Die Seychellen sind malariafrei: Es gibt keine einheimische Malariaübertragung, die Anopheles-Mücke ist auf den Inseln nicht etabliert. Reisende brauchen keine Malariaprophylaxe. Relevant ist jedoch der Mückenschutz gegen die tagaktive Aedes-Mücke, die Dengue- und Chikungunyafieber übertragen kann.
| Malaria-Risiko | Kein Risiko – keine einheimische Übertragung auf den Seychellen |
| Status | Malariafrei (Anopheles-Mücke nicht etabliert) |
| Malariaprophylaxe | Nicht nötig – keine Tabletten erforderlich |
| Wichtigster Mückenschutz | Tagsüber gegen die Aedes-Mücke (Dengue- und Chikungunyaschutz) |
| Weitere Mückenkrankheiten | Denguefieber und Chikungunyafieber (v. a. Regenzeit November–März) |
Gibt es auf den Seychellen Malaria?
Nein – auf den Seychellen gibt es keine Malaria. Der Inselstaat im Indischen Ozean gilt als malariafrei, weil dort keine einheimische Übertragung des Malariaerregers stattfindet. Reisende sind daher keinem Malariarisiko ausgesetzt, weder auf den Hauptinseln Mahé, Praslin und La Digue noch auf den kleineren, oft für Luxus- und Honeymoon-Aufenthalte genutzten Inseln. Ob Strandurlaub, Tauchreise oder Flitterwochen: In Bezug auf Malaria können Sie Ihre Reise auf die Seychellen ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen antreten. Wie die Seychellen zählen viele beliebte Inselziele nicht zu den Malaria-Risikogebieten.
Warum gelten die Seychellen als malariafrei?
Die Seychellen sind malariafrei, weil die für die Übertragung verantwortliche Anopheles-Mücke dort nicht dauerhaft etabliert ist. Malaria wird ausschließlich durch den Stich infizierter weiblicher Anopheles-Mücken übertragen. Fehlt diese Mückenart als stabiler Überträger, kann sich der Malariaerreger nicht im Land ausbreiten – selbst wenn einzelne Infizierte einreisen. Auf den geografisch isolierten Granit- und Koralleninseln der Seychellen fehlen die ökologischen Voraussetzungen für einen dauerhaften Übertragungszyklus. Anders als in vielen Regionen des afrikanischen Festlands oder Asiens gab es hier keine anhaltende lokale Malariaübertragung. Reisemedizinische Fachstellen wie das Tropeninstitut und das Centrum für Reisemedizin (CRM) führen die Seychellen deshalb einheitlich als Ziel ohne Malariarisiko.
Brauche ich für die Seychellen eine Malariaprophylaxe?
Nein, für die Seychellen ist keine Malariaprophylaxe nötig. Da kein Übertragungsrisiko besteht, empfehlen die reisemedizinischen Fachstellen weder eine medikamentöse Prophylaxe noch die Mitnahme einer Notfall-Selbstbehandlung. Malariatabletten würden Sie hier ohne Nutzen einnehmen und dabei unnötig deren Nebenwirkungen in Kauf nehmen. Prophylaxe-Medikamente sind für Reisende in echte Endemiegebiete gedacht – etwa Teile Afrikas, Südostasiens oder Südamerikas –, nicht für malariafreie Ziele wie die Seychellen. Wenn Sie innerhalb einer Reise zusätzlich ein Malariagebiet ansteuern, sollten Sie die Prophylaxe-Frage für diesen Reiseabschnitt gesondert mit einer reisemedizinischen Beratungsstelle klären.
Was ist mit Dengue-Fieber?
