Kurz & klar: Die Malaria quartana ist die seltenste der drei klassischen Malariaformen und wird durch Plasmodium malariae verursacht. Typisch sind Fieberschübe im Abstand von etwa 72 Stunden. Der Verlauf ist meist mild, doch der Erreger kann jahrelang im Körper überdauern und noch nach sehr langer Zeit Rückfälle auslösen.
| Erreger | Plasmodium malariae |
| Fieberrhythmus | etwa alle 72 Stunden (jeden „vierten Tag“) |
| Verlauf | meist mild, niedrige Parasitendichte |
| Persistenz | Jahre bis Jahrzehnte im Blut möglich (ohne Hypnozoiten) |
| Komplikation | selten Nierenschäden bei chronischer Infektion |
| Häufigkeit | weltweit verstreut, überall selten |
Was ist Malaria quartana?
Die Malaria quartana ist die seltenste der drei klassischen Malaria-Verlaufsformen. Sie wird ausschließlich durch den Erreger Plasmodium malariae verursacht, der weltweit verstreut in den Tropen und Subtropen vorkommt, aber überall nur einen kleinen Anteil der Malariafälle ausmacht. Charakteristisch ist ein Fieberrhythmus von rund 72 Stunden. Der Verlauf ist in der Regel milder als bei der Malaria tertiana und deutlich weniger bedrohlich als die gefährliche Malaria tropica: Die Parasitendichte im Blut bleibt meist niedrig. Einen Gesamtüberblick zur Erkrankung bietet die Seite Malaria.
Woher kommt der 72-Stunden-Fieberrhythmus?
Der Name „quartana“ leitet sich von der antiken Zählweise ab: Trat das Fieber an Tag 1 und erst wieder an Tag 4 auf, sprach man vom „viertägigen“ Fieber – dazwischen liegen etwa 72 Stunden. Dieser längere Rhythmus entsteht, weil sich Plasmodium malariae in einem etwa dreitägigen Takt in den roten Blutkörperchen vermehrt und diese synchron zerstört. Wie bei den anderen Formen gilt jedoch: Bei Reiserückkehrern ist der klassische Rhythmus oft nicht ausgeprägt, und ein fehlender Takt schließt eine Malaria nie aus. Maßgeblich ist immer die ärztliche Diagnose durch eine Blutuntersuchung.
Warum sind sehr späte Rückfälle möglich?
Anders als P. vivax und P. ovale bildet Plasmodium malariae keine ruhenden Leberformen (Hypnozoiten). Trotzdem sind sehr späte Rückfälle möglich – über einen anderen Mechanismus: Der Erreger kann über Jahre, in Einzelfällen sogar Jahrzehnte, in sehr niedriger Dichte im Blut überdauern, ohne Beschwerden zu verursachen. Unter bestimmten Umständen kann sich die Infektion dann erneut bemerkbar machen. Diese Langzeit-Persistenz ist auch der Grund, warum Plasmodium malariae in seltenen Fällen über Bluttransfusionen übertragen werden kann. Bei chronischer Infektion, vor allem bei Kindern in Endemiegebieten, kann es zudem zu einer Nierenbeteiligung kommen.
Wie wird Malaria quartana behandelt?
Die Malaria quartana spricht in der Regel gut auf die Behandlung an, da Plasmodium malariae empfindlich gegenüber den gängigen Malariamitteln ist und keine Resistenzprobleme wie bei anderen Erregern bekannt sind. Weil keine Hypnozoiten gebildet werden, ist – anders als bei der Malaria tertiana – keine gesonderte Abschlussbehandlung der Leberstadien erforderlich. Dennoch gehört auch diese Form in ärztliche Behandlung, um die Parasiten sicher zu beseitigen und Komplikationen vorzubeugen. Die grundlegenden Therapieprinzipien beschreibt die Seite Behandlung, typische Beschwerden die Seite Symptome.
Häufige Fragen zur Malaria quartana
Wie gefährlich ist die Malaria quartana?
Sie verläuft meist mild und hat die niedrigste Parasitendichte der klassischen Formen. Ernste Komplikationen sind selten, können aber bei langer, unbehandelter Infektion vor allem die Nieren betreffen. Eine ärztliche Behandlung ist trotzdem immer nötig.
Kann die Malaria quartana nach vielen Jahren zurückkehren?
Ja. Plasmodium malariae kann über Jahre bis Jahrzehnte in sehr geringer Zahl im Blut überdauern und dann erneut Beschwerden auslösen – nicht durch Leber-Ruheformen, sondern durch diese langfristige Persistenz im Blut.
Braucht die Malaria quartana eine Abschlussbehandlung wie die tertiana?
Nein. Da Plasmodium malariae keine Hypnozoiten in der Leber bildet, ist keine gesonderte Nachbehandlung der Leberstadien erforderlich. Die Behandlung der Blutparasiten reicht in der Regel aus.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder reisemedizinische Beratung. Bei Fieber während oder nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf und weisen Sie auf die Reise hin.