Malaria ist eine parasitäre Infektionskrankheit, die durch einzellige Plasmodien ausgelöst und durch den Stich weiblicher Anopheles-Mücken übertragen wird. Weltweit erkranken jährlich rund 250 Millionen Menschen, über eine halbe Million stirbt – vor allem Kinder in Afrika. Bei früher Behandlung ist Malaria heilbar.
| Erreger | Einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium (Plasmodien) |
|---|---|
| Überträger | Stich der weiblichen Anopheles-Mücke (dämmerungs- und nachtaktiv) |
| Verbreitung | Tropen und Subtropen, über 80 Länder in Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika, Ozeanien |
| Erregerarten | 5 humanpathogene Arten: P. falciparum, P. vivax, P. ovale, P. malariae, P. knowlesi |
| Krankheitsformen | Malaria tropica, Malaria tertiana, Malaria quartana |
| Weltweite Zahlen | Rund 250 Millionen Fälle und über 500.000 Todesfälle pro Jahr (WHO) |
| In Deutschland | Keine einheimische Übertragung – ausschließlich importiert durch Reiserückkehrer (rund 1.000 Fälle/Jahr, meldepflichtig) |
Was ist Malaria?
Malaria ist eine parasitäre Infektionskrankheit, die durch einzellige Krankheitserreger der Gattung Plasmodium (Plasmodien) ausgelöst wird. Übertragen werden diese Parasiten durch den Stich einer infizierten weiblichen Stechmücke der Gattung Anopheles. Die Krankheit zählt zu den bedeutendsten Infektionskrankheiten der Welt und tritt vor allem in den warmen Regionen der Tropen und Subtropen auf.
Der Name leitet sich aus dem Italienischen ab („mala aria“ – schlechte Luft), weil man früher fälschlich annahm, faulige Sumpfluft löse das Fieber aus. Tatsächlich ist Malaria eine reine durch Mücken übertragene Erkrankung. Charakteristisch sind wiederkehrende Fieberschübe. Die schwerste Form, die Malaria tropica, kann ohne rasche Behandlung innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich verlaufen. Wird die Erkrankung dagegen früh erkannt, ist sie mit den heute verfügbaren Behandlungsmethoden in aller Regel gut heilbar. Diese Seite gibt einen Überblick über Erreger, Übertragung, Verbreitung, Krankheitszeichen, Diagnose, Therapie und Vorbeugung und verweist auf die vertiefenden Themenseiten.
Wie wird Malaria übertragen?
Malaria wird nahezu ausschließlich durch den Stich einer weiblichen Anopheles-Mücke übertragen. Nur die Weibchen benötigen für die Eireifung eine Blutmahlzeit – und nur wenn sie zuvor selbst mit Plasmodien infiziert wurden, geben sie die Erreger mit dem Speichel an den Menschen weiter. Anopheles-Mücken sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv; die meisten Übertragungen finden daher zwischen Abenddämmerung und Sonnenaufgang statt. Diese Tatsache ist für den persönlichen Schutz entscheidend.
Der Lebenszyklus der Plasmodien verläuft in zwei Wirten. Beim Stich gelangen sogenannte Sporozoiten in die Blutbahn und wandern binnen kurzer Zeit in die Leber, wo sie sich vermehren. Anschließend befallen die Parasiten die roten Blutkörperchen, in denen sie sich weiter teilen. Das rhythmische Platzen befallener Blutzellen löst die typischen Fieberschübe aus. Sticht eine weitere Anopheles-Mücke einen infizierten Menschen, nimmt sie die Parasiten auf, und der Kreislauf beginnt von Neuem. In sehr seltenen Fällen ist auch eine Übertragung über Bluttransfusionen, gemeinsam benutzte Spritzen oder von der Mutter auf das ungeborene Kind möglich. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch durch alltäglichen Kontakt gibt es dagegen nicht. Details zum Überträger finden Sie auf der Seite zur Anopheles-Mücke.
