In Vietnam besteht nur ein geringes, regional begrenztes Malariarisiko – vor allem in ländlichen und bewaldeten Gebieten, im zentralen Hochland und in den Grenzregionen zu Kambodscha und Laos. Städte wie Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt, die Halong-Bucht, die Küstenorte und die Flussdeltas gelten als praktisch malariafrei.
| Malaria-Risiko | Gering, regional und saisonal begrenzt – landesweit rückläufig (Vietnam strebt Malaria-Freiheit bis 2030 an) |
| Risikogebiete | Ländliche und bewaldete Regionen, zentrales Hochland (u. a. Gia Lai, Đắk Lắk, Kon Tum), Süden sowie Grenzregionen zu Kambodscha und Laos |
| Malariafreie Gebiete | Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt, Halong-Bucht, Küstenorte sowie Mekong- und Rote-Fluss-Delta gelten als praktisch malariafrei |
| Empfohlener Schutz | Für Standardreisen konsequenter Mückenschutz (Expositionsprophylaxe), in der Regel keine Chemoprophylaxe; bei längeren Aufenthalten in Risikogebieten ggf. Standby-Medikament nach ärztlicher Beratung |
| Haupterreger | Plasmodium falciparum (Malaria tropica, über 60 % der Fälle) und Plasmodium vivax; im zentralen Hochland regional Artemisinin-Resistenz |
| Weitere Mückenkrankheiten | Dengue-Fieber landesweit verbreitet – auch in Großstädten; 2025 wurden über 100.000 Fälle registriert |
Die häufigsten Fragen zu Malaria in Vietnam:
Gibt es in Vietnam Malaria?
Ja, in Vietnam gibt es Malaria – das Risiko für Reisende ist jedoch gering und regional stark begrenzt. Übertragen wird die Krankheit durch nachtaktive Anopheles-Mücken, und ein nennenswertes Ansteckungsrisiko besteht praktisch nur in ländlichen und bewaldeten Gebieten abseits der klassischen Touristenrouten. Vietnam hat die Zahl der Malariafälle in den vergangenen Jahren stark gesenkt und verfolgt das Ziel, das Land bis 2030 malariafrei zu machen. Für eine typische Rundreise mit Aufenthalt in Städten, an der Küste und in den Flussdeltas ist das Malariarisiko sehr niedrig. Wer sich über Malaria-Risikogebiete weltweit informieren möchte, findet dort eine Übersicht der betroffenen Länder und Regionen.
Welche Regionen sind betroffen?
Ein relevantes Malariarisiko besteht vor allem in den ländlichen und bewaldeten Regionen des zentralen Hochlands sowie im Süden und in den Grenzregionen zu Kambodscha und Laos. Betroffen sind unter anderem die Provinzen Gia Lai, Đắk Lắk, Đắk Nông und Kon Tum, in denen der Großteil der landesweiten Malariafälle auftritt. Auch waldnahe Gebiete und Regionen mit forst- oder landwirtschaftlicher Tätigkeit gehören zu den Übertragungsgebieten. Ein wichtiges Thema im zentralen Hochland ist die zunehmende Artemisinin-Resistenz: In Teilen dieser Region sprechen Parasiten schlechter auf die sonst hochwirksamen Artemisinin-Kombinationspräparate an. Für Reisende bedeutet das vor allem, dass Prophylaxe und Notfallmedikament für längere Aufenthalte in Risikogebieten unbedingt mit einem Reisemediziner abgestimmt werden sollten. Details zur Wirkweise der verschiedenen Präparate finden Sie unter Prophylaxe-Medikamente.
Sind Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt und die Halong-Bucht sicher?
Ja – Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt und die Halong-Bucht gelten in Bezug auf Malaria als praktisch malariafrei. Das gilt ebenso für die klassischen Küstenorte sowie für das Mekong-Delta und das Rote-Fluss-Delta. Die großen Stadtzentren und die touristischen Kernregionen zählen nicht zu den Malaria-Übertragungsgebieten, sodass hier keine Chemoprophylaxe erforderlich ist. Wichtig zu wissen: „Malariafrei“ bedeutet nicht „mückenfrei“. Gerade in den Städten und entlang der Küste ist das Dengue-Fieber weit verbreitet, das von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen wird. Der Schutz vor Mückenstichen bleibt daher auch in malariafreien Regionen sinnvoll und wichtig.
Brauche ich eine Malariaprophylaxe für Vietnam?
