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Malaria-Risikogebiete: Länder-Übersicht

Malaria in Venezuela: Bolívar, Canaima & Schutz

In Venezuela ist Malaria ein regionales, in den letzten Jahren durch den Zusammenbruch des Gesundheitssystems stark gestiegenes Risiko. Betroffen ist vor allem der Süden und Südosten – die Bundesstaaten Bolívar, Amazonas und Delta Amacuro sowie die Region um Canaima und den Salto Ángel. In Caracas und an der Karibikküste einschließlich Isla Margarita ist das Risiko gering. Dengue-Fieber tritt landesweit auf.

Malaria-RisikoRegional, ganzjährig – in den letzten Jahren stark gestiegen
RisikogebieteSüden/Südosten: Bolívar (illegale Goldminen), Amazonas, Delta Amacuro, südlich des Orinoko, Region Canaima/Salto Ángel
Risikoärmere GebieteCaracas, Karibikküste, Isla Margarita und andere Inseln
Empfohlener SchutzKonsequenter Mückenschutz; für den Süden/Canaima Chemoprophylaxe oder Notfallmedikament (Standby) nach ärztlicher Beratung
HaupterregerÜberwiegend Plasmodium vivax (Malaria tertiana), im Süden zunehmend Plasmodium falciparum (Malaria tropica)
Weitere MückenkrankheitenDengue-Fieber (landesweit), außerdem Chikungunya, Zika und regional Gelbfieber

Gibt es in Venezuela Malaria?

Ja, in Venezuela gibt es Malaria – und das Risiko ist regional erheblich. Nach Jahren rückläufiger Zahlen ist die Malaria in Venezuela seit etwa 2016 stark gestiegen, weil das öffentliche Gesundheitssystem im Zuge der wirtschaftlichen und politischen Krise weitgehend zusammengebrochen ist. Bekämpfungsprogramme, Diagnostik und Medikamentenversorgung funktionieren vielerorts nicht mehr. Das Land trägt heute den größten Teil der Malaria-Todesfälle Lateinamerikas.

Das Risiko besteht ganzjährig, verteilt sich aber sehr ungleich über das Land: Weite Teile des dicht besiedelten Nordens sowie die Küste sind malariafrei oder risikoarm, während im Süden und Südosten ein hohes Übertragungsrisiko herrscht. Wo Reisende sich aufhalten, entscheidet daher maßgeblich über die nötigen Schutzmaßnahmen. Einen Überblick über die weltweite Verbreitung geben die Malaria-Risikogebiete.

Welche Regionen sind betroffen?

Der Schwerpunkt der Malaria liegt eindeutig im Süden und Südosten. Die Bundesstaaten Bolívar und Amazonas vereinen den weit überwiegenden Anteil aller landesweit gemeldeten Fälle auf sich. Treiber ist vor allem der illegale Goldbergbau im Bundesstaat Bolívar: In den provisorischen Minencamps südlich des Orinoko leben viele Menschen unter freiem Himmel, ohne Schutz und ohne medizinische Versorgung – ideale Bedingungen für die Übertragung durch Anopheles-Mücken.

Als Gebiete mit hohem Risiko gelten die Regionen südlich des Orinoko, das Orinoko-Delta, der Bundesstaat Delta Amacuro sowie Teile der Bundesstaaten Sucre, Mérida und Zulia. Ein mittleres bis geringes Risiko besteht in einigen Regionen nördlich des Orinoko. Deutlich risikoärmer sind dagegen die Hauptstadt Caracas, die Karibikküste und die Inseln, darunter die beliebte Ferieninsel Isla Margarita. Wer sich ausschließlich dort aufhält, hat ein sehr geringes Malariarisiko.

Besteht bei Canaima/Angel Falls ein Risiko?

Ja. Der Nationalpark Canaima mit dem Salto Ángel (Angel Falls), dem höchsten Wasserfall der Erde, liegt im Bundesstaat Bolívar und damit mitten im Malaria-Risikogebiet. Wer diese klassische Fernreise-Route unternimmt, sollte das Thema Malaria ernst nehmen und sich vor der Reise reisemedizinisch beraten lassen.

Für den Süden Venezuelas einschließlich Canaima wird – je nach Reiseprofil – eine medikamentöse Vorbeugung (Chemoprophylaxe) oder das Mitführen eines Notfallmedikaments (Standby) empfohlen, immer zusätzlich zum konsequenten Mückenschutz. Für Flüge in den Park und Aufenthalte in weiten Landesteilen ist außerdem eine Gelbfieber-Impfung vorgeschrieben oder empfohlen; ohne Impfnachweis kann die Einreise in den Park verweigert oder eine Impfung vor Ort verlangt werden. Details zur Vorbeugung finden Sie unter Malaria-Vorbeugung.

Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Venezuela?

Das hängt vom Reiseziel ab. Für reine Aufenthalte in Caracas oder an der Küste einschließlich Isla Margarita ist meist kein Malariamedikament nötig – hier steht der Mückenschutz im Vordergrund. Für Reisen in den Süden und Südosten, insbesondere nach Bolívar, Amazonas, ins Orinoko-Delta oder zum Canaima-Nationalpark, wird dagegen ein medikamentöser Schutz empfohlen.

