Ghana zählt zu den Ländern mit hohem, ganzjährigem Malariarisiko im gesamten Staatsgebiet – auch in Accra, Kumasi, Cape Coast und an der Küste. Für Reisende sind Mückenschutz und eine Chemoprophylaxe zwingend, dazu gilt eine Gelbfieber-Impfpflicht bei der Einreise.
| Malaria-Risiko | Hoch, ganzjährig und landesweit |
| Verbreitung | Gesamtes Land inkl. Städte (Accra, Kumasi, Cape Coast) und Küste |
| Risikoärmere Gebiete | Praktisch keine – auch urbane Zentren sind betroffen |
| Saison | Ganzjährig, Regenzeiten (April–Juni, September–November) verstärken die Übertragung |
| Empfohlener Schutz | Mückenschutz plus Chemoprophylaxe (zwingend) |
| Haupterreger | Plasmodium falciparum (über 95 %, Malaria tropica) |
| Pflichtimpfung | Gelbfieber – Nachweis bei Einreise erforderlich |
Gibt es in Ghana Malaria?
Ja. In Ghana besteht ein ganzjähriges, hohes Malariarisiko im gesamten Land – ohne nennenswerte Ausnahmen. Anders als in vielen anderen Reiseländern beschränkt sich die Übertragung nicht auf ländliche Regionen: Auch die Großstädte Accra und Kumasi sowie die Küstenorte wie Cape Coast liegen im Risikogebiet. Ghana gehört zu den westafrikanischen Ländern mit besonders hoher Übertragungsintensität und zählt weltweit zu den Staaten mit der größten Malaria-Krankheitslast. Wer nach Ghana reist, sollte die Erkrankung deshalb ernst nehmen und sich vor Reiseantritt gezielt vorbereiten. Einen Überblick über gefährdete Länder finden Sie in unserer Übersicht der Malaria-Risikogebiete.
Wie hoch ist das Risiko?
Das Risiko ist hoch. Ghana liegt in der Zone mit sehr hoher Übertragungsintensität, die für weite Teile Westafrikas typisch ist. Das bedeutet: Bereits ein einzelner Aufenthalt ohne Schutz kann zu einer Infektion führen, und schon wenige Mückenstiche genügen. Der weit überwiegende Anteil der Infektionen – über 95 Prozent – wird durch Plasmodium falciparum verursacht, den Erreger der gefährlichen Malaria tropica. Diese Form kann unbehandelt innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich verlaufen. Das Risiko besteht das ganze Jahr über; während und nach den beiden Regenzeiten (etwa April bis Juni sowie September bis November) steigt die Zahl der übertragenden Mücken zusätzlich an. Auch in den Städten ist das Risiko real, da die überträgerischen Anopheles-Mücken dort ebenfalls vorkommen. Erste Krankheitszeichen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost erkennen Sie auf unserer Seite zu den Symptomen.
Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Ghana?
Ja, für Ghana ist eine medikamentöse Chemoprophylaxe zwingend empfohlen – zusätzlich zum konsequenten Mückenschutz. In Hochrisikogebieten wie Ghana raten Fachgesellschaften und das Auswärtige Amt ausdrücklich zur vorbeugenden Tabletteneinnahme, weil das Infektionsrisiko ganzjährig hoch ist und die Malaria tropica schwer verläuft. Die alleinige Expositionsprophylaxe (Mückenschutz) reicht in Ghana nicht aus. Welches Präparat für Sie infrage kommt, hängt von Reisedauer, Vorerkrankungen und weiteren Medikamenten ab und sollte rechtzeitig – idealerweise mehrere Wochen vor Abreise – in einer reisemedizinischen Beratung geklärt werden. Grundlagen und Hinweise zur richtigen Vorbereitung finden Sie unter Malaria-Vorbeugung. Eine ärztliche Beratung ersetzt dieser Text ausdrücklich nicht.
Welches Medikament wird empfohlen?
