Malaria kommt in Brasilien nur regional vor: Rund 99 Prozent aller Fälle treten im Amazonasbecken auf, überwiegend als gutartige Plasmodium vivax. Rio de Janeiro, São Paulo, Salvador, die gesamte Küste und die Iguaçu-Wasserfälle gelten dagegen als malariafrei.
| Malaria-Risiko | Regional begrenzt – hoch im Amazonasbecken, sonst überwiegend kein Risiko |
| Hochrisikogebiete (Amazonas) | Bundesstaaten Acre, Amazonas, Roraima, Rondônia, Amapá und Teile von Pará (Legal Amazonas) |
| Malariafreie Gebiete | Rio de Janeiro, São Paulo, Salvador, Brasília, die gesamte Atlantikküste und die Iguaçu-Wasserfälle |
| Empfohlener Schutz | Amazonas: Chemoprophylaxe oder Standby-Notfallmedikament je nach Aufenthalt; Küste/Städte: konsequenter Mückenschutz |
| Haupterreger | Überwiegend Plasmodium vivax (Malaria tertiana, ca. 80 %), daneben Plasmodium falciparum |
| Weitere Mückenkrankheiten | Dengue (landesweit, starke Ausbrüche), außerdem Chikungunya, Zika und regional Gelbfieber |
Die wichtigsten Fragen auf einen Blick
Gibt es in Brasilien Malaria?
Ja, aber nur regional. Malaria ist in Brasilien fast vollständig auf das Amazonasbecken beschränkt – dort treten rund 99 Prozent aller einheimischen Fälle auf. Der weit überwiegende Teil des Landes, darunter alle klassischen Reiseziele an der Küste und in den Metropolen, gilt als malariafrei. Ob Sie überhaupt Vorsorge brauchen, hängt daher fast ausschließlich davon ab, ob Ihre Route ins Amazonasgebiet führt.
Erfreulich für Reisende: Brasilien hat die Fallzahlen in den letzten Jahren deutlich gesenkt und verfolgt einen nationalen Eliminationsplan. Im ersten Quartal 2025 lagen die registrierten Fälle rund 27 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wer die Amazonasregionen meidet oder sich dort korrekt schützt, hat ein sehr geringes Erkrankungsrisiko. Einen Überblick über gefährdete Zonen weltweit finden Sie in unserer Übersicht der Malaria-Risikogebiete.
Wo ist das Risiko hoch (Amazonas)?
Das Hochrisiko konzentriert sich auf das Amazonasbecken – die Region „Legal Amazonas“. Betroffen sind vor allem die Bundesstaaten Acre, Amazonas, Roraima, Rondônia, Amapá sowie Teile von Pará. Innerhalb dieser Gebiete ist das Risiko in Flusstälern, im Regenwald sowie in Gold- und Holzarbeitersiedlungen unterhalb von etwa 900 Metern am höchsten, besonders während und nach der Regenzeit.
Wichtig zu wissen: Die größeren Amazonasstädte selbst – etwa Manaus, Boa Vista oder Porto Velho – gelten als weitgehend malariafrei; das Risiko liegt im ländlichen Umland, bei Dschungeltouren, mehrtägigen Flusskreuzfahrten mit Übernachtung und in abgelegenen Siedlungen. In den Hochrisikogebieten ist der Anteil von Plasmodium falciparum, dem Erreger der gefährlichen Malaria tropica, erhöht. Planen Sie eine Reise in diese Regionen, sollten Sie sich frühzeitig reisemedizinisch beraten lassen und die Malaria-Vorbeugung ernst nehmen.
Sind Rio, die Küste und Iguaçu malariafrei?
Ja. Rio de Janeiro, São Paulo, Salvador, Recife, Brasília, die gesamte Atlantikküste und die Iguaçu-Wasserfälle gelten als malariafrei – hier ist keine Malariaprophylaxe erforderlich. Auch die südlichen Bundesstaaten Paraná, Santa Catarina und Rio Grande do Sul zählen zu den Regionen ohne bekannte Malariaübertragung.
Wer also eine typische Städte-, Strand- oder Kulturreise unternimmt – etwa Rio mit Copacabana und Zuckerhut, die Küste um Salvador oder ein Abstecher zu den Iguaçu-Wasserfällen – benötigt keine Malariamedikamente. Sinnvoll bleibt in ganz Brasilien lediglich ein guter Mückenschutz, vor allem wegen Dengue. Nur wenn Sie zusätzlich in abgelegene, bewaldete Gebiete einzelner Bundesstaaten wie Bahia, Espírito Santo oder Minas Gerais reisen, kann punktuell ein Restrisiko bestehen – das betrifft klassische Rundreisen an den bekannten Zielen jedoch nicht.
Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Brasilien?
Das hängt allein von Ihrer Reiseroute ab. Für Küste, Städte und Iguaçu ist keine Chemoprophylaxe nötig. Für Aufenthalte im Amazonasbecken kommt je nach Dauer, Route und Reisestil entweder eine medikamentöse Chemoprophylaxe oder ein Standby-Notfallmedikament in Frage.