Ob eine durchgehende Chemoprophylaxe oder ein Standby-Notfallmedikament sinnvoller ist, richtet sich nach Reisedauer, Route, Jahreszeit und Ihren individuellen Voraussetzungen. Diese Entscheidung – und die Auswahl des passenden Wirkstoffs – gehört in die Hände einer reisemedizinisch erfahrenen Ärztin oder eines Arztes. Eine Beratung sollte idealerweise vier bis sechs Wochen vor Abreise erfolgen. Auf dieser Seite finden Sie bewusst keine individuellen Dosierungen; einen allgemeinen Überblick geben die Prophylaxe-Medikamente. Da im Süden vermehrt Plasmodium falciparum vorkommt, ist ein wirksamer Schutz dort besonders wichtig.

Wie schütze ich mich vor Mückenstichen (auch Dengue)?

Der Mückenschutz ist die Grundlage jeder Malaria- und Dengue-Vorbeugung – und die einzige Maßnahme, die gegen alle durch Mücken übertragenen Krankheiten gleichzeitig wirkt. Wichtig ist, dass die Anopheles-Mücken der Malaria vor allem in der Dämmerung und nachts stechen, während die Aedes-Mücken des Dengue-Fiebers tagsüber aktiv sind. Deshalb ist Schutz rund um die Uhr sinnvoll.

  • Auf unbedeckter Haut ein Repellent mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin auftragen und regelmäßig erneuern.
  • Lange, helle und locker sitzende Kleidung tragen; Kleidung lässt sich zusätzlich mit Insektiziden imprägnieren.
  • Nachts unter einem imprägnierten Moskitonetz schlafen, besonders in einfachen Unterkünften oder im Freien.
  • Räume mit Klimaanlage, Fliegengittern oder Insektiziden mückenfrei halten.

Gegen Dengue gibt es keine spezifische Behandlung, sodass der Stichschutz hier umso wichtiger ist. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Malaria-Vorbeugung.

Weitere Gesundheitstipps

Neben Malaria und Dengue treten in Venezuela weitere durch Mücken übertragene Krankheiten wie Chikungunya und Zika auf; in weiten Landesteilen besteht zudem ein Gelbfieber-Risiko, weshalb eine Gelbfieber-Impfung empfohlen und für bestimmte Regionen wie Canaima vorgeschrieben ist. Empfohlen werden außerdem ein Impfschutz gegen Hepatitis A sowie je nach Reiseprofil gegen Hepatitis B, Tollwut, Typhus und Chikungunya. Lassen Sie Ihren Impfstatus rechtzeitig reisemedizinisch prüfen.

Achten Sie zusätzlich auf Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene, um Durchfallerkrankungen vorzubeugen. Kennen Sie die typischen Symptome einer Malaria – vor allem Fieber, Schüttelfrost und Kopf- oder Gliederschmerzen: Treten diese während oder bis zu mehrere Monate nach der Reise auf, ist umgehend ärztliche Hilfe nötig, und Sie sollten aktiv auf den Venezuela-Aufenthalt hinweisen.

Sicherheitslage: Für Venezuela bestehen aufgrund der angespannten Sicherheits- und Versorgungslage Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts. Informieren Sie sich vor der Reise über die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts.

Häufige Fragen zu Malaria in Venezuela

Braucht man für den Salto Ángel Malariaprophylaxe?

Der Salto Ángel liegt im Canaima-Nationalpark im Bundesstaat Bolívar und damit im Malaria-Risikogebiet. Für diese Route wird – abhängig vom Reiseprofil – eine Chemoprophylaxe oder ein Standby-Notfallmedikament empfohlen, immer zusätzlich zum konsequenten Mückenschutz. Die konkrete Empfehlung sollte reisemedizinisch abgeklärt werden.

Ist Isla Margarita malariafrei?

Die Karibikinsel Isla Margarita gilt als risikoarm; das Malariarisiko ist dort sehr gering. Dennoch sind Mückenstiche möglich, und Dengue-Fieber tritt auch an der Küste auf. Konsequenter Mückenschutz bleibt deshalb auch für einen reinen Badeurlaub sinnvoll.

Warum ist die Malaria in Venezuela so stark gestiegen?

Mit der wirtschaftlichen und politischen Krise ist das öffentliche Gesundheitssystem weitgehend zusammengebrochen: Bekämpfungsprogramme und die Versorgung mit Medikamenten funktionieren vielerorts nicht mehr. Zugleich zog der illegale Goldbergbau im Süden viele Menschen in Regionen mit hoher Übertragung. Beides zusammen ließ die Fallzahlen stark ansteigen.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder reisemedizinische Beratung. Empfehlungen zu Malariaprophylaxe, Medikamenten und Impfungen können sich ändern und hängen von Ihrem persönlichen Reiseprofil ab. Lassen Sie sich rechtzeitig vor der Reise von einer reisemedizinisch erfahrenen Ärztin oder einem Arzt beraten.