Auf den Philippinen ist das Malariarisiko insgesamt gering und stark regional. Nennenswerte Übertragung gibt es fast nur noch auf der Insel Palawan (vor allem im ländlichen Süden) sowie in Teilen Mindanaos. Beliebte Ziele wie Manila, Cebu, Bohol und Boracay gelten als praktisch malariafrei. Landesweit verbreitet ist dagegen das Dengue-Fieber.
| Malaria-Risiko | Gering und stark regional begrenzt; die meisten Reiseregionen sind faktisch malariafrei |
| Risikogebiete | Insel Palawan (höchstes Risiko im ländlichen Süden), Teile von Mindanao (geringes Risiko) |
| Malariafreie Gebiete | Manila und andere Großstädte, Cebu, Bohol, Boracay, die meisten Inseln |
| Empfohlener Schutz | Für Standardreisen konsequenter Mückenschutz (keine Tabletten nötig); für ländliches Palawan/Mindanao Chemoprophylaxe oder Standby-Medikament nach ärztlicher Beratung |
| Haupterreger | Plasmodium falciparum und Plasmodium vivax |
| Weitere Mückenkrankheiten | Dengue-Fieber (landesweit stark verbreitet, ganzjährig), daneben Chikungunya und Japanische Enzephalitis |
Die wichtigsten Fragen auf einen Blick:
- Gibt es auf den Philippinen überhaupt Malaria?
- Ist Palawan ein Risikogebiet?
- Sind Manila, Cebu und Boracay malariafrei?
- Brauche ich eine Malariaprophylaxe für die Philippinen?
- Wie schütze ich mich vor Mückenstichen und Dengue?
Gibt es auf den Philippinen Malaria?
Ja, aber nur noch in wenigen, klar abgegrenzten Regionen und auf niedrigem Niveau. Die Philippinen stehen kurz vor der Malaria-Elimination: Von den 82 Provinzen des Landes gilt inzwischen die große Mehrheit als malariafrei. Praktisch die gesamte einheimische Übertragung konzentriert sich heute auf eine einzige Provinz – Palawan. Im Jahr 2023 wurden landesweit rund 6.250 Malariafälle gemeldet, von denen mehr als 6.180 aus Palawan stammten. Für Reisende bedeutet das: In den allermeisten Landesteilen besteht faktisch kein Malariarisiko. Wo Malaria vorkommt, wird sie durch Plasmodium falciparum (Malaria tropica) und Plasmodium vivax verursacht. Eine Übersicht zur weltweiten Verbreitung finden Sie unter Malaria-Risikogebiete. Weil sich die Lage jährlich ändert, sollten Sie den Stand vor der Reise mit einer reisemedizinischen Beratungsstelle abgleichen.
Ist Palawan ein Risikogebiet?
Ja, Palawan ist das mit Abstand wichtigste Malariagebiet der Philippinen und derzeit die einzige Provinz mit relevanter einheimischer Übertragung. Das Risiko ist innerhalb der Insel abgestuft: Im südlichen Teil Palawans (unter anderem die Gemeinden Rizal, Brookes Point, Quezon, Bataraza und Sofronio Española) ist es am höchsten, im mittleren Teil mittel und im Norden gering. Betroffen sind vor allem ländliche und abgelegene Gebiete, häufig mit Übernachtung im Freien oder in einfachen Unterkünften. Wer nur die bekannten Küstenorte oder Tauchziele im Norden Palawans besucht und in festen Unterkünften übernachtet, hat ein deutlich geringeres Risiko als bei Aufenthalten im ländlichen Süden. Reisen in ländliche Regionen Palawans erfordern deshalb eine individuelle Beratung zur Malaria-Vorbeugung.
Sind Manila, Cebu und Boracay malariafrei?
Ja. Manila und die übrigen Großstädte, die zentralen Inseln wie Cebu und Bohol sowie das beliebte Strandziel Boracay gelten als praktisch malariafrei. Auch die touristisch stark besuchten Regionen Luzons und der Visayas zählen nicht zu den Malariagebieten. Für eine klassische Rundreise über Manila, eine Badeverlängerung auf Boracay oder Cebu oder eine Inselhopping-Tour durch die Visayas besteht demnach kein nennenswertes Malariarisiko. Wichtig ist trotzdem: „Malariafrei“ bedeutet nicht „mückenfrei“. Gerade in Städten und an Küsten ist das durch Mücken übertragene Dengue-Fieber weit verbreitet, sodass konsequenter Mückenschutz auch in diesen Regionen sinnvoll bleibt.
Brauche ich eine Malariaprophylaxe für die Philippinen?
