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Malaria-Ratgeber: Vorbeugung, Reise & Schutz

Malaria in der Schwangerschaft: Risiko & Schutz

Eine Malaria in der Schwangerschaft ist ein medizinischer Notfall: Schwangere erkranken deutlich häufiger schwer, vor allem an Plasmodium falciparum. Gefährdet sind Mutter und Kind. WHO und Fachgesellschaften raten, Reisen in Hochrisikogebiete möglichst zu verschieben. Ist eine Reise unvermeidbar, gelten konsequenter Mückenschutz und eine ärztlich geführte Prophylaxe.

Risiko in der SchwangerschaftDeutlich erhöht – Schwangere erkranken häufiger schwer (v. a. P. falciparum)
Gefahren für MutterSchwere Anämie, Organbeteiligung, lebensbedrohlicher Verlauf
Gefahren für das KindFrüh- und Fehlgeburt, niedriges Geburtsgewicht, plazentare Malaria
Empfehlung von WHO & DTGReisen in Malaria-Hochrisikogebiete möglichst verschieben oder vermeiden
MückenschutzJa – besonders konsequent, unbedenklich und in jedem Fall vorrangig
ChemoprophylaxeNur nach individueller ärztlicher Abwägung – keine Selbstwahl
Bei FieberSofort ärztlich abklären – auch Wochen bis Monate nach der Reise

Ist Malaria in der Schwangerschaft gefährlich?

Ja, eine Malaria ist in der Schwangerschaft besonders gefährlich. Schwangere haben ein deutlich erhöhtes Risiko, schwer zu erkranken – vor allem an der gefährlichsten Form, der Malaria tropica durch Plasmodium falciparum. Die Erkrankung kann für Mutter und Kind lebensbedrohlich werden.

Das Immunsystem verändert sich während der Schwangerschaft, und der Malaria-Erreger findet in der Plazenta eine neue Nische, in der er sich vermehren kann. Man spricht dann von einer plazentaren Malaria. Für die Mutter drohen eine schwere Blutarmut (Anämie), Organbeteiligungen und ein rasch fortschreitender, kritischer Verlauf. Für das Kind steigt das Risiko für Früh- und Fehlgeburten sowie für ein zu niedriges Geburtsgewicht deutlich an.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Diagnose in der Schwangerschaft schwieriger sein kann: Weil sich Parasiten in der Plazenta ansammeln, sind sie im gewöhnlichen Blutausstrich manchmal nicht sicher nachweisbar. Umso wichtiger ist ein früher Arztkontakt bei jedem Verdacht. Welche Symptome auf eine Malaria hindeuten, lesen Sie im entsprechenden Ratgeberteil.

Sollten Schwangere in Malariagebiete reisen?

Nach übereinstimmender Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG) sollten Schwangere Reisen in Malaria-Hochrisikogebiete möglichst verschieben oder ganz vermeiden. Grundsätzlich gilt der Rat, solche Reisen auf die Zeit nach der Schwangerschaft zu legen.

Der Grund ist die klare Abwägung: Das Risiko einer Malaria für Mutter und Kind ist hoch, während die vorbeugenden Maßnahmen in der Schwangerschaft nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Eine sichere, in jeder Hinsicht risikofreie Prophylaxe gibt es nicht.

Ist eine Reise dennoch unvermeidbar, sollte sie unbedingt frühzeitig mit einem reise- oder tropenmedizinisch erfahrenen Arzt geplant werden. Dieser bezieht das konkrete Reiseziel ein – einen Überblick geben die Risikogebiete. Zur Vorbereitung gehören dann sowohl ein besonders konsequenter Mückenschutz als auch die Frage einer individuell abgewogenen Chemoprophylaxe.

Wie können sich Schwangere schützen?

