Im Senegal besteht ein hohes Malariarisiko: In der südlichen Landeshälfte (Casamance) und im Landesinneren ganzjährig, im Norden vor allem in und nach der Regenzeit (Juli bis November). Haupterreger ist der gefährliche Malaria tropica-Erreger Plasmodium falciparum. Empfohlen werden Mückenschutz plus Chemoprophylaxe.
| Malaria-Risiko | Hoch, landesweit vorhanden |
|---|---|
| Hochrisikogebiete | Casamance (Süden) und das Landesinnere/der Osten – ganzjährig |
| Risikoärmere Gebiete | Norden/Sahel und Region Dakar, besonders in der Trockenzeit (Januar bis Mai) – aber nicht null |
| Saison | Höchstes Risiko in und nach der Regenzeit (Juli bis Oktober/November) |
| Empfohlener Schutz | Konsequenter Mückenschutz plus Chemoprophylaxe (im Norden ggf. Standby nach Beratung) |
| Haupterreger | Plasmodium falciparum (über 99 % der Fälle) |
| Weitere Mückenkrankheiten | Dengue-Fieber, Chikungunya, Zika, Gelbfieber |
Gibt es im Senegal Malaria?
Ja, im Senegal besteht ein hohes Malariarisiko, und die Krankheit kommt landesweit vor. Der Senegal zählt zu den Ländern Westafrikas mit ganzjähriger Übertragung in weiten Teilen des Landes. Über 99 Prozent der Fälle gehen auf den Erreger Plasmodium falciparum zurück, der die gefährliche Malaria tropica auslöst – die Form, die unbehandelt innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich verlaufen kann. Reisende sollten Malaria im Senegal daher grundsätzlich ernst nehmen, unabhängig von Reiseziel oder Reisezeit. Ausführliche Hintergründe zur Verbreitung finden Sie auf unserer Übersicht der Malaria-Risikogebiete. Eine individuelle reisemedizinische Beratung vor der Abreise ist bei einem Ziel mit hohem Risiko dringend anzuraten.
Welche Regionen sind am stärksten betroffen?
Am stärksten betroffen sind die südliche Landeshälfte mit der Region Casamance sowie das Landesinnere und der Osten des Landes – hier herrscht ganzjährig ein hohes Risiko. Beliebte Badeziele in der Casamance wie Cap Skirring liegen damit in einem Hochrisikogebiet. Im Norden und Nordwesten (Sahel) sowie in der Küstenregion nördlich des Saloum-Deltas ist das Risiko saisonal hoch, vor allem von Juni bis Dezember. Die Hauptstadtregion Dakar und der Norden gelten in der Trockenzeit als risikoärmer, doch auch dort ist das Risiko nicht gleich null. Die viel besuchten Badeorte Saly und Somone an der Petite Côte liegen im Küstenbereich südlich von Dakar, wo während und nach der Regenzeit ebenfalls mit Übertragung zu rechnen ist. Wer verschiedene Landesteile bereist, sollte sich am jeweils höchsten Risiko orientieren.
Spielt die Reisezeit eine Rolle?
Ja, die Reisezeit hat einen deutlichen Einfluss auf das Malariarisiko, hebt es aber nirgends vollständig auf. Das höchste Risiko besteht in und kurz nach der Regenzeit, die im Norden etwa von Juli bis September und in der subtropischen Casamance von Mai bis Oktober dauert – die relevanten Übertragungsmonate reichen im ganzen Land bis in den November hinein. In dieser feuchtwarmen Phase vermehren sich die übertragenden Anopheles-Mücken besonders stark. In der Trockenzeit von Januar bis Mai sinkt das Risiko im Norden und rund um Dakar spürbar, während es im Süden und Landesinneren ganzjährig hoch bleibt. Eine Reise in der Trockenzeit ersetzt keine Vorsorge, verringert aber die Wahrscheinlichkeit von Stichen in den nördlichen Regionen.
Brauche ich eine Malariaprophylaxe für den Senegal?
