In Lateinamerika konzentriert sich Malaria auf das Amazonasbecken und einzelne tropische Tiefland- und Küstenregionen – hier überwiegt der Erreger Plasmodium vivax. Beliebte Ziele wie die Andenstädte, Machu Picchu, Rio de Janeiro oder die Yucatán-Strände gelten als risikoarm bis frei. Kuba ist seit 1973 offiziell malariafrei.
| Hauptrisikoregion | Amazonasbecken (Brasilien, Peru, Kolumbien u. a.) |
| Haupterreger | Überwiegend Plasmodium vivax, regional P. falciparum |
| Karibik-Besonderheit | Wo P. falciparum vorkommt (Haiti, DomRep), ist er chloroquin-sensibel |
| Risikoarm | Anden & Höhenlagen, Großstädte, Machu Picchu, Galápagos |
| Malariafrei | Kuba (seit 1973) |
| Häufiger Schutz | Oft Mückenschutz + Standby, selten Dauerprophylaxe |
Wie verbreitet ist Malaria in Lateinamerika?
In Mittel- und Südamerika ist das Malariarisiko für Reisende insgesamt moderat und regional stark begrenzt. Der Schwerpunkt liegt im tropischen Tiefland, allen voran im Amazonasbecken, das sich über Brasilien, Peru, Kolumbien, Ecuador, Bolivien und Venezuela erstreckt. Anders als in Afrika überwiegt hier Plasmodium vivax, der die meist mildere, aber rückfallträchtige Malaria tertiana verursacht.
Für das persönliche Risiko ist die Höhenlage entscheidend: Oberhalb von etwa 1.500 bis 2.000 Metern verschwindet die Übertragung. Deshalb sind die großen Andenstädte wie Bogotá, Quito, La Paz und Cusco sowie Machu Picchu praktisch malariafrei, während die feuchtwarmen Regenwaldregionen ganzjährig Risikogebiete bleiben. In vielen dieser Regionen ist das tagaktive Denguefieber inzwischen das größere Reiserisiko.
Welche Regionen sind am stärksten betroffen?
Die höchste Übertragung besteht in den tropischen Tieflandregionen. Dazu zählen das Amazonasgebiet von Brasilien, Peru (Region Loreto), Kolumbien und Ecuador, das Tiefland Boliviens sowie – mit einem in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Risiko – der Süden Venezuelas (Bolívar, Canaima). Im Landesinneren von Guyana und in weiten Teilen Haitis besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko.
Eine Besonderheit der Karibik und Mittelamerikas: Wo hier der Erreger Plasmodium falciparum auftritt – etwa in Haiti und der Dominikanischen Republik –, ist er anders als in Afrika meist noch chloroquin-sensibel, spricht also auf ein älteres, gut verträgliches Medikament an.
Welche Ziele sind risikoarm oder malariafrei?
Kuba ist seit 1973 offiziell malariafrei. Viele weitere Top-Ziele der Region sind praktisch ohne Malariarisiko, weil sie in der Höhe oder außerhalb der Übertragungsgebiete liegen: die mexikanischen Badeorte um Cancún und die Riviera Maya, Rio de Janeiro und die brasilianische Küste, die Andenrouten in Peru und Ecuador samt Galápagos sowie Costa Ricas Hauptreiserouten.
In Ländern wie der Dominikanischen Republik beschränkt sich ein geringes Restrisiko auf einzelne ländliche Grenzregionen, während die großen Badeorte wie Punta Cana als sehr risikoarm gelten. Auch hier gilt: Gegen das verbreitete Denguefieber hilft nur konsequenter Mückenschutz.
Alle Länder im Überblick
Die Ampel-Einordnung zeigt das typische Reiserisiko. Da Malaria in Lateinamerika fast immer auf bestimmte Tieflandregionen begrenzt ist, entscheidet die Reiseroute maßgeblich über den Schutzbedarf. Details stehen auf den Länderseiten.
