Reiseland prüfen
StartMalaria-Risikogebiete: Länder-Übersicht › Malaria in Pakistan: Risiko, Regionen & Prophylaxe
Malaria-Risikogebiete: Länder-Übersicht

Malaria in Pakistan: Risiko, Regionen & Prophylaxe

In Pakistan besteht ein regional begrenztes, aber weit verbreitetes Malariarisiko – vor allem im ländlichen Tiefland von Belutschistan, Sindh, Khyber Pakhtunkhwa und den ehemaligen Stammesgebieten. Rund 85 Prozent der Fälle gehen auf den Erreger Plasmodium vivax zurück, doch der gefährlichere Plasmodium falciparum nimmt zu. Für Reisen in die Risikogebiete wird meist eine medikamentöse Vorbeugung empfohlen; die Hochgebirgsregionen im Norden gelten als weitgehend risikofrei.

Malaria-RisikoRegional, ganzjährig; erhöht nach dem Monsun (Sommer bis Herbst)
Betroffene RegionenTiefland-Bezirke in Belutschistan, Sindh, Khyber Pakhtunkhwa, ehem. FATA
Risikoarme GebieteHochgebirge im Norden (Gilgit-Baltistan, Karakorum) über ca. 2.000 m
HaupterregerPlasmodium vivax (rund 85 %), zunehmend P. falciparum (chloroquinresistent)
Empfohlener SchutzMückenschutz; in Risikogebieten meist Chemoprophylaxe
Weitere MückenkrankheitenDenguefieber (v. a. urban), Chikungunya

Gibt es in Pakistan Malaria?

Ja, Pakistan ist ein Malaria-Land mit regional unterschiedlichem Risiko. Übertragen wird die Erkrankung durch den Stich der Anopheles-Mücke, die vor allem in warmen, feuchten Tieflandgebieten verbreitet ist. Nach Angaben internationaler Gesundheitsbehörden gilt Malaria in vielen Bezirken als endemisch; das Land zählt zu den Ländern Südasiens mit vergleichsweise hoher Krankheitslast.

Das Risiko ist ganzjährig vorhanden, steigt aber deutlich in und nach der Monsunzeit von etwa Juli bis November, wenn zahlreiche neue Brutstätten entstehen. Einen tragischen Beleg lieferte die Jahrhundertflut 2022: Nach den Überschwemmungen kam es in den betroffenen Provinzen zu einem massiven Anstieg der Malariafälle. Eine allgemeine Einordnung weltweit bietet unsere Übersicht der Malaria-Risikogebiete und der Hub Malaria in Asien.

Wo ist das Risiko am höchsten?

Am höchsten ist die Gefahr in den ländlichen Tieflandbezirken der Provinzen Belutschistan und Sindh sowie in Teilen von Khyber Pakhtunkhwa und den ehemaligen Stammesgebieten (FATA). Auch in Großstädten besteht nach Einschätzung der US-Gesundheitsbehörde CDC ein gewisses Restrisiko, das jedoch geringer ausfällt als auf dem Land.

Deutlich entwarnen lässt sich für den beliebten Bergnorden: Die Hochgebirgsregionen um Gilgit-Baltistan und das Karakorum-Gebirge – etwa auf dem Karakoram Highway, in Hunza oder rund um die Achttausender – liegen so hoch, dass praktisch keine Übertragung stattfindet. Wer ausschließlich in diesen Höhenlagen unterwegs ist, benötigt meist keine Tabletten, sondern nur konsequenten Mückenschutz. Da viele Reiserouten jedoch über die Tiefland-Metropolen wie Karatschi, Lahore oder Multan führen, ist die Einschätzung stets an die konkrete Route zu knüpfen.

Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Pakistan?

