Kurz & klar: Die Malaria tertiana ist eine meist mildere Verlaufsform der Malaria, ausgelöst durch Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale. Typisch sind Fieberschübe im Abstand von etwa 48 Stunden. Besonderheit: Durch ruhende Leberformen (Hypnozoiten) sind noch Monate bis Jahre später Rückfälle möglich.
| Erreger | P. vivax und P. ovale |
| Fieberrhythmus | etwa alle 48 Stunden (jeden „dritten Tag“) |
| Verlauf | meist gutartig, aber schwere Verläufe möglich |
| Rückfälle | ja – durch Hypnozoiten (Leber-Ruheformen) |
| Inkubationszeit | oft länger und variabler als bei der Malaria tropica |
| Besonderheit | zusätzliche Abschlussbehandlung der Leberstadien nötig |
Was ist Malaria tertiana?
Die Malaria tertiana ist eine der drei klassischen Verlaufsformen der Malaria. Sie wird durch die Erreger Plasmodium vivax und Plasmodium ovale verursacht. P. vivax ist außerhalb Afrikas – etwa in Asien und Lateinamerika – weit verbreitet, während P. ovale vor allem in Westafrika vorkommt. Im Vergleich zur gefährlichen Malaria tropica verläuft die Malaria tertiana in der Regel milder. Harmlos ist sie deshalb aber nicht: Die Fieberschübe sind sehr belastend, und in Einzelfällen kann es zu schweren Verläufen kommen. Einen Gesamtüberblick zur Erkrankung bietet die Seite Malaria.
Woher kommt der 48-Stunden-Fieberrhythmus?
Der Name „tertiana“ geht auf die antike Zählweise zurück, bei der der Tag des Fieberschubs mitgezählt wurde: Trat das Fieber an Tag 1 und wieder an Tag 3 auf, sprach man vom „dreitägigen“ Fieber – tatsächlich liegen dazwischen rund 48 Stunden. Dieser Rhythmus entsteht, weil sich die Parasiten in den roten Blutkörperchen in einem etwa zweitägigen Takt vermehren und die Blutkörperchen dabei zeitgleich zerstören. Bei jedem dieser Zerfallsschübe kommt es zu Fieber und Schüttelfrost. Wichtig: Bei frisch Infizierten und bei Reiserückkehrern ist dieser typische Rhythmus oft noch nicht ausgeprägt. Ein fehlender 48-Stunden-Takt schließt eine Malaria deshalb niemals aus – entscheidend ist immer die ärztliche Diagnose.
Warum kommt es zu Rückfällen?
Die wichtigste Besonderheit der Malaria tertiana sind mögliche Spätrückfälle. Die Erreger P. vivax und P. ovale bilden in der Leber ruhende Formen, sogenannte Hypnozoiten. Diese können über Wochen, Monate oder sogar Jahre inaktiv bleiben und dann erneut aktiv werden – auch wenn die akute Erkrankung längst überstanden schien. Deshalb reicht es bei der Malaria tertiana nicht, nur die Parasiten im Blut zu bekämpfen: Um Rückfälle zu verhindern, ist zusätzlich eine gezielte Abschlussbehandlung der Leberstadien nötig. Diese darf erst nach einem Test auf einen G6PD-Mangel erfolgen, weil die dafür eingesetzten Wirkstoffe bei diesem Enzymmangel zu einer gefährlichen Blutzersetzung führen können.
Wie wird Malaria tertiana behandelt?
Die Behandlung der Malaria tertiana besteht aus zwei Schritten: Zunächst werden die Parasiten im Blut mit geeigneten Medikamenten bekämpft, wodurch die akuten Beschwerden abklingen. Anschließend folgt – nach dem G6PD-Test – die Abschlussbehandlung gegen die ruhenden Leberformen, um spätere Rückfälle zu verhindern. Auch die Malaria tertiana gehört in ärztliche Hand; eine Selbstbehandlung ohne Diagnose und Verordnung ist nicht sinnvoll. Die grundlegenden Therapieprinzipien beschreibt die Seite Behandlung, typische Beschwerden die Seite Symptome.
Häufige Fragen zur Malaria tertiana
Ist die Malaria tertiana gefährlich?
Sie verläuft meist milder als die Malaria tropica, ist aber nicht harmlos. Die Fieberschübe sind stark belastend, und in Einzelfällen sind schwere Verläufe möglich. Eine ärztliche Behandlung ist immer erforderlich.
Kann die Malaria tertiana Monate nach der Reise ausbrechen?
Ja. Durch die ruhenden Leberformen (Hypnozoiten) sind Rückfälle noch Monate bis Jahre nach der Infektion möglich. Deshalb sollte man bei Fieber auch lange nach einer Tropenreise an Malaria denken und den Arzt darauf hinweisen.
Warum ist vor der Behandlung ein G6PD-Test nötig?
Die Wirkstoffe gegen die Leberformen können bei Menschen mit einem G6PD-Mangel eine gefährliche Zerstörung roter Blutkörperchen auslösen. Der Test stellt sicher, dass die Abschlussbehandlung sicher durchgeführt werden kann.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder reisemedizinische Beratung. Bei Fieber während oder nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf und weisen Sie auf die Reise hin.