Für die meisten Reisen: nein. Bei typischen Touristenreisen nach Manila, Cebu, Bohol, Boracay oder auf die zentralen Inseln wird keine medikamentöse Chemoprophylaxe empfohlen – hier genügt ein konsequenter Mückenschutz. Anders sieht es bei Aufenthalten in ländlichen Gebieten Palawans oder in Teilen Mindanaos aus: Dort kann je nach Reiseprofil, Dauer und Unterkunft entweder eine durchgehende Chemoprophylaxe oder ein Standby-Notfallmedikament (Selbstbehandlung bei Verdacht ohne rasch erreichbare ärztliche Hilfe) sinnvoll sein. Welche Variante und welcher Wirkstoff für Sie infrage kommen, hängt von persönlichen Faktoren ab und gehört in eine ärztliche Beratung – dieser Text nennt bewusst keine individuellen Dosierungen. Einen Überblick über die grundsätzlich verfügbaren Wirkstoffe bietet die Seite Prophylaxe-Medikamente. Vereinbaren Sie die Beratung idealerweise etwa sechs Wochen vor Abreise.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen (auch Dengue)?
Der wirksamste und wichtigste Schutz auf den Philippinen ist die konsequente Vermeidung von Mückenstichen – das schützt gleichzeitig vor Malaria und dem landesweit stark verbreiteten Dengue-Fieber. 2025 meldeten die Philippinen bereits im ersten Halbjahr über 123.000 Dengue-Fälle. Wichtig ist, dass die Dengue übertragenden Mücken vor allem tagsüber stechen, die Malaria-Anopheles dagegen in der Dämmerung und nachts – Schutz ist also rund um die Uhr nötig. Empfohlen werden:
- hautverträgliche Repellents mit den bewährten Wirkstoffen DEET oder Icaridin, regelmäßig aufgetragen;
- lange, helle und weite Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt;
- ein imprägniertes Moskitonetz über dem Bett, vor allem in einfachen Unterkünften;
- Klimaanlage oder Fliegengitter an Fenstern und Türen, wo verfügbar.
Gegen Dengue gibt es keine Standby-Medikamente; hier zählt allein der Mückenschutz. Details zu Methoden und Wirkstoffen finden Sie unter Malaria-Vorbeugung.
Weitere Gesundheitstipps
Neben Malaria und Dengue kommen auf den Philippinen weitere durch Mücken übertragene Erkrankungen wie Chikungunya und – regional und saisonal – die Japanische Enzephalitis vor. Achten Sie außerdem auf Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene, um Durchfallerkrankungen vorzubeugen. Lassen Sie zu einer reisemedizinischen Beratung auch Ihren Impfstatus prüfen (unter anderem Standardimpfungen, Hepatitis A und je nach Reiseprofil weitere Impfungen). Treten während oder bis zu mehrere Wochen bzw. Monate nach der Reise Fieber, Schüttelfrost oder grippeähnliche Beschwerden auf, suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe und weisen Sie auf die Tropenreise hin – eine Malaria kann sich verzögert zeigen. Welche Beschwerden auf eine Malaria hindeuten, lesen Sie unter Symptome.
Häufige Fragen zu Malaria auf den Philippinen
Braucht man für Palawan Malariaprophylaxe?
Für Aufenthalte in ländlichen Gebieten Palawans, besonders im Süden der Insel, kommt eine medikamentöse Prophylaxe oder ein Standby-Notfallmedikament in Betracht. Für kurze Besuche in festen Unterkünften im Norden Palawans genügt oft ein konsequenter Mückenschutz. Was in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären Sie vor der Reise ärztlich – abhängig von Reisezeit, Dauer, Route und Unterkunft.
Ist eine Reise nach Boracay oder Cebu bedenkenlos möglich?
Aus Malaria-Sicht ja: Boracay, Cebu, Bohol und Manila gelten als praktisch malariafrei, eine Chemoprophylaxe ist dort nicht nötig. Wegen des ganzjährig verbreiteten Dengue-Fiebers sollten Sie sich aber auch dort konsequent vor tagaktiven Mücken schützen.
Wann sollte ich nach der Rückkehr zum Arzt?
Bei Fieber oder grippeähnlichen Beschwerden nach einer Reise auf die Philippinen – insbesondere nach Aufenthalten in Palawan oder Mindanao – sollten Sie umgehend eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen und die Tropenreise erwähnen. Eine Malaria kann noch Wochen bis Monate nach Rückkehr ausbrechen und muss rasch abgeklärt werden.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche reisemedizinische Beratung. Die Malaria- und Dengue-Lage kann sich kurzfristig ändern. Bitte lassen Sie sich vor Ihrer Reise individuell ärztlich beraten – idealerweise etwa sechs Wochen vor Abreise – und beachten Sie die aktuellen Hinweise von Tropeninstitut, DTG, CRM, WHO und Auswärtigem Amt. Angaben ohne Gewähr.