Kamerun ist ein Hochrisikoland für Malaria: Es besteht ein ganzjährig hohes Infektionsrisiko im gesamten Land, einschließlich Douala, Yaoundé, Küste und Regenwald. Über 99 % der Fälle gehen auf Plasmodium falciparum zurück. Empfohlen sind Mückenschutz und Chemoprophylaxe. Bei Einreise gilt eine Gelbfieber-Impfpflicht.
| Malaria-Risiko | Hoch, ganzjährig und landesweit |
|---|---|
| Verbreitung | Gesamtes Land inkl. Städte (Douala, Yaoundé), Küste und Regenwald |
| Risikoärmere Gebiete | Höhenlagen (z. B. um den Mount Cameroon), aber nicht risikofrei |
| Saison | Ganzjährig; erhöhtes Aufkommen in und nach der Regenzeit |
| Empfohlener Schutz | Konsequenter Mückenschutz plus Chemoprophylaxe |
| Haupterreger | Plasmodium falciparum (Malaria tropica, > 99 %) |
| Pflichtimpfung (Gelbfieber) | Ja, bei Einreise nachzuweisen (Ausnahme: Säuglinge unter 12 Monaten) |
Gibt es in Kamerun Malaria?
Ja. Kamerun zählt zu den Ländern mit der höchsten Malariabelastung weltweit. Das gesamte Staatsgebiet ist Endemiegebiet, und es besteht ein ganzjährig hohes Infektionsrisiko – auch in den großen Städten Douala und Yaoundé, an der atlantischen Küste sowie im tropischen Regenwald des Südens. Anders als in manchen ost- oder südafrikanischen Ländern, in denen sich das Risiko auf bestimmte Regionen beschränkt, ist in Kamerun praktisch das ganze Land betroffen. Nach Angaben der WHO wurden für Kamerun jährlich mehrere Millionen Malariafälle gemeldet; die Erkrankung gehört zu den häufigsten Ursachen für Krankheit und Tod, insbesondere bei Kleinkindern.
Für Reisende bedeutet das: Kamerun ist ein ausgewiesenes Malaria-Risikogebiet der höchsten Kategorie. Bereits ein kurzer Aufenthalt kann ausreichen, um sich zu infizieren, denn die übertragenden Anopheles-Mücken sind landesweit verbreitet und stechen bevorzugt in der Dämmerung und nachts.
Wie hoch ist das Risiko?
Das Risiko ist hoch und ganzjährig gegeben. Über 99 % der Malariafälle in Kamerun werden durch Plasmodium falciparum verursacht – den Erreger der gefährlichen Malaria tropica, die unbehandelt innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich verlaufen kann. Das Auswärtige Amt und reisemedizinische Fachstellen wie das Centrum für Reisemedizin (CRM) und das Tropeninstitut stufen das ganze Land als Hochrisikogebiet ein.
Ein gewisser saisonaler Unterschied besteht: Während und nach der Regenzeit steigt die Mückendichte und damit die Übertragungsrate an. Dennoch bleibt das Risiko auch in der Trockenzeit deutlich vorhanden – eine „sichere“ Reisezeit gibt es nicht. In Höhenlagen, etwa in der Umgebung des Mount Cameroon oder im westlichen Hochland, ist das Risiko tendenziell etwas geringer, weil die Mücken bei niedrigeren Temperaturen weniger aktiv sind. Risikofrei sind aber auch diese Gebiete nicht, sodass die Schutzmaßnahmen für die gesamte Reise gelten.
Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Kamerun?
Ja. Für Kamerun wird eine medikamentöse Chemoprophylaxe zusätzlich zum Mückenschutz zwingend empfohlen. Weil das Risiko hoch, ganzjährig und landesweit besteht und fast ausschließlich die gefährliche Malaria tropica auftritt, raten reisemedizinische Fachstellen bei Reisen nach Kamerun regelhaft zur durchgängigen Tabletteneinnahme – nicht lediglich zu einem Notfallmedikament für die Selbstbehandlung.
Die konkrete Wahl des Präparats, die genaue Einnahmedauer und die individuelle Abstimmung hängen von Faktoren wie Reisedauer, Route, Vorerkrankungen, weiteren Medikamenten und einer möglichen Schwangerschaft ab. Diese Beratung gehört in die Hände einer reisemedizinisch erfahrenen Ärztin oder eines Arztes und sollte rechtzeitig – idealerweise mehrere Wochen vor Abreise – erfolgen. Eine allgemeine Übersicht bietet unsere Seite zur Malaria-Vorbeugung. Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung und nennt bewusst keine individuellen Dosierungen.
Welches Medikament wird empfohlen?
