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Malaria-Risikogebiete: Länder-Übersicht

Malaria in Ruanda: Gorilla-Trekking, Risiko & Prophylaxe

In Ruanda besteht ganzjährig und landesweit ein hohes Malariarisiko – auch in beliebten Reisegebieten wie beim Gorilla-Trekking. Über 99 Prozent der Fälle gehen auf Plasmodium falciparum (Malaria tropica) zurück. Empfohlen werden konsequenter Mückenschutz und in der Regel zusätzlich eine medikamentöse Chemoprophylaxe.

Malaria-RisikoHoch, ganzjährig im gesamten Land
VerbreitungLandesweit, auch in Städten und im Umland von Kigali
Risikoärmere GebieteHöhenlagen über etwa 1.800 m; Kigali etwas geringer, aber nicht risikofrei
SaisonGanzjährig, mit Spitzen nach den Regenzeiten (März–Mai, Oktober–Dezember)
Empfohlener SchutzKonsequenter Mückenschutz plus medikamentöse Chemoprophylaxe
HaupterregerPlasmodium falciparum (über 99 Prozent, gefährliche Malaria tropica)
Weitere MückenkrankheitenDenguefieber, Chikungunya (tagaktive Mücken)

Gibt es in Ruanda Malaria?

Ja, Ruanda ist ein Malariagebiet mit ganzjährig hohem Risiko im gesamten Land, einschließlich der Städte. Das „Land der tausend Hügel“ liegt in Ostafrika und gehört trotz spürbarer Fortschritte in der Bekämpfung weiterhin zu den Ländern, in denen Reisende ein hohes regionales Infektionsrisiko haben. Über 99 Prozent der Infektionen werden durch Plasmodium falciparum ausgelöst, den Erreger der gefährlichen Malaria tropica. Diese Verlaufsform kann unbehandelt innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich werden, weshalb Ruanda von Reisemedizinern durchgehend als Hochrisikoland eingestuft wird.

Die Übertragung erfolgt durch nachtaktive Anopheles-Mücken, vor allem in den Abend- und Nachtstunden. Ein besonders hohes Risiko besteht in tiefer gelegenen Regionen des Ostens und Südens sowie rund um Feuchtgebiete und stehende Gewässer. In den kühleren Höhenlagen über etwa 1.800 Metern ist das Risiko geringer, jedoch nicht vollständig ausgeschlossen. Wo genau in Afrika mit Malaria zu rechnen ist, zeigt unsere Übersicht der Malaria-Risikogebiete. Bemerkenswert ist, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Ruanda inzwischen eine teilweise Resistenz gegen Artemisinin – einen wichtigen Wirkstoff in der Malariatherapie – beobachtet, was die konsequente Vorbeugung zusätzlich wichtig macht.

Wie hoch ist das Risiko beim Gorilla-Trekking?

Beim Gorilla-Trekking im Volcanoes-Nationalpark ist das Malariarisiko wegen der Höhenlage tendenziell etwas geringer, aber keinesfalls null – Schutzmaßnahmen bleiben unverzichtbar. Der Volcanoes-Nationalpark im Nordwesten, Heimat der berühmten Berggorillas, liegt überwiegend auf über 2.000 Metern Höhe, wo Anopheles-Mücken seltener vorkommen. Reisende bewegen sich jedoch fast immer auch in tieferen Lagen: bei An- und Abreise, in den Lodges am Parkrand und bei Übernachtungen unterwegs. Genau dort steigt das Risiko wieder deutlich an.

Ähnliches gilt für den Nyungwe-Forest-Nationalpark im Südwesten mit seinen Schimpansen und für die Safari-Region des Akagera-Nationalparks im tiefer gelegenen Osten. Akagera zählt zu den risikoreicheren Gebieten des Landes. Auch in der Hauptstadt Kigali, die auf rund 1.500 Metern liegt, ist das Risiko im Vergleich zum Umland etwas geringer, aber nicht auszuschließen. Wer eine typische Ruanda-Rundreise mit Gorilla-Trekking, Safari und Kigali kombiniert, sollte deshalb die Vorbeugung stets auf das insgesamt höchste Risiko der Reiseroute ausrichten und nicht nur auf die Höhenetappen.

Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Ruanda?

Für Ruanda wird aufgrund des ganzjährig hohen Risikos in aller Regel eine medikamentöse Malaria-Vorbeugung (Chemoprophylaxe) empfohlen – zusätzlich zum konsequenten Mückenschutz, nicht als Ersatz dafür. Ob und welche Prophylaxe für Sie individuell sinnvoll ist, hängt von Reiseroute, Reisedauer, Jahreszeit, Vorerkrankungen und weiteren Medikamenten ab. Diese Abwägung gehört in eine persönliche reisemedizinische Beratung, idealerweise etwa vier bis sechs Wochen vor Abreise.

Der Zeitpuffer ist wichtig, weil manche Präparate rechtzeitig vor der Reise begonnen und über einen bestimmten Zeitraum nach der Rückkehr weiter eingenommen werden müssen. Zudem lassen sich in der Beratung sinnvolle Impfungen gleich mitplanen. Grundsätzlich unterscheidet die Reisemedizin zwischen der Chemoprophylaxe (vorbeugende Einnahme) und der sogenannten Standby- oder Notfallmedikation für Regionen mit geringem Risiko. In einem Hochrisikoland wie Ruanda steht in den meisten Fällen die durchgehende Prophylaxe im Vordergrund. Einen Überblick über die verfügbaren Prophylaxe-Medikamente und ihre Wirkweise finden Sie in unserem Ratgeber.

