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Malaria-Risikogebiete: Länder-Übersicht

Malaria in Guinea: Risiko, Gelbfieber & Prophylaxe

In Guinea (Guinea-Conakry) besteht ganzjährig und landesweit ein hohes Malariarisiko – auch in der Hauptstadt Conakry. Über 99 Prozent der Fälle gehen auf den gefährlichen Erreger Plasmodium falciparum zurück. Für Reisende sind konsequenter Mückenschutz und eine medikamentöse Chemoprophylaxe dringend erforderlich.

Malaria-RisikoHoch, ganzjährig
VerbreitungLandesweit in allen Landesteilen und Höhenlagen, einschließlich der Hauptstadt Conakry
Risikoärmere GebieteKeine sicher malariafreien Regionen; das zentrale Stadtgebiet von Conakry gilt als etwas geringer belastet, dennoch besteht auch dort ein relevantes Risiko
SaisonGanzjährig; Übertragung steigt in und nach der Regenzeit (etwa Mai bis November)
Empfohlener SchutzExpositionsschutz (Mückenschutz) plus medikamentöse Chemoprophylaxe
HaupterregerPlasmodium falciparum (Malaria tropica), über 99 % der Fälle; chloroquinresistent
Pflichtimpfung (Gelbfieber)Nachweis der Gelbfieberimpfung bei Einreise verpflichtend (Ausnahme: Säuglinge unter 9 Monaten)

Gibt es in Guinea Malaria?

Ja. Guinea zählt zu den Ländern mit dem höchsten Malariaaufkommen weltweit. Die Krankheit wird ganzjährig und landesweit übertragen – in allen Landesteilen, in ländlichen Regionen ebenso wie in Städten und in der Hauptstadt Conakry. Es gibt in Guinea keine Region, die als sicher malariafrei gelten kann. Übertragen wird der Erreger durch den Stich weiblicher Anopheles-Mücken, die vor allem in der Dämmerung und nachts stechen.

Der bei Weitem häufigste Erreger ist Plasmodium falciparum, der die gefährliche Malaria tropica auslöst. Diese Form kann unbehandelt innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich verlaufen. Wo Malaria grundsätzlich auftritt und wie die Risikozonen weltweit verteilt sind, zeigt unsere Übersicht der Malaria-Risikogebiete.

Wie hoch ist das Risiko?

Das Malariarisiko in Guinea ist hoch und besteht das ganze Jahr über. Damit gehört das Land in dieselbe Kategorie wie die meisten Staaten Westafrikas, in denen eine intensive, ganzjährige Übertragung stattfindet. Über 99 Prozent aller Infektionen entfallen auf Plasmodium falciparum, die potenziell tödliche Form der Malaria.

Die Übertragungsintensität schwankt saisonal: Während und nach der Regenzeit (etwa Mai bis November) finden Anopheles-Mücken besonders viele Brutgewässer, sodass das Risiko in dieser Phase am höchsten ist. In der Trockenzeit sinkt die Mückendichte, ein relevantes Ansteckungsrisiko bleibt jedoch bestehen. Ein weiterer wichtiger Punkt: In Guinea ist P. falciparum gegen das früher gebräuchliche Chloroquin resistent. Chloroquin und Hydroxychloroquin sind daher zur Vorbeugung ungeeignet und dürfen nicht eingesetzt werden.

Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Guinea?

Ja. Für Reisen nach Guinea wird eine medikamentöse Chemoprophylaxe zwingend empfohlen – und zwar zusätzlich zum Mückenschutz, nicht als Ersatz. Wegen des durchgängig hohen Risikos und der Dominanz von P. falciparum reicht der reine Expositionsschutz nicht aus. Die dauerhafte Einnahme eines geeigneten Prophylaxe-Medikaments über den gesamten Aufenthalt gilt für praktisch alle Reisenden als angezeigt.

Welches Präparat im Einzelfall passt, hängt von Reisedauer, Vorerkrankungen, weiteren Medikamenten und Verträglichkeit ab und sollte rechtzeitig – idealerweise vier bis sechs Wochen vor Abreise – ärztlich geklärt werden. Grundlagen und Wirkprinzip erklärt unsere Seite zur Malaria-Vorbeugung; einen Überblick über die zugelassenen Wirkstoffe bietet die Übersicht der Prophylaxe-Medikamente. Diese Seite ersetzt keine reisemedizinische Beratung.

Welches Medikament wird empfohlen?

