In Ozeanien beschränkt sich Malaria auf den melanesischen Inselgürtel im Südwestpazifik – vor allem Papua-Neuguinea und die Salomonen zählen zu den letzten Hochrisikogebieten der Welt. Die klassischen Fernreiseziele wie Australien, Neuseeland, Fidschi, Tahiti und Hawaii sind dagegen vollständig malariafrei. In den Risikogebieten kommen Plasmodium falciparum und P. vivax gemeinsam vor.
| Risikoregion | Melanesien: Papua-Neuguinea, Salomonen, Osttimor |
| Haupterreger | Plasmodium falciparum & Plasmodium vivax (gemischt) |
| Höchstes Risiko | Tiefland & Küsten Papua-Neuguineas und der Salomonen |
| Malariafrei | Australien, Neuseeland, Fidschi, Französisch-Polynesien, Hawaii u. a. |
| Empfohlener Schutz | In den Risikogebieten Chemoprophylaxe + Mückenschutz |
Wie verbreitet ist Malaria in Ozeanien?
Ozeanien ist der kleinste der vier großen Malaria-Räume, beherbergt aber mit dem melanesischen Inselgürtel eines der hartnäckigsten Übertragungsgebiete überhaupt. Die sogenannte „Malaria-Grenze“ verläuft mitten durch den Pazifik: Östlich davon – in Polynesien und Mikronesien – gibt es keine Malaria, weil dort die übertragende Anopheles-Mücke fehlt. Westlich davon, in Melanesien, ist sie heimisch.
Betroffen sind vor allem Papua-Neuguinea und die Salomonen. Anders als in Afrika kommen hier Plasmodium falciparum und Plasmodium vivax gemeinsam vor, was den Schutz komplexer macht. Das Risiko ist im Tiefland und an den Küsten am höchsten und nimmt in den Hochlagen über etwa 1.800 Metern ab.
Welche Inseln sind Risikogebiete?
Das höchste Risiko besteht ganzjährig in den Tiefland- und Küstenregionen von Papua-Neuguinea, wo Malaria zu den häufigsten Erkrankungen zählt, sowie auf den Salomonen. Beide gehören zu den wenigen Ländern weltweit, in denen die Übertragung weiterhin sehr intensiv ist. Für Reisen dorthin – etwa zum Tauchen, Trekking oder für Expeditionen – wird in aller Regel eine Chemoprophylaxe empfohlen.
Einen Erfolg vermeldet Osttimor (Timor-Leste): Das Land wurde am 24. Juli 2025 von der WHO offiziell als malariafrei zertifiziert und benötigt keine Prophylaxe mehr. Auch das indonesisch verwaltete Westneuguinea (Papua) auf derselben Insel wie Papua-Neuguinea bleibt dagegen ein Hochrisikogebiet.
Welche Pazifikziele sind malariafrei?
Die meisten und bekanntesten Reiseziele Ozeaniens sind vollständig malariafrei. Dazu zählen Australien und Neuseeland ebenso wie die klassischen Südsee-Traumziele Fidschi, Französisch-Polynesien (Tahiti, Bora Bora), Samoa, Tonga, die Cookinseln, Neukaledonien sowie Hawaii. Für all diese Ziele ist keine Malariaprophylaxe erforderlich.
Zu beachten ist allerdings, dass im gesamten Pazifikraum von Mücken übertragene Krankheiten wie Denguefieber, Zika und Chikungunya vorkommen können. Ein guter Mückenschutz ist deshalb auch auf den malariafreien Inseln sinnvoll.
Länder im Überblick
Die Ampel-Einordnung fasst das typische Reiserisiko zusammen. Details stehen auf den verlinkten Länderseiten.
Hohes Risiko (Chemoprophylaxe meist empfohlen)
| Papua-Neuguinea | Tiefland & Küsten ganzjährig hoch; Hochland geringer |
| Salomonen | Landesweit intensive Übertragung |
Geringes/rückläufiges Risiko
| Vanuatu | Nordinseln; Efate & Tanna frei |
Malariafrei – keine Prophylaxe nötig
| Osttimor | Malariafrei seit 2025 (WHO) |
| Australien & Neuseeland | Kein Malariarisiko |
| Fidschi, Tahiti, Samoa, Tonga, Cookinseln | Östlich der Malaria-Grenze – frei |
| Neukaledonien, Hawaii, Mikronesien | Kein Malariarisiko |
Brauche ich für den Südpazifik eine Prophylaxe?
Das hängt ganz vom Ziel ab. Für die typischen Südsee- und Fernreiseziele wie Australien, Neuseeland, Fidschi oder Tahiti ist keine Malariaprophylaxe nötig – hier genügt allgemeiner Mückenschutz gegen Dengue und Co. Für Reisen nach Papua-Neuguinea oder auf die Salomonen wird dagegen wegen des gemischten Erregervorkommens fast immer eine Chemoprophylaxe empfohlen.
Welches Mittel geeignet ist, klärt die reisemedizinische Beratung. Grundlagen bieten die Seiten zur Malaria-Vorbeugung und zu den Prophylaxe-Medikamenten. Zur weltweiten Übersicht geht es über die Seite Malaria-Risikogebiete.
Häufige Fragen zu Malaria in Ozeanien
Gibt es auf Fidschi oder Tahiti Malaria?
Nein. Fidschi, Französisch-Polynesien (Tahiti, Bora Bora) und die übrigen polynesischen Inseln liegen östlich der Malaria-Grenze und sind malariafrei. Eine Prophylaxe ist nicht nötig, ein Mückenschutz gegen Denguefieber und Zika bleibt aber ratsam.
Ist Australien ein Malariagebiet?
Nein, Australien gilt als malariafrei. Vereinzelte eingeschleppte Fälle im tropischen Norden werden konsequent bekämpft, ein Reiserisiko besteht praktisch nicht.
Wie hoch ist das Risiko in Papua-Neuguinea?
Sehr hoch. Papua-Neuguinea gehört zu den weltweit intensivsten Malariagebieten mit ganzjähriger Übertragung im Tiefland und an den Küsten. Für Reisen dorthin wird in der Regel eine Chemoprophylaxe zusätzlich zum Mückenschutz empfohlen.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Angaben zu Medikamenten stellen keine individuelle Dosierungsempfehlung dar. Nehmen Sie mehrere Wochen vor der Reise eine persönliche reisemedizinische Beratung wahr, um Prophylaxe und Impfschutz auf Ihre Reiseroute und Ihre Gesundheit abzustimmen.