Für Hochrisikogebiete wie Kamerun kommen als Chemoprophylaxe insbesondere zwei Wirkstoffe infrage, die in den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) genannt werden:
- Atovaquon-Proguanil – eine gut verträgliche Kombination, die kurz vor bis kurz nach der Reise eingenommen wird und sich auch für kürzere Aufenthalte eignet.
- Doxycyclin – eine kostengünstige Alternative, die allerdings die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen kann und in Deutschland für diese Anwendung nicht ausdrücklich zugelassen ist.
Welches der beiden Mittel im Einzelfall am besten passt, entscheidet die reisemedizinische Beratung. Kein Prophylaxe-Medikament bietet einen hundertprozentigen Schutz, und keines verhindert bei allen Malariaformen späte Rückfälle – der medikamentöse Schutz ersetzt daher nie den konsequenten Mückenschutz. Einen Überblick über die verfügbaren Wirkstoffe gibt unsere Seite zu den Prophylaxe-Medikamenten.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?
Der Mückenschutz (Expositionsprophylaxe) ist die erste und wichtigste Verteidigungslinie und wird in Kamerun immer zusätzlich zur Chemoprophylaxe empfohlen. Da die Anopheles-Mücke vor allem abends und nachts sticht, sind die Stunden nach Sonnenuntergang besonders kritisch. Bewährt haben sich:
- Ein wirksames Mückenschutzmittel (Repellent) auf unbedeckte Hautstellen auftragen, besonders in der Dämmerung und nachts.
- Langärmelige, helle Kleidung und lange Hosen tragen; Kleidung lässt sich zusätzlich imprägnieren.
- Unter einem imprägnierten Moskitonetz schlafen, wenn Fenster nicht mückensicher vergittert oder Räume nicht klimatisiert sind.
- Räume mit Klimaanlage, Ventilator oder Insektenschutzgittern bevorzugen.
Diese Maßnahmen senken zugleich das Risiko für andere durch Mücken übertragene Krankheiten wie Dengue- oder Gelbfieber. Mehr dazu auf unserer Seite zur Malaria-Vorbeugung.
Weitere Gesundheitstipps
Für die Einreise nach Kamerun ist der Nachweis einer Gelbfieberimpfung Pflicht; der gelbe internationale Impfausweis muss bei der Grenzkontrolle vorgelegt werden. Ausgenommen sind in der Regel Säuglinge unter zwölf Monaten. Die Impfung sollte spätestens zehn Tage vor Einreise erfolgen. Darüber hinaus empfehlen Fachstellen üblicherweise einen aktuellen Standardimpfschutz sowie je nach Reiseprofil weitere Reiseimpfungen – dies klärt die individuelle reisemedizinische Beratung.
Achten Sie außerdem auf Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene, um Durchfallerkrankungen vorzubeugen. Wichtig für alle Kamerun-Reisenden: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder grippeähnliche Beschwerden können – auch noch Wochen bis Monate nach der Rückkehr – Anzeichen einer Malaria sein. In einem solchen Fall ist umgehend ärztliche Hilfe erforderlich; erwähnen Sie stets die Reise nach Kamerun. Welche Beschwerden auf eine Malaria hindeuten, lesen Sie auf unserer Seite zu den Symptomen.
Häufige Fragen zu Malaria in Kamerun
Gibt es in Kamerun das ganze Jahr über Malaria?
Ja. In Kamerun besteht ganzjährig und im gesamten Land ein hohes Malariarisiko. Zwar steigt die Übertragung während und nach der Regenzeit an, doch eine risikofreie Reisezeit gibt es nicht. Schutzmaßnahmen sind daher zu jeder Jahreszeit erforderlich.
Ist die Gelbfieberimpfung für Kamerun wirklich verpflichtend?
Ja. Kamerun verlangt bei der Einreise den Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung im internationalen Impfausweis. Säuglinge unter zwölf Monaten sind in der Regel ausgenommen. Ohne gültigen Nachweis kann die Einreise verweigert werden.
Reicht Mückenschutz allein für Kamerun aus?
Nein. Wegen des hohen, ganzjährigen Risikos wird für Kamerun neben dem Mückenschutz zusätzlich eine medikamentöse Chemoprophylaxe empfohlen. Beide Maßnahmen ergänzen sich; keine ersetzt die andere. Die passende Auswahl trifft die reisemedizinische Beratung.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche oder reisemedizinische Beratung. Empfehlungen zu Impfungen und Malariaprophylaxe sowie die individuelle Auswahl und Dosierung von Medikamenten sind stets vor der Reise mit einer reisemedizinisch erfahrenen Ärztin oder einem Arzt abzustimmen. Stand: 2026.