Für Standardreisen nach Vietnam wird in der Regel keine medikamentöse Malariaprophylaxe (Chemoprophylaxe) empfohlen – auch die Mitnahme eines Notfallmedikaments ist für die üblichen Reiserouten meist nicht erforderlich. Im Vordergrund steht der konsequente Mückenschutz. Anders kann die Lage bei längeren Aufenthalten in ländlichen Risikogebieten aussehen, etwa im zentralen Hochland oder in Grenzregionen: Hier kann ein Reisemediziner ein Standby-Medikament (Notfallmedikament zur Selbstbehandlung) empfehlen. Welches Vorgehen individuell sinnvoll ist, hängt von Reiseroute, Reisedauer, Jahreszeit und persönlichen Risikofaktoren ab. Eine individuelle reisemedizinische Beratung vor der Abreise ist deshalb dringend anzuraten – konkrete Wirkstoffe und Dosierungen legt ausschließlich der behandelnde Arzt fest. Weitere Grundlagen erklärt der Ratgeber zur Malaria-Vorbeugung.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen (auch Dengue)?
Der wirksamste Schutz vor Malaria und Dengue-Fieber ist die konsequente Expositionsprophylaxe, also der Schutz vor Mückenstichen. Da Anopheles-Mücken (Malaria) vor allem in der Dämmerung und nachts stechen, Aedes-Mücken (Dengue) hingegen tagsüber, sollten Sie den Schutz rund um die Uhr beachten:
- Tragen Sie helle, körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel und Hosen), idealerweise imprägniert.
- Verwenden Sie auf unbedeckte Haut ein hochwirksames Mückenschutzmittel (Repellent), z. B. mit DEET oder Icaridin.
- Schlafen Sie unter einem imprägnierten Moskitonetz, besonders in ländlichen Unterkünften ohne Klimaanlage.
- Nutzen Sie klimatisierte oder mit Fliegengittern gesicherte Räume, wo dies möglich ist.
Da Dengue in Vietnam landesweit und auch in den Städten vorkommt, ist dieser Schutz auf der gesamten Reise sinnvoll. Lassen Sie sich zusätzlich zu einer möglichen Dengue-Impfung reisemedizinisch beraten, insbesondere bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition. Wie sich eine Infektion äußert, lesen Sie auf der Seite zu den Symptomen.
Weitere Gesundheitstipps
Neben dem Mückenschutz gehört zu einer gut vorbereiteten Vietnam-Reise ein rechtzeitiger Check der Standard- und Reiseimpfungen (etwa Tetanus, Diphtherie, Hepatitis A und je nach Reiseprofil Typhus). Achten Sie außerdem auf sichere Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene, um Magen-Darm-Infektionen vorzubeugen: möglichst abgekochtes oder abgepacktes Wasser trinken und auf rohe oder ungeschälte Speisen verzichten. Bei einer fieberhaften Erkrankung während oder bis zu mehreren Wochen nach der Reise sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe suchen und auf den Vietnam-Aufenthalt hinweisen – Fieber kann trotz geringem Risiko ein Hinweis auf Malaria oder Dengue sein. Planen Sie Ihre reisemedizinische Beratung idealerweise vier bis sechs Wochen vor Abreise ein, damit noch ausreichend Zeit für empfohlene Impfungen bleibt.
Ist Vietnam ein Malaria-Gebiet?
Vietnam ist grundsätzlich ein Land mit geringem, regional begrenztem Malariarisiko. Ein relevantes Übertragungsrisiko besteht nur in ländlichen und bewaldeten Gebieten, im zentralen Hochland und in Grenzregionen. Die Städte, die Küste und die Flussdeltas gelten als praktisch malariafrei.
Welche Malaria-Erreger kommen in Vietnam vor?
In Vietnam treten vor allem Plasmodium falciparum (Erreger der gefährlichen Malaria tropica) und Plasmodium vivax auf. Im zentralen Hochland ist zudem eine zunehmende Artemisinin-Resistenz bekannt, weshalb Prophylaxe und Behandlung dort ärztlich abgestimmt werden sollten.
Muss ich mich in den Städten vor Mücken schützen?
Ja. Auch wenn Städte wie Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt als malariafrei gelten, ist dort das ganzjährig auftretende Dengue-Fieber weit verbreitet. Da die übertragenden Aedes-Mücken tagsüber stechen, ist konsequenter Mückenschutz auf der gesamten Reise empfehlenswert.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Malaria-Risiko, Prophylaxe-Empfehlungen und die konkrete Auswahl von Medikamenten und Dosierungen hängen von Ihrer persönlichen Reiseplanung ab und sollten rechtzeitig vor der Abreise mit einem Reise- oder Tropenmediziner besprochen werden. Angaben nach aktuellem Stand (2026); die Situation kann sich saisonal und regional ändern.