Für Reisen in die endemischen Tieflandregionen wird in der Regel eine medikamentöse Chemoprophylaxe empfohlen. Weil in Pakistan chloroquinresistente Erreger vorkommen, kommen dafür vor allem Atovaquon-Proguanil und Doxycyclin in Betracht. Welches Mittel für Sie geeignet ist, welche Gegenanzeigen bestehen und wie es dosiert wird, entscheidet ausschließlich Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Besonders wichtig ist dieser Hinweis für Reisende, die Familie und Freunde im Herkunftsland besuchen. Diese Gruppe unterschätzt das Risiko erfahrungsgemäß häufig und verzichtet öfter auf Schutzmaßnahmen – dabei zählt sie zu den am stärksten von importierter Malaria betroffenen. Eine allgemeine Gegenüberstellung der Mittel finden Sie in unserem Vergleich der Prophylaxe-Medikamente, Grundlagen auf der Seite zur Malaria-Vorbeugung.

Warum ist Plasmodium vivax hier wichtig?

Anders als in Afrika dominiert in Pakistan mit rund 85 Prozent der Erreger Plasmodium vivax. Er verursacht die Malaria tertiana, die seltener lebensbedrohlich verläuft als die Malaria tropica, aber eine Besonderheit hat: Ruhende Leberformen (Hypnozoiten) können noch Wochen bis Monate nach der Reise zu Rückfällen führen.

Deshalb kann bei einer nachgewiesenen Vivax-Malaria eine zusätzliche Behandlung gegen diese Leberstadien nötig sein. Zugleich nimmt in Pakistan der gefährlichere Plasmodium falciparum zu, was die konsequente Vorbeugung umso wichtiger macht. Treten nach der Rückkehr Fieber oder grippeähnliche Beschwerden auf, ist immer an Malaria zu denken – auch nach längerer Zeit; mehr dazu unter Symptome.

Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?

Der wirksamste Basisschutz ist, Stiche konsequent zu vermeiden. Tragen Sie in der Dämmerung und nachts lange, helle Kleidung, verwenden Sie auf unbedeckter Haut ein Mittel mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin und schlafen Sie unter einem imprägnierten Moskitonetz, wenn die Unterkunft nicht ausreichend mückensicher ist.

Dieser Schutz ist auch dann wichtig, wenn Sie Tabletten einnehmen, denn kein Medikament wirkt zu 100 Prozent. Er schützt zugleich vor dem in pakistanischen Städten verbreiteten Denguefieber, dessen Überträgermücke tagaktiv ist. Weitere Empfehlungen bündelt unsere Seite zur Malaria-Vorbeugung.

Häufige Fragen zu Malaria in Pakistan

Brauche ich für eine Reise in den Norden Pakistans Malariatabletten?

Die Hochgebirgsregionen um Gilgit-Baltistan und das Karakorum gelten als weitgehend malariafrei. Wer ausschließlich in diesen Höhenlagen unterwegs ist, benötigt meist keine Prophylaxe, sondern nur Mückenschutz. Sobald Tiefland-Städte oder ländliche Ebenen auf dem Programm stehen, ändert sich die Empfehlung.

Wann ist das Risiko am größten?

Das Risiko besteht ganzjährig, steigt aber während und nach der Monsunzeit von etwa Juli bis November deutlich an, weil dann besonders viele Mücken brüten. Nach den Überschwemmungen 2022 kam es zu einem starken Anstieg der Fälle.

Kann Malaria nach der Rückkehr aus Pakistan noch ausbrechen?

Ja. Bei der in Pakistan häufigen Vivax-Malaria sind Rückfälle noch Wochen bis Monate nach der Reise möglich. Bei Fieber nach dem Aufenthalt sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen und die Reise erwähnen.

Reise nach Pakistan finden

Angebote vergleichen · in Kooperation mit reise.de

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Angaben zu Medikamenten stellen keine individuelle Dosierungsempfehlung dar. Nehmen Sie mehrere Wochen vor der Reise eine persönliche reisemedizinische Beratung wahr, um Prophylaxe und Impfschutz auf Ihre Reiseroute und Ihre Gesundheit abzustimmen.