Welches Medikament wird empfohlen?

Als Mittel der Wahl für Ruanda gilt in den deutschen reisemedizinischen Empfehlungen die Kombination Atovaquon-Proguanil (bekannt unter dem Handelsnamen Malarone und als Generika). Sie ist in der Regel gut verträglich, wird über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum eingenommen und eignet sich sowohl für kürzere als auch längere Aufenthalte. Als Alternative nennt die WHO Doxycyclin, das weltweit seit Jahren erfolgreich eingesetzt wird – in Deutschland ist es zur Malariaprophylaxe allerdings nicht ausdrücklich zugelassen und wird daher außerhalb der Zulassung verordnet. Als weitere Option kommt je nach Situation auch Mefloquin infrage.

Welches Präparat im Einzelfall passt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit Ihnen – abhängig von Verträglichkeit, Begleiterkrankungen, Wechselwirkungen und Reiseprofil. Auf dieser Seite nennen wir bewusst keine individuellen Dosierungen. Die richtige Dosis, der Einnahmezeitpunkt vor Reisebeginn und die Dauer der Weitereinnahme nach der Rückkehr unterscheiden sich je nach Wirkstoff und werden persönlich festgelegt. Nehmen Sie das verordnete Präparat konsequent und vollständig ein, denn nur so entfaltet die Prophylaxe ihren vollen Schutz.

Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?

Der wirksamste Schutz beginnt bei der Vermeidung von Mückenstichen – er ist die Grundlage jeder Malariavorbeugung und wirkt zugleich gegen weitere durch Mücken übertragene Krankheiten. Da die Malaria übertragenden Anopheles-Mücken vor allem in der Dämmerung und nachts stechen, ist der Schutz in diesen Stunden besonders wichtig. Bewährt haben sich folgende Maßnahmen:

  • Hautabweisende Repellents mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin auf unbedeckte Hautstellen auftragen und regelmäßig erneuern.
  • Lange, helle und möglichst weite Kleidung tragen, idealerweise mit Insektenschutzmittel imprägniert.
  • Unter einem imprägnierten Moskitonetz schlafen, besonders in Unterkünften ohne Klimaanlage oder Fliegengitter.
  • Räume mit Klimaanlage oder intakten Fenstergittern bevorzugen.

Da Denguefieber und Chikungunya durch tagaktive Mücken übertragen werden, ist konsequenter Mückenschutz nicht nur abends, sondern rund um die Uhr sinnvoll. So kombinieren Sie mit vergleichsweise geringem Aufwand den Schutz vor mehreren Erkrankungen.

Weitere Gesundheitstipps

Neben der Malariavorbeugung sollten Sie bei einer Ruanda-Reise auch an weitere Gesundheitsthemen denken. Reisemediziner empfehlen für Ruanda üblicherweise einen Impfschutz gegen Hepatitis A; je nach Reiseprofil kommen Impfungen gegen Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken (ACWY), Typhus sowie gegen Dengue und Chikungunya infrage. Ihr Standardimpfschutz (etwa Tetanus, Diphtherie, Polio und Masern) sollte vor der Reise vollständig sein.

Bei der Einreise ist eine Gelbfieberimpfung für alle Personen ab 12 Monaten Pflicht, wenn Sie aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet kommen – etwa nach einer vorherigen Reise durch bestimmte Länder Afrikas oder Südamerikas. Bei direkter Anreise aus Deutschland besteht diese Impfpflicht nicht, dennoch kann die Impfung aus medizinischer Sicht sinnvoll sein. Achten Sie außerdem auf sichere Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene, um Durchfallerkrankungen vorzubeugen. Wichtig: Malaria kann sich auch noch Wochen nach der Rückkehr zeigen. Treten Fieber, Schüttelfrost oder grippeähnliche Beschwerden auf, suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe und weisen Sie auf die Reise hin. Die typischen Symptome einer Malaria sollten Sie deshalb kennen.

Häufige Fragen zu Malaria in Ruanda

Ist Kigali malariafrei?

Nein. In Kigali ist das Risiko wegen der Höhenlage von rund 1.500 Metern zwar geringer als im tiefer gelegenen Umland, aber nicht auszuschließen. Auch in der Hauptstadt sollten Sie deshalb auf konsequenten Mückenschutz achten und die für Ihre Reiseroute empfohlene Vorbeugung einhalten.

Ab welcher Höhe ist das Malariarisiko in Ruanda gering?

Oberhalb von etwa 1.800 Metern sinkt das Risiko deutlich, weil Anopheles-Mücken in kühleren Höhenlagen seltener vorkommen. Vollständig risikofrei ist jedoch keine Region, zumal Reisen fast immer auch tiefer gelegene Abschnitte umfassen. Die Vorbeugung sollte sich stets am höchsten Risiko der gesamten Reiseroute orientieren.

Wann sollte ich die reisemedizinische Beratung planen?

Idealerweise etwa vier bis sechs Wochen vor Abreise. So bleibt genug Zeit, um Impfungen rechtzeitig zu verabreichen und die passende Malariaprophylaxe auszuwählen, die je nach Präparat schon vor Reisebeginn eingenommen werden muss.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Angaben zu Risiko, Impfungen und Prophylaxe können sich ändern. Lassen Sie sich vor Ihrer Reise individuell reisemedizinisch beraten.