Erhöhtes Risiko (v. a. Amazonas/Tiefland)
| Venezuela | Süden (Bolívar, Canaima) stark gestiegen; Caracas geringer |
| Guyana | Landesinneres/Regenwald erhöht |
| Haiti | Landesweit; P. falciparum, chloroquin-sensibel |
Regional begrenztes Risiko (routenabhängig)
| Brasilien | Amazonas erhöht; Rio, Küste & Iguaçu frei |
| Peru | Amazonas (Loreto); Lima, Cusco & Machu Picchu frei |
| Kolumbien | Amazonas & Pazifik unter 1.600 m; Bogotá frei |
| Ecuador | Amazonas & Küste; Quito, Anden & Galápagos frei |
| Bolivien | Amazonas-Tiefland; La Paz, Altiplano & Uyuni frei |
| Panama | Nur Darién & Guna Yala; Panama-Stadt & Kanal frei |
| Costa Rica | Geringes Restrisiko Karibikseite; Hauptrouten frei |
| Nicaragua | Ländliche Karibikküste (RACCN/RACCS); P. vivax |
| Honduras | Ländliche Küste; Roatán geringes Risiko; P. vivax |
| Mexiko | Nur einzelne ländliche Gebiete (Chiapas); Cancún & Yucatán frei |
| Guatemala | Tiefland unter 1.500 m (v. a. P. vivax); Hochland frei |
| Dominikanische Republik | Geringes Restrisiko ländlich/Grenze; Punta Cana risikoarm |
Malariafrei – keine Prophylaxe nötig
| Kuba | Malariafrei seit 1973 |
| Suriname | Malariafrei seit 2025 (WHO) |
Brauche ich für Lateinamerika eine Prophylaxe?
Weil das Risiko regional stark begrenzt ist, reicht für viele Reisen – etwa in die Andenstädte, an die Küsten oder nach Machu Picchu – der konsequente Mückenschutz. Für Aufenthalte im Amazonasgebiet und anderen ausgewiesenen Risikoregionen empfehlen Reisemediziner je nach Dauer und Route entweder ein Standby-Notfallmedikament oder eine Chemoprophylaxe. In Gebieten mit chloroquin-sensiblem Erreger kommen teils andere Mittel infrage als in Afrika.
Die passende Strategie klärt die individuelle Beratung. Hintergründe bieten die Seiten zur Malaria-Vorbeugung und zu den Prophylaxe-Medikamenten. Zur weltweiten Übersicht geht es über die Seite Malaria-Risikogebiete.
Häufige Fragen zu Malaria in Lateinamerika
Brauche ich für Peru oder Machu Picchu Malariatabletten?
Für Lima, Cusco, das Heilige Tal und Machu Picchu ist keine Prophylaxe nötig – diese Ziele liegen zu hoch für eine Übertragung. Nur bei Reisen ins peruanische Amazonasgebiet (Region Loreto, Iquitos) ist ein Malariaschutz Thema für die reisemedizinische Beratung.
Ist die Dominikanische Republik ein Malariagebiet?
Es besteht nur ein geringes Restrisiko in einzelnen ländlichen Regionen, vor allem nahe der Grenze zu Haiti. Die großen Badeorte wie Punta Cana gelten als risikoarm. Wichtiger ist dort meist der Schutz vor dem tagaktiven Denguefieber.
Warum ist die Malaria in der Karibik anders?
In Haiti und der Dominikanischen Republik kommt zwar der gefährlichere Erreger Plasmodium falciparum vor, er ist dort aber – anders als in Afrika – meist noch chloroquin-sensibel. Das erweitert die Auswahl möglicher Medikamente, die individuell ärztlich festgelegt werden.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Angaben zu Medikamenten stellen keine individuelle Dosierungsempfehlung dar. Nehmen Sie mehrere Wochen vor der Reise eine persönliche reisemedizinische Beratung wahr, um Prophylaxe und Impfschutz auf Ihre Reiseroute und Ihre Gesundheit abzustimmen.