine vorbeugenden Tabletten – der Mückenschutz ist die einzige zuverlässige Vorsorge. Bei plötzlichem hohem Fieber, starken Kopf- und Gliederschmerzen sollten Sie ärztliche Hilfe suchen und auf Selbstmedikation mit ASS/Ibuprofen verzichten.

Weitere Gesundheitstipps

Neben dem Mückenschutz lohnt sich vor der Reise ein Blick auf die Standard- und Reiseimpfungen. Empfohlen werden je nach Reiseprofil unter anderem Hepatitis A und B, Typhus, Tollwut sowie ein aktueller Schutz gegen Tetanus, Diphtherie und Polio. Lassen Sie den individuellen Impfplan rechtzeitig (vier bis sechs Wochen vor Abreise) reise- oder tropenmedizinisch prüfen.

Achten Sie außerdem auf sichere Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene, um Durchfallerkrankungen vorzubeugen: nur abgekochtes oder abgefülltes Wasser trinken, auf Eiswürfel verzichten und Speisen nur gegart und heiß verzehren. Wichtig ist schließlich, die typischen Symptome einer Malaria zu kennen – Fieber, Schüttelfrost und Grippegefühl noch bis zu mehrere Monate nach der Rückkehr müssen ärztlich abgeklärt werden, wenn Sie ein Risikogebiet besucht haben. Nennen Sie dem Arzt in jedem Fall Ihre Reise.

Häufige Fragen zu Malaria in Bangladesch

Ist ganz Bangladesch Malariagebiet?

Nein. Ein relevantes Risiko besteht praktisch nur im Südosten, in den Chittagong Hill Tracts (Bandarban, Rangamati, Khagrachari), in Cox’s Bazar und im Grenzraum zu Myanmar und Indien. Dhaka und der Großteil des Landes gelten als malariafrei.

Muss ich für eine Reise nur nach Dhaka Malaria-Tabletten nehmen?

In der Regel nicht. Für Dhaka und die zentralen Regionen reicht ein konsequenter Mückenschutz. Eine medikamentöse Prophylaxe wird üblicherweise nur für Aufenthalte in den Hochrisikogebieten im Südosten empfohlen – besprechen Sie das individuell in einer reisemedizinischen Beratung.

Ist Dengue in Bangladesch gefährlicher als Malaria?

Für die meisten Reisenden ist Dengue das größere Alltagsrisiko, weil es landesweit und ganzjährig auftritt und regelmäßig große Ausbrüche verursacht – auch in den Städten. Malaria ist zwar potenziell schwerer, aber räumlich eng auf den Südosten begrenzt. Konsequenter Mückenschutz schützt gegen beide Erkrankungen.

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Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen reisemedizinischen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung. Malariarisiko, Prophylaxe-Empfehlungen und die Auswahl geeigneter Medikamente können sich ändern und hängen von Ihrer individuellen Route, Reisedauer und Gesundheit ab. Lassen Sie sich rechtzeitig vor der Abreise reise- oder tropenmedizinisch beraten.