Für die meisten Reisen in den Senegal wird eine medikamentöse Chemoprophylaxe empfohlen – zusätzlich zum konsequenten Mückenschutz. Das gilt insbesondere für Aufenthalte in der Casamance, im Landesinneren und im Osten sowie generell während und nach der Regenzeit. Für kurze Aufenthalte im Norden oder in der Region Dakar während der Trockenzeit kann nach ärztlicher Beratung stattdessen ein Standby-Medikament (Notfall-Selbstbehandlung) infrage kommen. Welche Strategie für Ihre konkrete Route, Reisedauer und Gesundheitssituation die richtige ist, klärt eine reisemedizinische Beratung. Grundlagen zu den Schutzstrategien lesen Sie auf unseren Seiten zur Malaria-Vorbeugung und zu den Prophylaxe-Medikamenten. Diese Seite ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung und enthält bewusst keine individuellen Dosierungsangaben.
Welches Medikament wird empfohlen?
Für die Hochrisikogebiete des Senegal empfehlen reisemedizinische Fachgesellschaften in erster Linie Atovaquon-Proguanil zur Chemoprophylaxe. Als gleichwertige Alternative kommt Doxycyclin in Betracht. Beide Präparate wirken gegen Plasmodium falciparum, unterscheiden sich aber in Einnahmeschema, Nebenwirkungsprofil und Eignung für bestimmte Personengruppen. Welches Medikament für Sie passt, hängt von Faktoren wie Reisedauer, Vorerkrankungen, weiteren Medikamenten und Verträglichkeit ab und muss unbedingt vor der Reise mit einer Ärztin oder einem Arzt für Reisemedizin oder Tropenmedizin besprochen werden. Konkrete Dosierungen legt ausschließlich die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest – diese Seite gibt bewusst keine an.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?
Der Mückenschutz (Expositionsprophylaxe) ist die Basis jeder Malariavorsorge und schützt zugleich vor Dengue, Chikungunya und Zika. Wichtig sind: helle, körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel und Hosen), das Auftragen von Repellentien mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin auf freie Hautstellen, sowie ein Schlafplatz mit intaktem Fliegengitter oder einem imprägnierten Moskitonetz. Die Anopheles-Mücke, die Malaria überträgt, sticht vor allem in der Dämmerung und nachts – abends ist daher besondere Vorsicht geboten. Die Aedes-Mücken, die Dengue und Chikungunya übertragen, sind dagegen tagaktiv, sodass Mückenschutz rund um die Uhr sinnvoll ist. Ausführliche Tipps finden Sie auf unserer Seite zur Malaria-Vorbeugung.
Häufige Fragen zu Malaria im Senegal
Braucht man für einen Badeurlaub in Saly Malariaprophylaxe?
Saly liegt an der Petite Côte südlich von Dakar in einem Küstenbereich, in dem während und nach der Regenzeit mit Malariaübertragung zu rechnen ist. Für einen Badeurlaub dort wird in der Regel eine Chemoprophylaxe empfohlen, ergänzt durch konsequenten Mückenschutz. Ob im Einzelfall – etwa bei einer sehr kurzen Reise in der Trockenzeit – ein Standby-Medikament ausreicht, sollte vorab reisemedizinisch geklärt werden.
Ist Dakar malariafrei?
Nein, Dakar ist nicht malariafrei. In der Hauptstadtregion ist das Risiko zwar geringer als in der Casamance oder im Landesinneren, besonders in der Trockenzeit, aber es besteht nicht null Risiko. Auch in Dakar sind Mückenschutz und – je nach Reisezeit und ärztlicher Empfehlung – eine Prophylaxe oder ein Standby-Präparat sinnvoll. Zudem tritt in Dakar Dengue-Fieber auf.
Woran erkenne ich eine Malaria nach der Reise?
Malaria beginnt meist mit unspezifischen, grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. Symptome können erst Tage bis Wochen nach der Rückkehr auftreten. Bei Fieber bis zu drei Monate nach einer Senegal-Reise sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe suchen und auf den Aufenthalt hinweisen. Eine Übersicht der Warnzeichen bietet unsere Seite zu den Symptome.
Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder reisemedizinische Beratung. Empfehlungen zu Malariaprophylaxe und Impfungen können sich ändern und hängen von Ihrer persönlichen Situation ab. Lassen Sie sich vor jeder Reise rechtzeitig von einer reise- oder tropenmedizinischen Fachstelle beraten.