In Nigeria besteht ganzjährig im gesamten Land – auch in Lagos, Abuja und allen anderen Städten – ein sehr hohes Malariarisiko. Nigeria trägt die weltweit größte Malarialast. Reisende brauchen konsequenten Mückenschutz plus Chemoprophylaxe. Bei der Einreise gilt zudem eine Gelbfieber-Impfpflicht.
| Malaria-Risiko | Sehr hoch, ganzjährig |
|---|---|
| Verbreitung | Landesweit, auch in Großstädten (Lagos, Abuja, Kano, Port Harcourt) |
| Risikoärmere Gebiete | Praktisch keine – kein nennenswert risikoarmes Gebiet im Land |
| Saison | Ganzjährig; verstärkt in und nach der Regenzeit (etwa April bis Oktober) |
| Empfohlener Schutz | Mückenschutz plus Chemoprophylaxe (zwingend) |
| Haupterreger | Plasmodium falciparum (über 99 %), verursacht die gefährliche Malaria tropica |
| Pflichtimpfung | Gelbfieber – Nachweis bei Einreise für alle ab 9 Monaten erforderlich |
Gibt es in Nigeria Malaria?
Ja – und zwar in einem Ausmaß wie kaum sonst auf der Welt. In ganz Nigeria herrscht das ganze Jahr über ein sehr hohes Malariarisiko, und zwar landesweit einschließlich aller Großstädte wie Lagos, Abuja, Kano und Port Harcourt. Es gibt im Land keine nennenswert risikoarmen Zonen und keine Höhenlagen, die verlässlich malariafrei wären. Wer nach Nigeria reist, muss unabhängig von Reiseziel und Jahreszeit von einer Ansteckungsgefahr ausgehen.
Nigeria trägt die weltweit größte absolute Malarialast. Nach dem aktuellen World Malaria Report der WHO (2025) entfielen rund ein Viertel aller weltweiten Malariafälle und rund 30 % aller Malariatodesfälle auf Nigeria – mehr als auf jedes andere Land. Über 99 % der Erkrankungen werden durch Plasmodium falciparum ausgelöst, den Erreger der gefährlichen Malaria tropica. Diese Form kann ohne rechtzeitige Behandlung innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich verlaufen. Mehr zur weltweiten Verbreitung finden Sie auf unserer Übersicht der Malaria-Risikogebiete.
Wie hoch ist das Risiko?
Das Risiko ist sehr hoch und besteht ganzjährig im gesamten Staatsgebiet. Nigeria zählt damit zu den Ländern mit der intensivsten Malariaübertragung überhaupt. Ein leicht saisonaler Effekt ist erkennbar: Während und nach der Regenzeit – regional etwa von April bis Oktober – steigt die Mückendichte und damit die Übertragungshäufigkeit weiter an. In der Trockenzeit sinkt das Risiko jedoch nicht auf ein sicheres Niveau, sondern bleibt hoch.
Anders als in vielen anderen Reiseländern schützt der Aufenthalt in Städten oder klimatisierten Hotels nicht zuverlässig. Auch in Lagos und Abuja werden regelmäßig Infektionen bei Reisenden erfasst. Weil fast ausschließlich P. falciparum zirkuliert, ist die medizinische Bedeutung jeder Infektion besonders ernst: Fieber nach einem Nigeria-Aufenthalt ist bis zum Beweis des Gegenteils als möglicher Malariafall zu behandeln. Welche Warnzeichen Sie kennen sollten, lesen Sie unter Symptome.
Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Nigeria?
Ja. Für Nigeria wird für praktisch alle Reisenden eine medikamentöse Chemoprophylaxe empfohlen – und zwar zusätzlich zum Mückenschutz, nicht als Ersatz dafür. Aufgrund des durchgehend sehr hohen Risikos und des Vorherrschens von P. falciparum gehört Nigeria zu den Ländern, in denen die durchgehende vorbeugende Tabletteneinnahme reisemedizinischer Standard ist. Das gilt für Kurzreisen ebenso wie für längere Aufenthalte.
Die Auswahl des passenden Präparats, die Dauer der Einnahme und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten müssen individuell mit einer reisemedizinisch erfahrenen Ärztin oder einem Arzt besprochen werden – idealerweise mehrere Wochen vor Abreise. Diese Seite nennt bewusst keine individuellen Dosierungen. Einen allgemeinen Überblick über die Wirkstoffe gibt unsere Seite zu den Prophylaxe-Medikamenten, und grundsätzliche Schutzstrategien finden Sie unter Malaria-Vorbeugung.
