In Tansania besteht ganzjährig ein hohes Malariarisiko in allen Landesteilen unterhalb von etwa 1.800 Metern, einschließlich der Safari-Regionen, der Küste und Sansibars. Über 99 Prozent der Fälle verursacht der gefährliche Erreger Plasmodium falciparum. Empfohlen werden konsequenter Mückenschutz und eine medikamentöse Chemoprophylaxe.
| Malaria-Risiko | Hoch, ganzjährig unterhalb von etwa 1.800 m Höhe |
|---|---|
| Betroffene Regionen | Safari-Gebiete (Serengeti-Umfeld, Tarangire, Selous/Nyerere), die gesamte Küste inklusive Daressalam sowie die Inseln Sansibar, Mafia und Pemba |
| Risikoarme Gebiete | Sehr hohe Lagen wie die Gipfelregion des Kilimandscharo, der Rand des Ngorongoro-Kraters und die höheren Usambara-Berge |
| Saison | Ganzjährig; leicht erhöht während und nach den Regenzeiten (März bis Mai, November/Dezember) |
| Empfohlener Schutz | Expositionsprophylaxe (Mückenschutz) plus medikamentöse Chemoprophylaxe |
| Haupterreger | Plasmodium falciparum (Malaria tropica), über 99 Prozent der Fälle |
| Weitere Mückenkrankheiten | Denguefieber (zunehmend an der Küste und auf Sansibar), Chikungunya; Gelbfieber tritt nicht auf, kann aber bei Einreise verlangt werden |
Gibt es in Tansania Malaria?
Ja, in Tansania besteht ein hohes Malariarisiko. Nach übereinstimmenden Angaben von Tropeninstitut, Centrum für Reisemedizin (CRM) und Deutscher Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) ist die Übertragung ganzjährig und landesweit in allen Gebieten unterhalb von etwa 1.800 Metern Höhe möglich. Betroffen sind sowohl die großen Städte wie Daressalam als auch die Nationalparks und die vorgelagerten Inseln. Malaria zählt damit zu den Malaria-Risikogebieten der höchsten Stufe in Ostafrika. Der Erreger wird durch nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen; eine Ansteckung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Weil die gefährliche Malaria tropica innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich werden kann, ist eine sorgfältige Reisevorbereitung für Tansania unverzichtbar.
Wo ist das Risiko am höchsten?
Am höchsten ist das Risiko in den tief gelegenen, warmen und feuchten Regionen unterhalb von etwa 1.800 Metern. Dazu gehören die klassischen Safari-Gebiete rund um die Serengeti, den Tarangire-Nationalpark und das Selous-/Nyerere-Schutzgebiet ebenso wie die gesamte Küste mit Daressalam. Auch die beliebten Badeinseln Sansibar, Mafia und Pemba gelten ganzjährig als Hochrisikogebiete – Sansibar wird auf einer eigenen Unterseite ausführlicher behandelt. Deutlich geringer ist das Risiko in den sehr hohen Lagen: Die Gipfelregion des Kilimandscharo, der Rand des Ngorongoro-Kraters und die höchsten Teile der Usambara-Berge gelten als risikoarm bis malariafrei, weil die Anopheles-Mücke oberhalb von rund 1.800 Metern kaum noch überlebt. Wer den Kilimandscharo besteigt, bewegt sich aber beim Auf- und Abstieg zwangsläufig auch durch tiefere Malariazonen.
Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Tansania?
Für nahezu alle Tansania-Reisen wird eine medikamentöse Chemoprophylaxe empfohlen. Weil das Land ganzjährig als Hochrisikogebiet eingestuft ist, raten Tropeninstitut, CRM und DTG bei Aufenthalten in Regionen unterhalb von 1.800 Metern – also bei praktisch jeder Safari, jedem Küsten- und jedem Inselaufenthalt – zur vorbeugenden Tabletteneinnahme zusätzlich zum Mückenschutz. Die Chemoprophylaxe verhindert nicht den Stich, unterdrückt aber die Vermehrung der Erreger im Körper und schützt so vor dem Ausbruch der Erkrankung. Ausführliche Grundlagen dazu finden Sie unter Malaria-Vorbeugung. Ob im Einzelfall eine Prophylaxe oder alternativ eine sogenannte Notfall-Selbstbehandlung sinnvoll ist, hängt von Reiseziel, Reisedauer und Vorerkrankungen ab und sollte immer individuell reisemedizinisch geklärt werden.
Welches Medikament wird empfohlen?
