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Malaria-Ratgeber: Vorbeugung, Reise & Schutz

Reiseapotheke für Tropenreisen: Checkliste

Für tropische und subtropische Reisen braucht die Reiseapotheke drei Bausteine: konsequenten Mückenschutz (Repellent, imprägniertes Moskitonetz, ggf. ärztlich verordnete Malaria-Prophylaxe oder ein Standby-Notfallmedikament), Basismittel gegen Durchfall, Fieber und kleine Verletzungen sowie ausreichend persönliche Dauermedikamente. Stellen Sie alles rechtzeitig und nach reisemedizinischer Beratung zusammen.

MückenschutzRepellent (DEET/Icaridin), imprägniertes Moskitonetz, lange helle Kleidung
MalariamittelProphylaxe oder Standby-Notfallmedikament – ausschließlich nach ärztlicher Verordnung
Magen-DarmDurchfallmittel, Elektrolyte (ORS), Mittel gegen Übelkeit
Schmerz/FieberSchmerz- und Fiebermittel, Fieberthermometer
WundversorgungPflaster, Blasenpflaster, Verbandsmaterial, Desinfektion, Wundsalbe
SonnenschutzSonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 30–50), After-Sun

Was gehört in die Reiseapotheke für Tropenreisen?

In die Reiseapotheke für tropische und subtropische Ziele gehören vier Gruppen: Mückenschutz gegen von Mücken übertragene Erkrankungen, Basismedikamente gegen die häufigsten Reisebeschwerden, Mittel für Sonne und Haut sowie Hygieneartikel. Der Schwerpunkt hängt vom Reiseziel ab: In Regionen mit Malaria-, Dengue- oder Gelbfieberrisiko steht der Schutz vor Insektenstichen im Vordergrund, ergänzt um Vorsorge gegen Magen-Darm-Infekte. Welche Erreger an Ihrem Ziel vorkommen, zeigt eine reisemedizinische Beratung; einen Überblick geben unsere Seiten zu Risikogebiete und zur Malaria-Vorbeugung.

Etwa jeder fünfte Fernreisende erkrankt an Durchfall, und die Sonne ist in Äquatornähe deutlich intensiver als in Mitteleuropa. Deshalb lohnt es sich, die Standard-Hausapotheke gezielt um tropentaugliche Mittel zu erweitern, statt sich auf die Versorgung vor Ort zu verlassen – im Ausland sind Präparate oft anders zusammengesetzt, gefälscht oder schlicht nicht verfügbar. Packen Sie die wichtigsten Medikamente in das Handgepäck, damit sie auch bei verlorenem Koffer griffbereit sind.

Welche Malaria-relevanten Dinge dürfen nicht fehlen?

Der wirksamste Schutz vor Malaria ist die konsequente Vermeidung von Mückenstichen (Expositionsprophylaxe). Dafür gehört in jede Tropen-Reiseapotheke ein hochwirksames Repellent. Bewährt ist der Wirkstoff DEET: Produkte mit rund 30 % schützen etwa vier Stunden, mit 50 % bis zu zehn Stunden. Schwangere und Kinder ab drei Jahren können alternativ Icaridin (ab etwa 20 %) verwenden, das ähnlich gut wirkt und hautfreundlicher ist. Welches Mittel für wen passt, vergleicht unser Ratgeber Mückenschutz-Mittel im Vergleich.

Zum Basisschutz zählen außerdem ein imprägniertes Moskitonetz über dem Bett, lange, helle Kleidung sowie – je nach Ausstattung der Unterkunft – ein Insektenschutz für Fenster. Ein Fieberthermometer hilft, verdächtige Symptome früh zu erkennen; Fieber nach einem Aufenthalt im Risikogebiet ist immer ein Warnsignal (mehr dazu unter Symptome).

Ob zusätzlich Medikamente ins Gepäck gehören, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand von Ziel, Reisezeit und Risiko. Für Gebiete mit hohem Risiko kommt eine medikamentöse Prophylaxe-Medikamente in Betracht, die während der ganzen Reise eingenommen wird. Bei niedrigem oder mittlerem Risiko wird häufig stattdessen ein Standby-Notfallmedikament mitgeführt, das nur bei malariaverdächtigen Beschwerden und nicht erreichbarer ärztlicher Hilfe eingenommen wird – als Überbrückung bis zur Behandlung. Wichtig: Sowohl Prophylaxe als auch Standby-Medikament dürfen ausschließlich nach ärztlicher Verordnung mitgeführt werden, und nach jeder Selbstbehandlung ist umgehend ärztliche Kontrolle nötig.

Welche Basismedikamente sollte ich mitnehmen?