Welches Medikament wird empfohlen?
Für Nigeria kommen nach den Empfehlungen deutscher und schweizerischer Tropeninstitute vor allem zwei Wirkstoffkombinationen zur Vorbeugung in Betracht: Atovaquon-Proguanil (etwa als Malarone® oder Generikum) sowie Doxycyclin. Beide gelten als geeignet für Regionen mit hohem Risiko und Chloroquin-Resistenz, wie sie in Nigeria vorliegt. Welche Option für Sie besser passt, hängt von Reisedauer, Vorerkrankungen, Verträglichkeit und Begleitmedikation ab.
Wichtig: Kein Prophylaxe-Medikament bietet einen hundertprozentigen Schutz. Auch unter korrekt eingenommener Chemoprophylaxe bleibt konsequenter Mückenschutz unverzichtbar. Die konkrete Wahl, der Beginn vor der Reise und die Fortführung nach der Rückkehr gehören ausschließlich in ärztliche Hand. Nehmen Sie Präparate nie ohne vorherige reisemedizinische Beratung ein.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?
Die Anopheles-Mücke, die Malaria überträgt, ist überwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv. Wirksamer Mückenschutz ist deshalb die erste Verteidigungslinie und senkt zusätzlich das Risiko für andere durch Mücken übertragene Krankheiten wie Dengue- und Chikungunyafieber. Empfehlenswert sind:
- Auftragen von Repellents mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin auf unbedeckte Haut, besonders abends und nachts.
- Lange, helle und locker sitzende Kleidung, die Arme und Beine bedeckt; Kleidung lässt sich zusätzlich mit Insektizid imprägnieren.
- Schlafen unter einem imprägnierten Moskitonetz, sofern Räume nicht mückensicher klimatisiert oder vergittert sind.
- Nutzung von Klimaanlage, Ventilator sowie Fliegengittern an Fenstern und Türen.
Kombinieren Sie diese Maßnahmen konsequent mit der Chemoprophylaxe – erst zusammen ergeben sie einen belastbaren Schutz. Weitere praktische Hinweise finden Sie auf unserer Seite zur Malaria-Vorbeugung.
Weitere Gesundheitstipps
Bei der Einreise nach Nigeria besteht eine Gelbfieber-Impfpflicht: Für alle Reisenden ab einem Alter von neun Monaten ist der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung erforderlich. Die Impfung muss in einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle erfolgen und ist im internationalen Impfausweis zu dokumentieren. Planen Sie den Termin rechtzeitig ein, da der Impfschutz erst etwa zehn Tage nach der Impfung als vollständig gilt.
Darüber hinaus werden für Nigeria in der Regel Impfungen gegen Hepatitis A und Poliomyelitis empfohlen; bei längeren Aufenthalten oder besonderer Exposition zusätzlich unter anderem gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Meningokokken sowie Dengue- und Chikungunyafieber. Achten Sie außerdem auf sichere Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene, um Durchfallerkrankungen vorzubeugen. Prüfen Sie vor der Reise die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts sowie eine mögliche Pflicht zur elektronischen Gesundheitserklärung vor dem Abflug. Suchen Sie bei Fieber – auch noch Wochen nach der Rückkehr – umgehend ärztliche Hilfe und weisen Sie auf Ihren Nigeria-Aufenthalt hin.
Häufige Fragen zu Malaria in Nigeria
Ist ganz Nigeria Malariagebiet?
Ja. Das hohe Malariarisiko besteht landesweit und ganzjährig, einschließlich aller Großstädte wie Lagos und Abuja. Ein zuverlässig malariafreies Gebiet gibt es im Land nicht.
Ist die Gelbfieberimpfung für Nigeria Pflicht?
Ja. Bei der Einreise ist für alle Personen ab neun Monaten der Nachweis einer Gelbfieberimpfung erforderlich. Die Impfung muss in einer autorisierten Impfstelle erfolgen und rechtzeitig vor der Reise durchgeführt werden.
Schützt eine Malariaprophylaxe zu 100 Prozent?
Nein. Keine Prophylaxe bietet vollständigen Schutz. Deshalb ist die Kombination aus konsequentem Mückenschutz und ärztlich verordneter Chemoprophylaxe entscheidend. Bei Fieber ist immer rasch ärztliche Abklärung nötig.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Lassen Sie sich vor jeder Reise nach Nigeria individuell reisemedizinisch beraten, insbesondere zur Auswahl und Dosierung von Malariamedikamenten.