In Guyana besteht regional ein hohes Malariarisiko: betroffen ist vor allem das Landesinnere (Interior) mit Regenwald-, Savannen- und Goldminen-Regionen. Die Küste und die Hauptstadt Georgetown gelten als deutlich risikoärmer bis weitgehend frei. Landesweit kommt zudem Dengue-Fieber vor.
Guyana an der Nordostküste Südamerikas ist ein tropisches Reiseland mit dichtem Amazonas-Regenwald, weiten Savannen und dünn besiedeltem Hinterland. Wer über die Küstenebene hinaus ins Interior reist, bewegt sich in einem echten Malariagebiet. Diese Seite fasst die aktuelle Einschätzung (2026) für Reisende zusammen – sie ersetzt keine persönliche reisemedizinische Beratung, sondern hilft Ihnen, gut vorbereitet in das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu gehen.
| Malaria-Risiko | Regional hoch – ganzjährig im Landesinneren (Interior); an der Küste deutlich geringer bis weitgehend frei |
| Risikogebiete | Interior mit Regenwald, Savannen (Rupununi) und Gold-/Bergbau-Regionen: u. a. Barima-Waini, Cuyuni-Mazaruni, Potaro-Siparuni, Upper Takutu-Upper Essequibo (Regionen 1, 7, 8, 9) |
| Risikoärmere Gebiete | Küstenebene und Hauptstadt Georgetown – hier meist keine Prophylaxe empfohlen, Mückenschutz genügt |
| Empfohlener Schutz | Interior: Chemoprophylaxe oder Notfallmedikament (Standby) nach reisemedizinischer Beratung; überall konsequenter Mückenschutz |
| Haupterreger | Plasmodium vivax (überwiegend, ca. 60 % der Fälle) und Plasmodium falciparum (ca. 40 %, gefährlichste Form) |
| Weitere Mückenkrankheiten | Dengue-Fieber (landesweit, ganzjährig); außerdem Chikungunya, Zika und Gelbfieber |
Gibt es in Guyana Malaria?
Ja, in Guyana gibt es Malaria – und das Risiko ist regional durchaus hoch. Übertragen wird die Krankheit durch den nachtaktiven Stich der weiblichen Anopheles-Mücke. Das Besondere in Guyana: Das Risiko verteilt sich sehr ungleich über das Land. Im dünn besiedelten Landesinneren mit Regenwald und Goldminen ist Malaria ganzjährig endemisch, während die dicht bevölkerte Küste mit der Hauptstadt Georgetown deutlich risikoärmer ist. Ein Großteil aller landesweiten Malariafälle entfällt auf die Hinterland-Regionen; treibende Faktoren sind der informelle Gold- und Holzbergbau, in dessen Camps sich die Krankheit besonders leicht ausbreitet.
Anders als in vielen afrikanischen Ländern dominiert in Guyana nicht die gefährlichste Malariaform. Rund 60 % der Erkrankungen gehen auf Plasmodium vivax (Malaria tertiana) zurück, etwa 40 % auf das gefährlichere Plasmodium falciparum (Malaria tropica). Beide Erreger sind ernst zu nehmen: P. falciparum kann unbehandelt rasch lebensbedrohlich verlaufen, P. vivax kann noch Wochen bis Monate nach der Reise Rückfälle auslösen. Mehr Hintergrund finden Sie auf unserer Übersicht der Malaria-Risikogebiete.
Welche Regionen sind betroffen?
Betroffen ist vor allem das Landesinnere („Interior“), also die tropischen Regenwald- und Savannengebiete abseits der Küste. Ein ganzjährig hohes Risiko besteht insbesondere in den Hinterland-Regionen im Westen, Süden und Zentrum des Landes – dazu zählen unter anderem Barima-Waini (Region 1), Cuyuni-Mazaruni (Region 7), Potaro-Siparuni (Region 8) und Upper Takutu-Upper Essequibo (Region 9) mit den Rupununi-Savannen.
Besonders exponiert sind Reisende, die sich in oder nahe von Gold- und Bergbaugebieten aufhalten, ebenso Aufenthalte in Regenwald-Lodges, Iwokrama oder abgelegenen indigenen Dörfern. Wer klassische Naturreise-Ziele wie die Kaieteur-Wasserfälle oder mehrtägige Dschungel- und Flusstouren plant, sollte diese Aufenthalte als Risikoreisen ins Interior einstufen und die Vorsorge entsprechend mit einem Reisemediziner abstimmen. Details zur richtigen Vorbereitung bündelt unsere Seite zur Malaria-Vorbeugung.
Ist Georgetown/die Küste sicherer?
Ja. Die Küstenebene, in der ein Großteil der Bevölkerung lebt, und die Hauptstadt Georgetown gelten als deutlich risikoärmer bis weitgehend malariafrei. Für reine Städtereisen oder Aufenthalte, die sich auf Georgetown und den Küstenstreifen (etwa New Amsterdam) beschränken, wird in der Regel keine medikamentöse Malariaprophylaxe empfohlen – hier steht der konsequente Schutz vor Mückenstichen im Vordergrund.
Wichtig ist jedoch: „Risikoärmer“ bedeutet nicht risikofrei. Sobald Sie von der Küste ins Interior reisen – und sei es nur für einen Abstecher zu einer Lodge oder einem Wasserfall –, ändert sich die Lage grundlegend. Und selbst an der Küste bleibt das Dengue-Risiko bestehen, das von tagaktiven Mücken übertragen wird. Mückenschutz ist deshalb landesweit sinnvoll, unabhängig von der Malariasituation.
Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Guyana?
Das hängt entscheidend von Ihrer Reiseroute ab. Für Reisen ins Landesinnere (Interior, Regenwald- und Bergbauregionen) wird nach individueller reisemedizinischer Beratung entweder eine medikamentöse Chemoprophylaxe oder das Mitführen eines Notfallmedikaments (Standby-Therapie) empfohlen. Für Aufenthalte, die sich auf Georgetown und die Küste beschränken, genügt in der Regel konsequenter Mückenschutz.
Ob durchgehende Prophylaxe oder Standby sinnvoller ist, richtet sich nach Reisedauer, Aufenthaltsort, Entfernung zur nächsten medizinischen Versorgung und Ihren persönlichen Gesundheitsfaktoren. Welche Wirkstoffe grundsätzlich eingesetzt werden, erklären wir neutral auf unserer Seite zu den Prophylaxe-Medikamenten. Wichtig: Auf dieser Seite geben wir bewusst keine individuellen Dosierungen an. Die Auswahl des passenden Mittels, die Einnahmedauer und die genaue Dosierung gehören ausschließlich in die Hände einer Ärztin oder eines Arztes mit reisemedizinischer Erfahrung – idealerweise vier bis sechs Wochen vor Abreise.
Keine Prophylaxe bietet einen hundertprozentigen Schutz. Deshalb gilt: Tritt während oder bis zu mehrere Monate nach der Reise Fieber auf, muss umgehend ärztlich eine Malaria abgeklärt werden. Wie sich eine Infektion äußert, lesen Sie auf unserer Seite zu den Symptomen.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen (auch Dengue)?
Der Mückenschutz (Expositionsprophylaxe) ist die Basis jeder Vorsorge und schützt gleichzeitig vor Malaria und vor Dengue, Chikungunya und Zika. Da die Anopheles-Mücke vor allem nachts sticht, das Dengue übertragende Aedes-Insekt hingegen tagsüber, lohnt sich rund um die Uhr ein guter Schutz:
- Haut mit einem wirksamen Repellent (z. B. auf Basis von DEET oder Icaridin) einreiben und regelmäßig nachlegen.
- Lange, helle und möglichst weite Kleidung tragen, in Risikogebieten gegebenenfalls imprägniert.
- Unter einem imprägnierten Moskitonetz schlafen, besonders in Lodges und Camps im Interior.
- Nach Möglichkeit Räume mit Klimaanlage oder intakten Fliegengittern wählen.
- Stehende Wasseransammlungen in der Umgebung der Unterkunft meiden, da sie Aedes-Mücken anziehen.
Gegen Dengue gibt es keine allgemein empfohlene Reise-Impfung und keine vorbeugenden Tabletten – der Mückenschutz ist hier die wichtigste Maßnahme. Weitere Hinweise finden Sie in unserem Ratgeber zur Malaria-Vorbeugung.
Weitere Gesundheitstipps
Für Guyana ist die Gelbfieber-Impfung von großer Bedeutung: Sie wird für alle Reisenden empfohlen und bei Einreise aus bestimmten Ländern auch verlangt – klären Sie den aktuellen Status rechtzeitig ab. Sinnvoll sind außerdem die Standardimpfungen (Tetanus, Diphtherie, Polio, Masern) sowie je nach Reisestil Hepatitis A und B, Typhus und Tollwut. Achten Sie auf sichere Trink- und Nahrungsmittelhygiene, ausreichend Flüssigkeit bei tropischer Hitze und einen konsequenten Sonnenschutz. Für Aufenthalte im abgelegenen Interior empfiehlt sich eine gut sortierte Reiseapotheke sowie eine Auslandskrankenversicherung, die im Ernstfall auch einen Rücktransport abdeckt. Lassen Sie sich frühzeitig reisemedizinisch beraten – so können Impfungen, Malariavorsorge und individuelle Risiken gemeinsam geplant werden.
Häufige Fragen zu Malaria in Guyana
Ist ganz Guyana ein Malariagebiet?
Nein. Das hohe Malariarisiko konzentriert sich auf das Landesinnere mit Regenwald-, Savannen- und Bergbauregionen. Die Küste und die Hauptstadt Georgetown gelten als deutlich risikoärmer bis weitgehend frei, sodass sich Vorsorgeempfehlungen stark nach der geplanten Route unterscheiden.
Muss ich für eine reine Georgetown-Reise Malariatabletten nehmen?
In der Regel nicht. Für Aufenthalte, die auf Georgetown und die Küste beschränkt bleiben, wird meist keine medikamentöse Prophylaxe empfohlen – hier steht konsequenter Mückenschutz im Vordergrund, auch wegen Dengue. Ob im Einzelfall etwas anderes gilt, klärt die reisemedizinische Beratung.
Warum ist der Malaria-Erreger P. vivax in Guyana besonders relevant?
Weil Plasmodium vivax in Guyana die häufigste Malariaform ist. Dieser Erreger kann in der Leber ruhende Formen bilden und noch Wochen bis Monate nach der Reise Rückfälle auslösen. Deshalb sollte Fieber auch lange nach der Rückkehr immer ärztlich als mögliche Malaria abgeklärt werden.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Malaria-Empfehlungen und Einreisebestimmungen können sich ändern. Lassen Sie sich vor Ihrer Reise nach Guyana rechtzeitig reisemedizinisch beraten und prüfen Sie die aktuellen Hinweise offizieller Stellen wie des Auswärtigen Amts, der DTG und der WHO.