Für Tansania werden nach den aktuellen deutschen Empfehlungen vor allem Atovaquon-Proguanil und Doxycyclin als Chemoprophylaxe eingesetzt; als weitere Option kommt Mefloquin in Betracht. Alle drei Wirkstoffe gelten für Kurzzeitreisende als vergleichbar wirksam, unterscheiden sich aber in Einnahmeschema, Verträglichkeit und Einnahmedauer nach der Reise. Eine Übersicht über die Wirkstoffe bietet die Seite Prophylaxe-Medikamente. Welches Präparat für Sie geeignet ist, hängt von individuellen Faktoren wie Begleiterkrankungen, weiteren Medikamenten, Schwangerschaft und geplanter Aufenthaltsdauer ab. Diese Seite nennt bewusst keine Dosierungen – die konkrete Auswahl und Dosierung gehört ausschließlich in ärztliche Hand und sollte einige Wochen vor Abreise in einer reisemedizinischen Beratung besprochen werden.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?
Der wirksamste Basisschutz ist, Stiche gar nicht erst zuzulassen (Expositionsprophylaxe). Die Anopheles-Mücke, die Malaria überträgt, ist vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Tragen Sie in dieser Zeit lange, helle und möglichst weite Kleidung, die Arme und Beine bedeckt. Verwenden Sie auf allen freien Hautstellen ein Mückenschutzmittel mit einem bewährten Wirkstoff wie DEET oder Icaridin und tragen Sie es mehrmals täglich neu auf. Schlafen Sie unter einem imprägnierten Moskitonetz, wenn Ihre Unterkunft nicht mückensicher klimatisiert oder vergittert ist. Diese Maßnahmen schützen zugleich vor tagaktiven Mücken, die Dengue und Chikungunya übertragen. Achten Sie auf frühe Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen: Treten diese während oder noch bis zu mehrere Monate nach der Reise auf, ist umgehend ärztliche Abklärung nötig.
Weitere Gesundheitstipps für die Reise
Neben der Malaria sollten Tansania-Reisende weitere Gesundheitsrisiken bedenken. An der Küste und auf Sansibar hat die Zahl der Denguefälle in den letzten Jahren zugenommen; auch Chikungunya kommt vor – gegen beide hilft konsequenter Mückenschutz auch tagsüber. Eine Gelbfieberimpfung ist bei direkter Einreise aus Deutschland nicht vorgeschrieben, wird aber bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet verlangt; bei der Ankunft auf Sansibar wird der Impfnachweis in der Praxis häufiger kontrolliert. Als Standard-Reiseimpfungen empfehlen die Fachgesellschaften den Schutz gegen Hepatitis A und die Auffrischung von Tetanus, Diphtherie und Polio; je nach Reisestil kommen Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Meningokokken hinzu. Wichtig sind außerdem eine sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene gegen Durchfallerkrankungen sowie ein ausreichender Sonnen- und Hitzeschutz. Klären Sie alle Impfungen und die Malariaprophylaxe rechtzeitig, idealerweise vier bis sechs Wochen vor Abflug, in einer reisemedizinischen Sprechstunde.
Häufige Fragen zu Malaria in Tansania
Ist Sansibar malariafrei?
Nein. Sansibar gehört wie Mafia und Pemba ganzjährig zu den Hochrisikogebieten. Die Übertragung ist zwar durch Bekämpfungsprogramme zurückgegangen, findet aber weiterhin statt. Mückenschutz und in der Regel eine Chemoprophylaxe sind daher auch für einen reinen Badeurlaub auf Sansibar empfohlen.
Besteht auch beim Besteigen des Kilimandscharo ein Malariarisiko?
In der Gipfelregion selbst ist das Risiko sehr gering, da Anopheles-Mücken oberhalb von etwa 1.800 Metern kaum vorkommen. Auf dem An- und Abmarsch sowie in den tiefer gelegenen Ausgangsorten und bei einer anschließenden Safari bewegen Sie sich jedoch durch Hochrisikozonen, sodass Schutzmaßnahmen weiterhin sinnvoll sind.
Wie schnell nach der Reise kann Malaria ausbrechen?
Erste Beschwerden treten meist etwa ein bis vier Wochen nach der Infektion auf, bei der Malaria tropica frühestens nach rund sechs Tagen. In seltenen Fällen kann eine Erkrankung noch Monate später beginnen. Fieber nach einer Tansania-Reise ist deshalb immer ein Malaria-Verdacht und muss umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Angaben zu Malariarisiko und Schutzmaßnahmen können sich ändern. Lassen Sie sich vor Ihrer Reise individuell reisemedizinisch beraten und klären Sie die geeignete Prophylaxe sowie deren Dosierung ärztlich ab.