Für Hochrisikogebiete wie Guinea kommen die klassischen, gut wirksamen Prophylaxe-Wirkstoffe infrage: Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin und Mefloquin. Alle drei bieten bei korrekter Einnahme einen zuverlässigen Schutz gegen die in Guinea vorherrschenden, chloroquinresistenten Erreger. Atovaquon-Proguanil und Doxycyclin gelten dabei im Allgemeinen als besonders gut verträglich.

Die Präparate unterscheiden sich in Einnahmeschema, Dauer der Nachnahme, möglichen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen. Deshalb gilt: Die Auswahl und Dosierung trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell – diese Seite nennt bewusst keine Dosierungen. Wichtig ist, das gewählte Medikament exakt nach Anweisung einzunehmen, auch die vorgeschriebene Zeit nach der Rückkehr, damit der Schutz lückenlos bleibt.

Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?

Der Expositionsschutz ist die erste und wichtigste Verteidigungslinie, denn kein Medikament bietet 100 Prozent Schutz. So senken Sie das Risiko, überhaupt gestochen zu werden:

  • Mückenschutzmittel (Repellentien) mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin auf alle unbedeckten Hautstellen auftragen und regelmäßig erneuern.
  • Lange, helle Kleidung tragen, die möglichst viel Haut bedeckt – besonders in der Dämmerung und nachts, wenn die Anopheles-Mücke aktiv ist.
  • Unter einem imprägnierten Moskitonetz schlafen, idealerweise mit Insektizid behandelt.
  • Räume mit Klimaanlage oder Ventilator sowie Fliegengitter an Fenstern und Türen nutzen.
  • Kleidung und Netze lassen sich zusätzlich mit permethrinhaltigen Mitteln imprägnieren.

Diese Maßnahmen schützen zugleich vor anderen durch Mücken übertragenen Krankheiten wie Dengue- oder Chikungunya-Fieber.

Weitere Gesundheitstipps

Neben der Malariavorsorge sollten Sie vor einer Guinea-Reise Ihren Impfschutz prüfen. Die Gelbfieberimpfung ist bei der Einreise verpflichtend und wird bei der Ankunft kontrolliert; ohne gültigen Impfnachweis („gelbes Impfbuch“) kann die Einreise verweigert werden. Ausgenommen sind in der Regel nur Säuglinge unter neun Monaten.

Empfohlen werden außerdem Impfungen gegen Hepatitis A und Poliomyelitis (Kinderlähmung); je nach Reisestil und Aufenthaltsdauer kommen Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Meningokokken (ACWY) sowie ein Schutz gegen Dengue infrage. Achten Sie zudem auf einen vollständigen Standardimpfschutz nach STIKO-Kalender (u. a. Masern, Diphtherie, Tetanus). Trinken Sie nur abgefülltes oder abgekochtes Wasser, achten Sie auf sorgfältige Lebensmittelhygiene, und suchen Sie bei Fieber während oder bis zu mehrere Monate nach der Reise umgehend ärztliche Hilfe – die Symptome einer Malaria ähneln anfangs oft einer Grippe. Die medizinische Versorgung außerhalb Conakrys ist begrenzt, weshalb eine gute Reiseapotheke und eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport wichtig sind.

Häufige Fragen zu Malaria in Guinea

Ist Conakry malariafrei?

Nein. Auch in der Hauptstadt Conakry besteht ein Malariarisiko. Zwar gilt das dicht bebaute Stadtzentrum als etwas geringer belastet als das Umland, doch eine sichere Malariafreiheit ist nicht gegeben. Für Aufenthalte in Conakry werden Mückenschutz und Chemoprophylaxe daher weiterhin empfohlen.

Wann ist das Malariarisiko in Guinea am höchsten?

Das Risiko besteht ganzjährig, ist aber während und nach der Regenzeit von etwa Mai bis November am höchsten, weil sich die Mücken dann besonders stark vermehren. In der Trockenzeit ist das Risiko geringer, aber nicht null.

Kann ich Chloroquin zur Vorbeugung nehmen?

Nein. In Guinea ist der Malariaerreger gegen Chloroquin resistent. Chloroquin und Hydroxychloroquin bieten keinen ausreichenden Schutz und werden zur Prophylaxe nicht eingesetzt. Stattdessen kommen moderne Wirkstoffe wie Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin oder Mefloquin zum Einsatz.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle reisemedizinische Beratung. Auswahl, Dosierung und Verträglichkeit einer Malariaprophylaxe sowie der aktuelle Impfstatus müssen vor der Reise mit einer Ärztin oder einem Arzt bzw. einer reisemedizinischen Beratungsstelle abgeklärt werden. Einreise- und Impfbestimmungen können sich kurzfristig ändern.