Welche Malaria-Erreger und -Formen gibt es?
Beim Menschen sind fünf Plasmodien-Arten von Bedeutung. Plasmodium falciparum ist der gefährlichste Erreger und Auslöser der Malaria tropica. Plasmodium vivax und Plasmodium ovale verursachen die Malaria tertiana, Plasmodium malariae die Malaria quartana. Als fünfte Art tritt in Südostasien Plasmodium knowlesi auf, das ursprünglich von Affen stammt. Die Arten unterscheiden sich in Schwere, Fieberrhythmus und Inkubationszeit – eine ausführliche Beschreibung bietet die Seite zu den Malaria-Erregern.
Aus diesen Erregern ergeben sich die drei klassischen Krankheitsformen. Die Malaria tropica (durch P. falciparum) ist die häufigste und gefährlichste Form; sie kann rasch schwer verlaufen und muss immer als medizinischer Notfall behandelt werden. Bei der Malaria tertiana treten die Fieberschübe typischerweise jeden zweiten Tag auf, bei der Malaria quartana jeden dritten Tag. Malaria tertiana und quartana verlaufen meist milder, können aber – besonders die tertiana – noch Monate bis Jahre nach der Infektion Rückfälle verursachen, weil einige Erreger als Ruheformen in der Leber überdauern.
Wie verbreitet ist Malaria weltweit?
Malaria ist eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jedes Jahr rund 250 Millionen Menschen, und über eine halbe Million stirbt daran. Der weitaus größte Teil der Krankheits- und Todesfälle entfällt auf Afrika südlich der Sahara: Dort ereignen sich etwa 95 Prozent aller Malariafälle und Todesfälle. Besonders betroffen sind Kinder unter fünf Jahren – sie machen rund drei Viertel der Todesfälle in dieser Region aus.
Verbreitet ist die Krankheit in den Tropen und Subtropen von über 80 Ländern in Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika sowie Ozeanien. Wo Malaria übertragen wird, hängt vom Vorkommen der Anopheles-Mücke und vom Klima ab; hohe Temperaturen und Feuchtigkeit begünstigen die Übertragung. Innerhalb der betroffenen Länder ist das Risiko regional sehr unterschiedlich – in Städten und Hochlagen oft gering, in ländlichen Tieflandregionen hoch. Seit dem Jahr 2000 konnten weltweit Milliarden Erkrankungen und Millionen Todesfälle verhindert werden, und einige Länder wie Ägypten wurden von der WHO für malariafrei erklärt. Wer verreist, sollte sich vor der Reise über das konkrete Risiko am Zielort informieren; einen Überblick geben die Risikogebiete.
Welche Symptome macht Malaria und wie wird sie behandelt?
Malaria beginnt in aller Regel mit unspezifischen, grippeähnlichen Beschwerden: Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl. Weil diese Zeichen leicht mit einem grippalen Infekt verwechselt werden, wird die Malaria oft nicht sofort erkannt. Die ersten Beschwerden treten meist etwa 7 bis 30 Tage nach dem infektiösen Mückenstich auf, bei einzelnen Erregerarten aber auch erst Monate später. Unbehandelt kann vor allem die Malaria tropica zu schweren Komplikationen wie Blutarmut, Nieren- und Lungenversagen, Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit führen. Ausführliche Informationen zu den Krankheitszeichen bietet die Seite zu den Symptomen.
Die sichere Diagnose stellt der Arzt über eine Blutuntersuchung, in der die Parasiten unter dem Mikroskop oder mit einem Schnelltest nachgewiesen werden. Wie das im Einzelnen abläuft, beschreibt die Seite zur Diagnose. Malaria ist grundsätzlich heilbar: Wird sie früh erkannt und mit den passenden Medikamenten behandelt, heilt sie in den allermeisten Fällen folgenlos aus. Entscheidend ist der Zeitfaktor, denn eine Verzögerung der Therapie kann gerade bei der Malaria tropica lebensbedrohlich werden. Welche Wirkstoffe zum Einsatz kommen und wie die Therapie verläuft, erläutert die Seite zur Behandlung.
