Costa Rica gilt als nahezu malariafrei: Das Restrisiko ist sehr gering und beschränkt sich auf einzelne ländliche Gebiete im Norden und in der Karibik-Tiefebene (Provinz Limón). Die klassischen Touristenrouten sind praktisch malariafrei. Deutlich relevanter für Reisende ist landesweit das Dengue-Fieber.
| Malaria-Risiko | Sehr gering und stark regional begrenzt; landesweit stark rückläufig (2025 nur einzelne autochthone Fälle) |
| Geringes Restrisiko | Karibik-Tiefebene / Provinz Limón (u. a. Matina) sowie nördliche Grenzregion zu Nicaragua (Huetar Norte, z. B. Los Chiles); Grenzgebiet zu Panama |
| Praktisch malariafrei | San José, Zentraltal, Pazifikküste, Vulkane (Arenal), Monteverde, Manuel Antonio, Corcovado, Orte über ca. 1.500 m |
| Empfohlener Schutz | Für Standard- und Rundreisen keine medikamentöse Prophylaxe; konsequenter Mückenschutz genügt |
| Haupterreger | Überwiegend Plasmodium vivax (chloroquinsensibel); vereinzelt P. falciparum in der Karibik-Region |
| Weitere Mückenkrankheiten | Dengue (landesweit verbreitet, alle vier Serotypen), zusätzlich Chikungunya und Zika |
Gibt es in Costa Rica Malaria?
Ja, Costa Rica ist offiziell weiterhin ein Malaria-Land, doch das Risiko ist sehr gering und der Trend deutlich rückläufig. Nach jahrelangen Eliminierungsanstrengungen zählte das Land 2025 nur noch eine einstellige bis niedrige zweistellige Zahl an lokal erworbenen Fällen – ein Rückgang um rund 97 Prozent gegenüber dem Ausbruchsjahr 2023. Übertragung findet nur noch in wenigen abgelegenen Herden statt, nicht flächendeckend. Für die meisten Urlauberinnen und Urlauber besteht daher praktisch keine Gefahr, sich mit Malaria zu infizieren. Wichtig zu wissen: Malaria kündigt sich mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen an, die erst nach der Rückkehr auftreten können. Bei Fieber innerhalb von Wochen bis Monaten nach einer Tropenreise sollte ärztlich immer an Malaria gedacht werden.
Wo besteht ein Restrisiko?
Das verbliebene, geringe Malaria-Risiko konzentriert sich auf einzelne ländliche Tiefland-Gebiete. Betroffen sind vor allem die Karibik-Tiefebene in der Provinz Limón (etwa der Kanton Matina) sowie die nördliche Grenzregion zu Nicaragua (Region Huetar Norte, z. B. der Distrikt Los Chiles und die Umgebung von Cutris). Auch das Grenzgebiet zu Panama zählt zu den Regionen mit theoretischem Restrisiko. In diesen Herden überwiegt der Erreger Plasmodium vivax, der auf das Medikament Chloroquin anspricht; in der Karibik-Region wurden zuletzt vereinzelt auch P. falciparum-Fälle registriert. Wer sich über die genaue Verbreitung informieren möchte, findet weitere Details in unserer Übersicht zu den Malaria-Risikogebieten. Städtische Gebiete, Höhenlagen und die touristischen Kernregionen gelten dagegen als malariafrei.
Sind die typischen Reiserouten sicher?
Ja. Die klassischen Costa-Rica-Routen führen fast ausschließlich durch malariafreie Gebiete. Wer über die Hauptstadt San José einreist, das Zentraltal erkundet, den Vulkan Arenal oder Monteverde besucht, an der Pazifikküste Urlaub macht oder Nationalparks wie Manuel Antonio und Corcovado bereist, bewegt sich in Regionen mit sehr geringem bis keinem Malaria-Risiko. Höher gelegene Orte über etwa 1.500 Metern sind ohnehin frei von der übertragenden Anopheles-Mücke. Selbst ein Abstecher an die Karibikküste rund um Puerto Viejo oder Tortuguero bedeutet für Kurzreisende nur ein minimales Restrisiko. Eine reisemedizinische Vorsorge über den allgemeinen Mückenschutz hinaus ist für diese Standardrouten nicht erforderlich.
Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Costa Rica?
Für Standard- und Rundreisen lautet die klare Antwort: nein. Deutsche und österreichische reisemedizinische Fachstellen empfehlen für den touristischen Normalfall weder eine medikamentöse Chemoprophylaxe noch eine Notfall-Selbstbehandlung (Stand-by). Angesichts der sehr niedrigen Fallzahlen genügt konsequenter Mückenschutz. Nur wer sich längere Zeit gezielt in einem der wenigen ländlichen Herde in Limón oder im nördlichen Grenzland aufhält, sollte individuell abwägen, ob eine Prophylaxe oder ein Stand-by-Medikament sinnvoll ist. Diese Entscheidung gehört in eine persönliche reisemedizinische Beratung – Angaben zu Prophylaxe-Medikamenten und Wirkstoffgruppen finden Sie zur Orientierung auf unserer Seite, individuelle Dosierungen legt jedoch stets die behandelnde Ärztin oder der Arzt fest. Allgemeine Grundlagen erklären wir unter Malaria-Vorbeugung.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen (auch Dengue)?
Der Mückenschutz ist in Costa Rica die wichtigste Gesundheitsmaßnahme – vor allem wegen Dengue, das landesweit ein deutlich größeres Reiserisiko als Malaria darstellt. Die Dengue-Mücke (Aedes) sticht bevorzugt tagsüber, die Malaria-Mücke (Anopheles) in der Dämmerung und nachts. Effektiver Schutz deckt daher den ganzen Tag ab: Tragen Sie ein Repellent mit DEET oder Icaridin auf unbedeckte Haut auf, wählen Sie helle, körperbedeckende Kleidung, und nutzen Sie in einfachen Unterkünften Moskitonetze oder Klimaanlage. Da in Costa Rica alle vier Dengue-Serotypen zirkulieren und zusätzlich Chikungunya und Zika übertragen werden, ist dieser konsequente Stichschutz für alle Reisenden sinnvoll – unabhängig von der Region.
Weitere Gesundheitstipps
Costa Rica verfügt über ein gutes Gesundheitssystem; dennoch gehören einige Vorbereitungen zu jeder Reise. Empfohlen werden ein aktueller Impfschutz nach deutschem Standard (u. a. Tetanus, Diphtherie, Polio, Masern) sowie je nach Reiseprofil Hepatitis A und ggf. Hepatitis B und Typhus. Eine Gelbfieber-Impfung ist in Costa Rica selbst nicht nötig – sie kann aber bei der Einreise verlangt werden, wenn Sie zuvor ein Gelbfieber-Endemiegebiet in Südamerika oder Afrika bereist haben. Achten Sie außerdem auf sichere Trinkwasserquellen, Sonnen- und Hitzeschutz sowie eine kleine Reiseapotheke. Schließen Sie eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ab und lassen Sie sich vor Fernreisen frühzeitig reisemedizinisch beraten.
Ist Costa Rica ohne Malariaprophylaxe sicher?
Für normale Urlaubs- und Rundreisen ja. Bei den sehr niedrigen Fallzahlen und dem Fehlen von Malaria auf den touristischen Kernrouten ist keine vorbeugende Medikamenteneinnahme nötig; gründlicher Mückenschutz reicht aus.
Welche Malaria-Erreger kommen in Costa Rica vor?
Ganz überwiegend Plasmodium vivax, der auf Chloroquin anspricht. In der Karibik-Region wurden zuletzt vereinzelt auch Fälle des gefährlicheren Plasmodium falciparum gemeldet.
Ist Dengue in Costa Rica gefährlicher als Malaria?
Als Reiserisiko ja. Dengue ist landesweit verbreitet, alle vier Serotypen zirkulieren, und die tagaktive Überträgermücke ist in Städten wie an den Küsten präsent. Konsequenter Mückenschutz ist deshalb für alle Reisenden die zentrale Empfehlung.
Hinweis: Dieser Text bietet allgemeine, reisemedizinische Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Malaria- und Infektionslage kann sich kurzfristig ändern. Lassen Sie Ihren individuellen Schutz sowie Impfungen und eine mögliche Prophylaxe rechtzeitig vor der Reise in einer reisemedizinischen Sprechstunde oder bei einem Tropeninstitut abklären.