Anders als die bekannten malariafreien Inseln des Indischen Ozeans zählen die Komoren zu den Malaria-Hochrisikogebieten: Auf dem Archipel herrscht eine intensive, ganzjährige Übertragung, fast ausschließlich durch den gefährlichen Erreger Plasmodium falciparum. Am stärksten betroffen ist die Hauptinsel Grande Comore. Für Reisen auf die Komoren wird neben konsequentem Mückenschutz in der Regel eine medikamentöse Chemoprophylaxe empfohlen.
| Malaria-Risiko | Hoch, ganzjährig (intensive, stabile Übertragung) |
| Haupterreger | Plasmodium falciparum (nahezu ausschließlich) |
| Am stärksten betroffen | Grande Comore (Ngazidja); Anjouan und Mohéli geringer |
| Abgrenzung | Nachbarinsel Mayotte (frz.) und Mauritius/Seychellen: kein Vergleich – dort kein bzw. minimales Risiko |
| Empfohlener Schutz | Chemoprophylaxe plus konsequente Expositionsprophylaxe |
| Weitere Mückenkrankheiten | Denguefieber, Chikungunya |
Gibt es auf den Komoren Malaria?
Ja, und zwar in erheblichem Umfang. Die vier Vulkaninseln des Komoren-Archipels im nördlichen Kanal von Mosambik sind ein Gebiet intensiver, stabiler und ganzjähriger Malaria-Übertragung. Nahezu alle Fälle gehen auf Plasmodium falciparum zurück, den Erreger der gefährlichsten Verlaufsform, der Malaria tropica, die unbehandelt rasch lebensbedrohlich werden kann.
Diese Einordnung überrascht viele Reisende, weil andere Inseln des Indischen Ozeans einen ganz anderen Ruf haben. Während Mauritius, die Seychellen und die Malediven als malariafrei gelten, sind die Komoren das Gegenteil. Den geografischen Überblick bietet unser Hub Malaria in Afrika.
Welche Inseln sind betroffen?
Das Risiko ist auf allen bewohnten Inseln der Union der Komoren vorhanden, aber unterschiedlich hoch. Am stärksten betroffen ist die größte Insel Grande Comore (Ngazidja) mit der Hauptstadt Moroni, wo die Übertragung weiterhin auf hohem Niveau liegt. Auf Anjouan und Mohéli sind die Fallzahlen in den letzten Jahren durch Bekämpfungsprogramme deutlich gesunken, ohne dass die Übertragung ganz zum Erliegen gekommen wäre.
Nicht zur Union der Komoren gehört die benachbarte Insel Mayotte, die als französisches Übersee-Département einen eigenen Weg gegangen ist und sich der Eliminierung nähert. Wer eine Reise plant, sollte das Ziel also genau benennen: Die politisch getrennten Inseln unterscheiden sich in der Malariasituation erheblich.
Brauche ich eine Malariaprophylaxe für die Komoren?
Für Reisen auf die Komoren wird in aller Regel eine durchgehende medikamentöse Chemoprophylaxe empfohlen. Weil hier fast ausschließlich Plasmodium falciparum vorkommt und Resistenzen bekannt sind, kommen dafür vor allem Atovaquon-Proguanil und Doxycyclin in Betracht; als weitere Option nennen die Fachgesellschaften Mefloquin.
Alle diese Mittel sind verschreibungspflichtig. Welches im Einzelfall geeignet ist, hängt von Reisedauer, Vorerkrankungen und Verträglichkeit ab und gehört in eine ärztliche Beratung. Eine Gegenüberstellung finden Sie in unserem Vergleich der Prophylaxe-Medikamente, die Grundlagen erklärt die Seite zur Malaria-Vorbeugung.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?
Der konsequente Mückenschutz ist die wichtigste Basis – auch wenn Sie Tabletten einnehmen, denn kein Medikament wirkt zu 100 Prozent. Tragen Sie in der Dämmerung und nachts lange, helle Kleidung, verwenden Sie auf unbedeckter Haut ein Mittel mit DEET oder Icaridin und schlafen Sie unter einem imprägnierten Moskitonetz.
Da die Anopheles-Mücke vor allem abends und nachts sticht, ist der Schutz in diesen Stunden besonders wichtig. Er hilft zugleich gegen andere im Indischen Ozean verbreitete Mückenkrankheiten wie Denguefieber und Chikungunya. Treten nach der Rückkehr Fieber oder grippeähnliche Beschwerden auf, ist umgehend an Malaria zu denken – siehe Symptome.
Häufige Fragen zu Malaria auf den Komoren
Sind die Komoren so sicher wie Mauritius oder die Seychellen?
Nein. Anders als die malariafreien Inseln Mauritius, Seychellen und Malediven sind die Komoren ein Malaria-Hochrisikogebiet mit ganzjähriger Übertragung. Eine Chemoprophylaxe wird hier in der Regel empfohlen.
Welche Insel ist am stärksten betroffen?
Grande Comore (Ngazidja) mit der Hauptstadt Moroni. Auf Anjouan und Mohéli ist das Risiko geringer, aber ebenfalls vorhanden. Die separate Insel Mayotte nähert sich dagegen der Eliminierung.
Welche Malaria-Form kommt vor?
Fast ausschließlich die gefährliche Malaria tropica durch Plasmodium falciparum, die rasch schwer verlaufen kann. Deshalb sind Prophylaxe und Mückenschutz besonders wichtig.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Angaben zu Medikamenten stellen keine individuelle Dosierungsempfehlung dar. Nehmen Sie mehrere Wochen vor der Reise eine persönliche reisemedizinische Beratung wahr, um Prophylaxe und Impfschutz auf Ihre Reiseroute und Ihre Gesundheit abzustimmen.