Das Malaria-Risiko in Indonesien ist stark regional: Bali, Java (inklusive Jakarta und Yogyakarta) und die großen Touristenzentren gelten als praktisch malariafrei, nur mit minimalem Restrisiko. Ein hohes Risiko besteht dagegen in Ost-Indonesien, vor allem in den Provinzen Papua und West-Papua sowie auf der Insel Sumba. Für Bali und Java genügt in der Regel konsequenter Mückenschutz.
| Malaria-Risiko | Ganzjährig, sehr stark regional unterschiedlich (von praktisch null bis hoch) |
| Hochrisikogebiete | Papua und West-Papua (Ost-Indonesien, Insel Neuguinea), Insel Sumba; über 90 % der landesweiten Fälle stammen aus der Region Papua |
| Mittleres/geringes Risiko | Molukken, Flores, Timor, Kalimantan (Borneo), Teile von Sulawesi und Lombok/Nusa Tenggara |
| Malariafreie Gebiete | Bali, Java (inkl. Jakarta, Yogyakarta), Sumatra sowie Großstädte gelten als praktisch malariafrei (minimales Restrisiko) |
| Empfohlener Schutz | Bali/Java: konsequenter Mückenschutz; Papua/Ost-Indonesien & Sumba: zusätzlich medikamentöse Chemoprophylaxe |
| Haupterreger | Plasmodium falciparum und Plasmodium vivax (Chloroquin-Resistenz verbreitet) |
| Weitere Mückenkrankheiten | Dengue-Fieber landesweit verbreitet (auch auf Bali und Java), dazu Chikungunya und Japanische Enzephalitis |
Gibt es in Indonesien Malaria?
Ja, in Indonesien gibt es Malaria, allerdings ist das Risiko extrem ungleich verteilt. Der weitaus größte Teil der Fälle konzentriert sich auf den äußersten Osten des Landes: Allein die Region Papua trägt über 90 Prozent der landesweit gemeldeten Malariafälle. In den klassischen Urlaubsregionen wie Bali und Java ist das Risiko dagegen praktisch null. Übertragen wird die Krankheit ganzjährig durch nachtaktive Anopheles-Mücken. Welche Malaria-Risikogebiete Sie tatsächlich betreffen, hängt daher vollständig von Ihrer konkreten Reiseroute ab. Wer nur die touristischen Hauptinseln besucht, bewegt sich in einem faktisch malariafreien Umfeld, während eine Reise nach Ost-Indonesien eine grundlegend andere Vorbereitung erfordert.
Ist Bali malariafrei?
Ja, Bali gilt reisemedizinisch als praktisch malariafrei; das gilt ebenso für Java mit Jakarta und Yogyakarta sowie für Sumatra und die großen Städte. Führende reisemedizinische Institutionen wie das Centrum für Reisemedizin (CRM) und die Deutsche Gesellschaft für Tropen- und Reisemedizin (DTG) stufen diese Regionen so niedrig ein, dass eine medikamentöse Malaria-Vorbeugung hier nicht empfohlen wird. Für einen reinen Bali- oder Java-Urlaub genügt deshalb konsequenter Mückenschutz. Wichtig ist dennoch: Auf Bali und Java ist das Dengue-Fieber weit verbreitet und in den Regenmonaten (November bis April) besonders aktiv. Mückenschutz schützt Sie hier also vor allem gegen Dengue, das durch tagaktive Mücken übertragen wird, und deckt zugleich das minimale malariale Restrisiko ab.
Wo ist das Risiko hoch (Papua & Ost-Indonesien)?
Das hohe Malaria-Risiko konzentriert sich auf den Osten Indonesiens. Als Hochrisikogebiete gelten die Provinzen Papua und West-Papua (Insel Neuguinea) sowie die Insel Sumba. In den tiefer gelegenen Regionen Papuas ist die Übertragung ganzjährig intensiv; die jährliche Parasiten-Inzidenz erreicht dort stellenweise sehr hohe Werte. Ein mittleres bis geringes Risiko besteht darüber hinaus auf den Molukken, auf Flores und Timor, auf Kalimantan (Borneo) sowie in Teilen von Sulawesi und auf Lombok. Wer in diese Gebiete reist – insbesondere in ländliche Regionen, für Trekking oder abseits der Städte – sollte sich unbedingt individuell reisemedizinisch beraten lassen. Genaue Hinweise zur Malaria-Vorbeugung gehören für solche Routen zur Reisevorbereitung dazu.
Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Indonesien?