Für Ghana werden in der Reisemedizin vor allem zwei Wirkstoffe zur Chemoprophylaxe eingesetzt: die Kombination Atovaquon-Proguanil sowie Doxycyclin. Beide gelten als gut geeignet für Reisen in Hochrisikogebiete Westafrikas. Atovaquon-Proguanil wird häufig als gut verträglich beschrieben und muss nach der Rückkehr nur noch wenige Tage weiter eingenommen werden; Doxycyclin ist eine bewährte, kostengünstigere Alternative, die auch gegen andere Erkrankungen wirksam ist. Welches Mittel im Einzelfall passt und wie die Einnahme zeitlich gestaltet wird, entscheidet die reisemedizinische Beratung – abhängig von individuellen Faktoren. Konkrete Dosierungen nennen wir hier bewusst nicht. Einen neutralen Überblick über die Wirkstoffe bietet unsere Seite zu den Prophylaxe-Medikamenten.
Schützt die neue Malariaimpfung Reisende?
Nein. Ghana war eines der ersten Länder weltweit, das die Malariaimpfung RTS,S in sein nationales Impfprogramm aufgenommen hat – ein wichtiger Fortschritt im Kampf gegen die Erkrankung. Diese Impfung richtet sich jedoch ausschließlich an Kleinkinder in Endemiegebieten, die dauerhaft dort leben und wiederholt der Infektion ausgesetzt sind. Sie senkt bei diesen Kindern die Zahl schwerer Verläufe und Todesfälle deutlich. Für erwachsene Reisende ist die Impfung kein Reiseschutz und ersetzt weder die Chemoprophylaxe noch den Mückenschutz. Wer nach Ghana reist, muss sich daher unverändert mit Tabletten und konsequentem Schutz vor Mückenstichen absichern.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?
Der Schutz vor Mückenstichen (Expositionsprophylaxe) ist die Grundlage jeder Malariavorbeugung und in Ghana besonders wichtig, weil die übertragenden Anopheles-Mücken vor allem in der Dämmerung und nachts stechen. Bewährt haben sich: das Auftragen wirksamer Mückenschutzmittel auf unbedeckte Haut, lange, helle Kleidung am Abend, der Aufenthalt in mückensicheren oder klimatisierten Räumen sowie ein imprägniertes Moskitonetz über dem Bett. Auch imprägnierte Kleidung kann sinnvoll sein. Diese Maßnahmen wirken zusätzlich gegen andere durch Mücken übertragene Krankheiten wie Denguefieber. Weitere praktische Hinweise finden Sie unter Malaria-Vorbeugung.
Häufige Fragen zu Malaria in Ghana
Ist für Ghana eine Gelbfieber-Impfung Pflicht?
Ja. Ghana verlangt bei der Einreise den Nachweis einer gültigen Gelbfieber-Impfung; ausgenommen sind in der Regel nur Säuglinge unter neun Monaten. Die Impfung ist von der Malariaprophylaxe unabhängig und ersetzt diese nicht. Lassen Sie den Impfnachweis rechtzeitig in einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle eintragen.
Gibt es in Ghana malariafreie Gebiete?
Nein, praktisch nicht. Das hohe Risiko besteht landesweit und ganzjährig, einschließlich der Großstädte und der Küstenregion. Anders als in einigen anderen Ländern gibt es in Ghana keine nennenswerten risikoärmeren Zonen, in denen auf Schutzmaßnahmen verzichtet werden könnte.
Was tue ich bei Fieber nach der Rückkehr aus Ghana?
Fieber nach einer Ghana-Reise ist immer ein Notfallverdacht auf Malaria – auch dann, wenn Sie eine Prophylaxe eingenommen haben. Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf und weisen Sie auf Ihren Aufenthalt in Ghana hin. Symptome können noch Wochen bis Monate nach der Rückkehr auftreten.
Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder reisemedizinische Beratung. Lassen Sie sich vor Ihrer Reise nach Ghana rechtzeitig persönlich beraten. Angaben ohne Gewähr, Stand 2026.