Die Basis für Tropenreisen deckt die häufigsten Beschwerden ab. An erster Stelle stehen Mittel gegen Reisedurchfall zusammen mit Elektrolytpulver zur oralen Rehydration (ORS): Durchfall entzieht dem Körper Wasser und Salze, weshalb ausreichendes Trinken und der Ausgleich der Elektrolyte oft wichtiger sind als das Stoppen des Durchfalls selbst. Ergänzend sinnvoll sind ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen sowie ein Schmerz- und Fiebermittel.

Für kleine Verletzungen gehören Pflaster, Blasenpflaster, Verbandsmaterial, ein Hautdesinfektionsmittel und eventuell eine kleine Schere in die Tasche. Denken Sie außerdem an persönliche Dauermedikamente in ausreichender Menge für die gesamte Reise plus Reserve. Nehmen Sie diese im Handgepäck mit, bewahren Sie sie in der Originalverpackung mit Beipackzettel auf und führen Sie eine Bescheinigung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes mit – das hilft bei Verlust und bei ärztlicher Hilfe im Ausland. Halten Sie den internationalen Wirkstoffnamen bereit, falls Sie vor Ort Ersatz benötigen.

Was ist bei verschreibungspflichtigen Medikamenten zu beachten?

Verschreibungspflichtige Mittel – darunter Malaria-Prophylaxe und Standby-Präparate – erhalten Sie nur auf Rezept und sollten Sie ausschließlich nach ärztlicher Verordnung mitführen. Eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung mit Wirkstoff, Dosierung und Diagnose erleichtert Grenzkontrollen und die Versorgung im Notfall. Klären Sie vorab die Einfuhrbestimmungen des Ziellandes: Manche Staaten verbieten oder beschränken Arzneimittel, die bei uns frei erhältlich sind.

Besonderheiten gelten für Medikamente, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, etwa starke Schmerzmittel. Für Reisen innerhalb des Schengen-Raums ist eine von der Gesundheitsbehörde beglaubigte Bescheinigung vorgeschrieben, für andere Länder wird eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung empfohlen. Auskunft zu Ein- und Ausfuhr von Arzneimitteln als Reisebedarf gibt der Zoll. Führen Sie solche Präparate nie ohne Nachweis mit – im Zweifel drohen Beschlagnahme oder rechtliche Probleme.

Wie stelle ich meine Reiseapotheke zusammen?

Beginnen Sie rechtzeitig, idealerweise vier bis sechs Wochen vor Abreise. So bleibt Zeit für eine reisemedizinische Beratung, für nötige Impfungen und dafür, eine verordnete Malaria-Vorsorge zu besorgen und – falls sinnvoll – die Verträglichkeit vorab zu testen. Eine Beratung berücksichtigt Reiseziel, Reisestil, Jahreszeit, Vorerkrankungen und mitreisende Kinder oder Schwangere.

Erstellen Sie eine Medikamentenliste mit Präparat, Wirkstoff, Menge und Verwendungszweck und bewahren Sie die Beipackzettel auf. Prüfen Sie vor jeder Reise die Haltbarkeitsdaten und ersetzen Sie abgelaufene Mittel. Achten Sie darauf, dass hitzeempfindliche Präparate nicht in der prallen Sonne oder im heißen Auto lagern. Ergänzen Sie je nach Ziel Mittel zur Wasserdesinfektion (Tabletten oder Filter), wenn die Trinkwasserqualität unsicher ist, sowie ein Händedesinfektionsmittel für unterwegs. Häufiges Händewaschen – besonders vor dem Essen und nach dem Toilettengang – senkt das Infektionsrisiko zusätzlich. Weitere Vorbereitungstipps finden Sie in unserem Ratgeber.

Häufige Fragen zur Reiseapotheke

Wie viel Repellent sollte ich einpacken?

Rechnen Sie großzügig: Bei täglichem Gebrauch über mehrere Wochen ist der Verbrauch hoch, und im Ausland ist wirksames DEET- oder Icaridin-Repellent nicht immer erhältlich. Planen Sie lieber eine Flasche mehr ein, gerade in Malaria-Risikogebieten.

Gehören Antibiotika in die Reiseapotheke?

Das entscheidet die ärztliche Beratung individuell. Bei bestimmten Zielen und längeren Aufenthalten kann ein verordnetes Notfall-Antibiotikum sinnvoll sein. Einnehmen sollten Sie es nur nach Rücksprache und gemäß Verordnung, nicht auf Verdacht.

Darf ich Medikamente in den Koffer packen?

Wichtige und lebensnotwendige Medikamente gehören ins Handgepäck, damit sie bei Kofferverlust und langen Anreisen verfügbar bleiben. Beachten Sie bei Flüssigkeiten die Handgepäckregeln und führen Sie bei verschreibungspflichtigen Mitteln eine ärztliche Bescheinigung mit.

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung. Malaria-Prophylaxe und Standby-Notfallmedikamente dürfen ausschließlich nach ärztlicher Verordnung mitgeführt und eingenommen werden. Lassen Sie sich vor jeder Tropenreise reisemedizinisch beraten.