In Guinea-Bissau besteht landesweit und ganzjährig ein hohes Malariarisiko, überwiegend durch den gefährlichen Erreger Plasmodium falciparum. Betroffen ist das gesamte Land einschließlich der Hauptstadt Bissau und des beliebten Bijagós-Archipels. Das Risiko steigt in der Regenzeit weiter an. Für Reisen nach Guinea-Bissau wird neben konsequentem Mückenschutz in der Regel eine Chemoprophylaxe empfohlen.
| Malaria-Risiko | Hoch, ganzjährig, landesweit (auch in gehobenen Unterkünften) |
| Haupterreger | Plasmodium falciparum (überwiegend), daneben P. vivax; chloroquinresistent |
| Betroffene Gebiete | Gesamtes Land inkl. Bissau und Bijagós-Inseln |
| Saison | Ganzjährig; erhöht während und nach der Regenzeit |
| Empfohlener Schutz | Chemoprophylaxe plus konsequente Expositionsprophylaxe |
| Weitere Mückenkrankheiten | Denguefieber, Gelbfieber (Impfung empfohlen) |
Gibt es in Guinea-Bissau Malaria?
Ja, Guinea-Bissau ist ein Malaria-Hochrisikoland. Der kleine westafrikanische Küstenstaat hat ein feuchtwarmes Tropenklima, das der Anopheles-Mücke ganzjährig gute Bedingungen bietet. Nach Einschätzung internationaler Gesundheitsbehörden besteht im gesamten Land ein hohes Risiko – ausdrücklich auch in gehobenen Unterkünften. Dominierender Erreger ist Plasmodium falciparum, der die lebensbedrohliche Malaria tropica auslöst; daneben kommt seltener Plasmodium vivax vor.
Da chloroquinresistente Erreger verbreitet sind, spielt die Wahl eines wirksamen Prophylaxemittels eine wichtige Rolle. Eine Einordnung weltweit bietet unsere Übersicht der Malaria-Risikogebiete und der Hub Malaria in Afrika.
Wo ist das Risiko am höchsten?
Das Risiko ist im ganzen Land hoch, sowohl auf dem Festland mit der Hauptstadt Bissau als auch auf den vorgelagerten Inseln. Gerade der Bijagós-Archipel, ein UNESCO-Biosphärenreservat und beliebtes Ziel für Natur- und Angelreisen, liegt vollständig im Malariagebiet – die abgelegene Insellage bietet keinen Schutz vor der Mücke.
Besonders hoch ist die Übertragung während und nach der Regenzeit, wenn Sümpfe, Flüsse und stehende Gewässer zahlreiche Brutplätze bieten. Aber auch in der Trockenzeit besteht ein relevantes Risiko, sodass für Reisen zu jeder Jahreszeit Vorsicht geboten ist.
Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Guinea-Bissau?
Für Reisen nach Guinea-Bissau wird in aller Regel eine durchgehende medikamentöse Chemoprophylaxe empfohlen. Wegen der Chloroquinresistenz kommen dafür vor allem Atovaquon-Proguanil und Doxycyclin in Betracht; als weitere Option nennen die Fachgesellschaften Mefloquin.
Alle diese Mittel sind verschreibungspflichtig. Welches im Einzelfall geeignet ist, hängt von Reisedauer, Vorerkrankungen und Verträglichkeit ab und gehört in eine ärztliche Beratung. Empfohlen wird zudem eine Gelbfieberimpfung. Eine Gegenüberstellung der Prophylaxe-Mittel finden Sie in unserem Vergleich der Prophylaxe-Medikamente, die Grundlagen erklärt die Seite zur Malaria-Vorbeugung.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?
Der konsequente Mückenschutz ist die wichtigste Basis – auch wenn Sie Tabletten einnehmen, denn kein Medikament wirkt zu 100 Prozent. Tragen Sie in der Dämmerung und nachts lange, helle Kleidung, verwenden Sie auf unbedeckter Haut ein Mittel mit DEET oder Icaridin und schlafen Sie unter einem imprägnierten Moskitonetz.
Da die Anopheles-Mücke vor allem abends und nachts sticht, ist der Schutz in diesen Stunden besonders wichtig. Treten nach der Rückkehr Fieber oder grippeähnliche Beschwerden auf, ist umgehend an Malaria zu denken – siehe Symptome.
Häufige Fragen zu Malaria in Guinea-Bissau
Ist der Bijagós-Archipel malariafrei?
Nein. Auch die Bijagós-Inseln liegen im Malariagebiet; die Insellage bietet keinen Schutz. Für Reisen dorthin wird in der Regel eine Chemoprophylaxe empfohlen.
Wann ist das Risiko am größten?
Während und nach der Regenzeit, wenn besonders viele Mücken brüten. Ganzjährig besteht jedoch landesweit ein hohes Risiko.
Welche Malaria-Form kommt vor?
Überwiegend die gefährliche Malaria tropica durch Plasmodium falciparum, seltener Plasmodium vivax. Wegen des hohen Risikos sind Chemoprophylaxe und Mückenschutz besonders wichtig.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Angaben zu Medikamenten stellen keine individuelle Dosierungsempfehlung dar. Nehmen Sie mehrere Wochen vor der Reise eine persönliche reisemedizinische Beratung wahr, um Prophylaxe und Impfschutz auf Ihre Reiseroute und Ihre Gesundheit abzustimmen.