Wie kann ich mich vor Malaria schützen?
Ein Impfstoff mit umfassendem Schutz für Reisende steht bisher nicht zur Verfügung; der Schutz stützt sich daher auf zwei Säulen. Die erste ist der konsequente Mückenschutz (Expositionsprophylaxe): Weil Anopheles-Mücken nachts stechen, sind hautbedeckende, helle Kleidung am Abend, insektenabweisende Mittel auf freien Hautstellen, imprägnierte Moskitonetze über dem Bett sowie mückensichere Räume die wichtigsten Maßnahmen. Kein Repellent und kein Medikament schützt allein zu 100 Prozent, weshalb die Maßnahmen kombiniert werden sollten. Vertiefend informiert die Seite zur Vorbeugung.
Die zweite Säule ist bei Reisen in Hochrisikogebiete die medikamentöse Vorbeugung (Chemoprophylaxe): Dabei werden vorbeugend Tabletten eingenommen, die eine Infektion verhindern oder abschwächen. Welches Präparat sinnvoll ist, hängt vom Reiseziel, dem dortigen Erreger und der individuellen Verträglichkeit ab und sollte rechtzeitig vor der Reise reisemedizinisch beraten werden; einen Überblick geben die Prophylaxe-Medikamente. In Regionen mit geringerem Risiko wird statt der durchgehenden Einnahme manchmal ein Notfallmedikament (Standby-Therapie) für den Ernstfall mitgegeben. Ganz gleich, welche Vorsorge getroffen wurde, gilt die wichtigste Regel für jeden Tropenreisenden: Bei Fieber während oder bis zu mehreren Monaten nach einer Reise in ein Malariagebiet muss umgehend ein Arzt aufgesucht und auf die Reise hingewiesen werden – Malaria ist ein Notfall, bei dem jeder Tag zählt.
Häufige Fragen zu Malaria
Ist Malaria von Mensch zu Mensch ansteckbar?
Nein. Malaria wird im Alltag nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Die Ansteckung erfolgt fast immer über den Stich einer infizierten Anopheles-Mücke. Nur in seltenen Ausnahmen ist eine Übertragung über Blut (etwa Transfusionen oder gemeinsam benutzte Spritzen) oder von der Mutter auf das ungeborene Kind möglich.
Kann man in Deutschland an Malaria erkranken?
Eine einheimische Übertragung gibt es in Deutschland nicht. Alle hierzulande registrierten Fälle – jährlich rund 1.000 – sind importiert, also Reiserückkehrer, die sich in einem Malariagebiet angesteckt haben. Die meisten Infektionen stammen aus dem tropischen Afrika. Malaria ist in Deutschland meldepflichtig.
Wie lange dauert es nach dem Stich bis zu den ersten Symptomen?
Die Zeit zwischen Mückenstich und ersten Beschwerden (Inkubationszeit) beträgt meist 7 bis 30 Tage. Je nach Erregerart kann sie kürzer oder deutlich länger sein – bei manchen Arten treten die ersten Symptome erst Monate nach der Reise auf. Deshalb sollte man auch später auftretendes Fieber ärztlich abklären lassen.
Ist Malaria heilbar?
Ja. Bei früher Diagnose und der richtigen medikamentösen Therapie heilt Malaria in den allermeisten Fällen vollständig aus. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn die Behandlung zu spät beginnt – besonders bei der Malaria tropica. Bei Fieberverdacht nach einer Tropenreise gilt daher: sofort zum Arzt.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fieber oder anderen Beschwerden während oder nach einer Reise in ein Malariagebiet suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf und weisen Sie auf Ihre Reise hin.