Denguefieber tritt auf den Seychellen zeitweise auf und ist – anders als Malaria – das relevante mückenübertragene Gesundheitsthema. Übertragen wird Dengue durch die tagaktive Aedes-Mücke, die vor allem in den Morgen- und Abendstunden sticht. Neben Dengue kann auch Chikungunyafieber vorkommen; seit Ende 2025 verzeichnen die Seychellen einen deutlichen Anstieg von Chikungunyafällen, und bis ins Jahr 2026 wurden über mehr als ein Dutzend europäische Länder verteilt zahlreiche Fälle bei Reiserückkehrern gemeldet. Beide Erkrankungen äußern sich häufig mit hohem Fieber, starken Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Hautausschlag. Der wichtigste Schutz ist konsequenter Mückenschutz tagsüber. Wer typische Beschwerden nach der Reise bemerkt, sollte einen Arzt aufsuchen und die Reise erwähnen – eine Übersicht möglicher Symptome hilft bei der Einordnung.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?
Wirksamer Mückenschutz ist auf den Seychellen der zentrale Baustein Ihrer Reisevorbereitung – nicht wegen Malaria, sondern wegen Dengue und Chikungunya. Da die Aedes-Mücke tagaktiv ist, reicht ein Schutz nur in den Nachtstunden nicht aus. Bewährt haben sich:
- Auftragen eines Mückenschutzmittels (Repellent) mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin, tagsüber wiederholt
- Lange, helle und locker sitzende Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt
- Aufenthalt in klimatisierten oder mit Fliegengittern geschützten Räumen
- Bei Bedarf ein imprägniertes Moskitonetz, besonders für Kinder und in einfacheren Unterkünften
Ausführliche Hinweise finden Sie im Ratgeber Mückenschutz & Vorbeugung, der die einzelnen Maßnahmen und Wirkstoffe im Detail erklärt.
Weitere Gesundheitstipps
Für die Seychellen sind über den Mückenschutz hinaus nur wenige Gesundheitspunkte zu beachten. Eine Gelbfieberimpfung ist bei Direkteinreise aus Europa nicht erforderlich; verpflichtend wird der Impfnachweis nur, wenn Sie über ein Gelbfieber-Endemiegebiet einreisen. Das Robert Koch-Institut und reisemedizinische Fachstellen empfehlen, die üblichen Standardimpfungen (etwa Tetanus, Diphtherie, Polio) sowie je nach Reisestil Hepatitis A zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen. Achten Sie außerdem auf einen ausreichenden Sonnenschutz und eine gute Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene, um Reisedurchfall vorzubeugen. Vor der Abreise lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts, da sich die Lage bei Dengue und Chikungunya saisonal ändern kann. Eine individuelle reisemedizinische Beratung ist besonders für Schwangere, Kleinkinder und Menschen mit Vorerkrankungen sinnvoll.
Häufige Fragen zu Malaria auf den Seychellen
Muss ich für die Seychellen Malariatabletten nehmen?
Nein. Die Seychellen sind malariafrei, deshalb sind Malariatabletten weder als Prophylaxe noch als Notfallmedikament nötig. Eine Einnahme würde nur unnötige Nebenwirkungen mit sich bringen, ohne einen Schutznutzen zu haben.
Gibt es auf den Seychellen andere Tropenkrankheiten?
Ja. Statt Malaria sind Denguefieber und Chikungunyafieber relevant, die von der tagaktiven Aedes-Mücke übertragen werden. Beide treten vor allem in der Regenzeit von November bis März auf. Konsequenter Mückenschutz am Tag ist daher der wichtigste Vorsorgepunkt.
Brauche ich für die Seychellen eine Gelbfieberimpfung?
Bei direkter Einreise aus Europa ist keine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Ein gültiger Impfnachweis wird nur verlangt, wenn Sie zuvor in einem Gelbfieber-Endemiegebiet waren oder dort einen Zwischenstopp hatten. Klären Sie mehrgliedrige Reiserouten vorab reisemedizinisch ab.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder reisemedizinische Beratung. Die epidemiologische Lage – insbesondere bei Dengue- und Chikungunyafieber – kann sich kurzfristig ändern. Bitte informieren Sie sich vor Reiseantritt bei einer reisemedizinischen Beratungsstelle sowie über die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.