Das hängt von Ihrer Route ab. Für einen Urlaub auf Bali, Java, Sumatra oder in den Großstädten wird keine medikamentöse Chemoprophylaxe empfohlen – hier reicht konsequenter Mückenschutz aus. Reisen Sie dagegen nach Papua, West-Papua oder auf die Insel Sumba, empfehlen CRM und DTG neben dem Mückenschutz eine medikamentöse Malaria-Chemoprophylaxe. Für Gebiete mit mittlerem oder niedrigem Risiko (etwa Molukken, Flores, Kalimantan) kann statt der durchgehenden Einnahme auch eine sogenannte Notfallmedikation (Stand-by) in Frage kommen. Welche Option für Sie sinnvoll ist, klären Sie am besten 4 bis 6 Wochen vor Abreise in einer reisemedizinischen Sprechstunde. Einen Überblick über die verfügbaren Prophylaxe-Medikamente finden Sie auf unserer Übersichtsseite.
Welches Medikament wird empfohlen?
Für Reisen in die indonesischen Hochrisikogebiete kommen laut den Empfehlungen der reisemedizinischen Fachgesellschaften mehrere verschreibungspflichtige Wirkstoffe in Betracht. Häufig eingesetzt wird die Kombination Atovaquon-Proguanil, außerdem Doxycyclin und Mefloquin. Da in Indonesien Chloroquin-Resistenzen weit verbreitet sind, ist Chloroquin dort unwirksam und wird nicht mehr verwendet. Welcher Wirkstoff für Sie geeignet ist, hängt von individuellen Faktoren wie Vorerkrankungen, Verträglichkeit, Begleitmedikamenten und Reisedauer ab. Diese Seite nennt bewusst keine Dosierungen: Die Auswahl und Verordnung des passenden Medikaments gehört zwingend in ärztliche Hände. Lassen Sie sich in einer reisemedizinischen Beratung individuell verschreiben, was zu Ihrer Reise passt.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?
Konsequenter Mückenschutz ist die Basis für ganz Indonesien – auch auf Bali und Java, wo er vor allem gegen Dengue wirkt. Empfohlen werden: Hautrepellentien mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin, langärmelige, helle Kleidung, imprägnierte Moskitonetze über dem Bett sowie Räume mit Fliegengittern oder Klimaanlage. Beachten Sie, dass die Malaria-Mücken (Anopheles) vor allem in der Dämmerung und nachts stechen, während die Dengue-Mücken (Aedes) tagaktiv sind – Sie brauchen den Schutz also rund um die Uhr. Reduzieren Sie zusätzlich Brutstätten in Ihrer Umgebung, indem Sie stehendes Wasser vermeiden. Erste Anzeichen einer Infektion nach der Rückkehr sollten Sie ernst nehmen: Informieren Sie sich vorab über die typischen Symptome und suchen Sie bei Fieber ärztliche Hilfe.
Häufige Fragen zu Malaria in Indonesien
Braucht man für Bali Malariaprophylaxe?
Nein. Bali gilt als praktisch malariafrei, eine medikamentöse Malariaprophylaxe wird für einen reinen Bali-Urlaub nicht empfohlen. Wichtiger ist auf Bali der Schutz vor dem Dengue-Fieber, das dort verbreitet ist. Guter Mückenschutz deckt beide Aspekte ab.
Ist Malaria in Papua gefährlich?
Ja. Papua und West-Papua zählen zu den Hochrisikogebieten Indonesiens mit ganzjährig intensiver Übertragung. Vor allem die durch Plasmodium falciparum verursachte Malaria tropica kann ohne Behandlung schwer und lebensbedrohlich verlaufen. Für diese Regionen werden Mückenschutz und eine ärztlich verordnete Chemoprophylaxe empfohlen.
Muss ich Bali und Papua unterschiedlich vorbereiten?
Ja, deutlich. Für Bali und Java genügt konsequenter Mückenschutz. Für Papua, West-Papua oder Sumba sollten Sie sich zusätzlich reisemedizinisch beraten lassen und in der Regel eine Chemoprophylaxe mitnehmen. Bei kombinierten Reiserouten richtet sich die Empfehlung nach dem Gebiet mit dem höchsten Risiko.
Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Malariamedikamente sind verschreibungspflichtig; Auswahl, Dosierung und Eignung müssen individuell von einer reisemedizinisch erfahrenen Ärztin oder einem Arzt festgelegt werden. Lassen Sie sich idealerweise 4 bis 6 Wochen vor Abreise in einer reisemedizinischen Sprechstunde beraten. Aktuelle Angaben können sich ändern – prüfen Sie vor der Reise offizielle Quellen wie das Auswärtige Amt und die Deutsche Gesellschaft für Tropen- und Reisemedizin.