Als Faustregel gilt: Bei längeren Aufenthalten oder abgelegenen Zielen in den Hochrisikogebieten des Amazonas empfehlen Reisemediziner eher eine durchgehende Chemoprophylaxe. Bei kürzeren Touren mit gutem Zugang zu ärztlicher Versorgung genügt häufig ein Standby-Medikament, das nur im Verdachtsfall eingenommen wird. Zu den in Deutschland gängigen Prophylaxe-Medikamenten zählen unter anderem Atovaquon-Proguanil, außerdem Doxycyclin und Mefloquin. Welches Präparat für Sie geeignet ist und wie es dosiert wird, entscheidet ausschließlich Ihre reisemedizinische Beratungsstelle – idealerweise vier bis sechs Wochen vor Abreise. Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung und nennt bewusst keine individuellen Dosierungen.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?
Der wirksamste Schutz – gegen Malaria wie gegen Dengue – ist die konsequente Vermeidung von Mückenstichen. Er gilt in ganz Brasilien, auch dort, wo keine Malaria vorkommt.
Bewährt haben sich diese Maßnahmen:
- Hautabweisende Mittel (Repellents) mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin auf unbedeckte Hautpartien auftragen und regelmäßig erneuern.
- Lange, helle und möglichst weite Kleidung tragen, vor allem in der Dämmerung und nachts – die wichtigste Aktivitätszeit der Malariamücken.
- Nachts unter einem imprägnierten Moskitonetz schlafen, wenn Fenster nicht mückensicher sind oder keine Klimaanlage vorhanden ist.
- Klimatisierte oder mit Fliegengittern gesicherte Unterkünfte bevorzugen.
Wichtig: Die Aedes-Mücke, die Dengue, Chikungunya und Zika überträgt, ist tagaktiv – Malariamücken stechen bevorzugt abends und nachts. Ein durchgängiger Mückenschutz rund um die Uhr ist deshalb sinnvoll. Weitere Details erklärt unsere Seite zur Malaria-Vorbeugung.
Weitere Gesundheitstipps
Dengue-Fieber ist in Brasilien landesweit stark verbreitet und verläuft in Wellen mit teils massiven Ausbrüchen – Anfang 2026 wurden binnen weniger Wochen mehr als 130.000 wahrscheinliche Infektionen gemeldet. Da es gegen Dengue keine allgemeine Reiseprophylaxe gibt, ist konsequenter Mückenschutz auch tagsüber entscheidend. Zu Dengue-Impfoptionen berät die Reisemedizin individuell.
Ein weiteres Thema ist Gelbfieber: Für bestimmte Regionen Brasiliens – darunter das Amazonasgebiet und weite Teile des Landesinneren – wird eine Gelbfieber-Impfung empfohlen; 2025/2026 traten unter anderem im Bundesstaat São Paulo bestätigte Fälle auf. Ob die Impfung für Ihre Route nötig ist und ob bei der Ein- oder Weiterreise ein Impfnachweis verlangt wird, klären Sie vor der Reise mit einer Gelbfieber-Impfstelle. Achten Sie außerdem auf Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene sowie ausreichenden Sonnen- und Insektenschutz.
Erkranken Sie während oder bis zu mehreren Monaten nach der Reise an Fieber, grippeähnlichen Beschwerden oder Schüttelfrost, suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe und erwähnen Sie den Brasilien-Aufenthalt. Bei Plasmodium vivax können Symptome mit deutlicher Verzögerung auftreten. Welche Anzeichen typisch sind, lesen Sie auf unserer Seite zu den Symptomen.
Häufige Fragen zu Malaria in Brasilien
Braucht man für Rio Malariaprophylaxe?
Nein. Rio de Janeiro gilt wie São Paulo, Salvador, Brasília und die gesamte Atlantikküste als malariafrei. Für einen Aufenthalt in Rio ist keine Malariaprophylaxe erforderlich – empfehlenswert bleibt jedoch ein guter Mückenschutz, vor allem wegen des landesweit verbreiteten Dengue-Fiebers.
Welche Malariaform kommt in Brasilien vor?
Im Amazonasbecken überwiegt Plasmodium vivax (Malaria tertiana), die rund 80 Prozent der Fälle ausmacht. Daneben tritt Plasmodium falciparum auf, der Erreger der gefährlichen Malaria tropica, dessen Anteil in einzelnen Hochrisikogebieten erhöht ist. Beide erfordern eine ärztliche Abklärung bei Fieber.
Ab wann sollte ich mich reisemedizinisch beraten lassen?
Idealerweise vier bis sechs Wochen vor der Abreise. So bleibt genug Zeit, nötige Impfungen wie Gelbfieber rechtzeitig zu verabreichen und eine passende Malariastrategie für Ihre konkrete Route festzulegen. Bei kurzfristigen Reisen lohnt sich die Beratung trotzdem, da einiges auch noch später möglich ist.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle reisemedizinische Beratung. Malaria-Risiko, Prophylaxe-Empfehlung und passende Medikamente hängen von Ihrer konkreten Reiseroute, Aufenthaltsdauer und Ihrem Gesundheitszustand ab. Diese Seite nennt bewusst keine individuellen Dosierungen. Lassen Sie sich vor Reisen ins Amazonasgebiet rechtzeitig bei einer reisemedizinischen oder tropenmedizinischen Beratungsstelle beraten. Stand der Angaben: 2026.