Der wichtigste und in der Schwangerschaft unbedenkliche Schutz ist die konsequente Vermeidung von Mückenstichen, die sogenannte Expositionsprophylaxe. Sie hat immer Vorrang vor jeder medikamentösen Vorbeugung und muss besonders gewissenhaft umgesetzt werden.

Dazu gehören:

  • ein imprägniertes Moskitonetz über dem Schlafplatz
  • lange, helle und möglichst dicht gewebte Kleidung, vor allem in der Dämmerung und nachts
  • Aufenthalt in mückensicheren, klimatisierten Räumen mit Fliegengittern
  • Insektenschutzmittel (Repellentien) auf freie Hautstellen

Bei den Repellentien ist in der Schwangerschaft eine ärztliche Rücksprache sinnvoll, da die Empfehlungen zu Wirkstoffen und Konzentrationen international nicht einheitlich sind. Wichtig ist, den Schutz konsequent und über den gesamten Aufenthalt aufrechtzuerhalten. Ausführliche Hinweise finden Sie unter Vorbeugung & Mückenschutz. Da Kinder ähnlich gefährdet sind, lohnt sich für mitreisende Familien auch der Blick auf Malaria bei Kindern.

Welche Malariamittel sind in der Schwangerschaft möglich?

Eine medikamentöse Malariaprophylaxe ist in der Schwangerschaft nur unter Vorbehalt und ausschließlich nach individueller ärztlicher Abwägung möglich. Diese Seite nennt bewusst keine Dosierungen und keine Selbstwahl von Wirkstoffen – die Auswahl gehört in jedem Einzelfall in ärztliche Hand.

Der Hintergrund: Für keinen der Wirkstoffe besteht vollständige Gewissheit über die Unbedenklichkeit für die kindliche Entwicklung. Manche Wirkstoffe sind je nach Schwangerschaftsdrittel (Trimester) nur eingeschränkt einsetzbar oder gelten als kontraindiziert, während andere nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung infrage kommen. Deshalb ist für jede Schwangere eine strenge, ärztlich geführte Einzelfallentscheidung nötig.

Die Datenlage unterscheidet sich zwischen den Präparaten erheblich, und Einrichtungen wie Embryotox oder tropenmedizinische Zentren bewerten die Wirkstoffe fortlaufend neu. Entscheidend bleibt: Weil das Risiko einer unbehandelten Malaria für Mutter und Kind sehr hoch ist, kann eine Prophylaxe im Einzelfall trotz eingeschränkter Datenlage sinnvoll sein – aber nur, wenn ein Arzt sie individuell verordnet. Einen allgemeinen Überblick über die Wirkstoffe gibt die Seite Prophylaxe-Medikamente. Für die Stillzeit gelten teils eigene, ebenfalls ärztlich zu klärende Empfehlungen; in der Regel gehen Wirkstoffe nur in geringen Mengen in die Muttermilch über.

Was tun bei Fieber in der Schwangerschaft nach einer Reise?

Fieber während oder nach einer Reise in ein Malariagebiet ist in der Schwangerschaft immer ein Alarmsignal: Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe und weisen Sie ausdrücklich auf die zurückliegende Reise und die Schwangerschaft hin. Eine Malaria muss so schnell wie möglich ausgeschlossen oder behandelt werden.

Wichtig ist, dass eine Malaria noch Wochen bis Monate nach der Rückkehr auftreten kann. Jedes unklare Fieber in diesem Zeitraum gehört ärztlich abgeklärt – warten Sie nicht ab und versuchen Sie keine Selbstbehandlung. Gerade in der Schwangerschaft kann sich eine Malaria tropica innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich zuspitzen, weshalb jede Verzögerung vermieden werden sollte.

Nennen Sie beim Arzt oder in der Klinik immer aktiv Ihr Reiseziel und den Zeitraum. Weitere Ratgeberthemen rund um Vorbeugung, Erkennung und Behandlung finden Sie in unserem Ratgeber.

Häufige Fragen zu Malaria in der Schwangerschaft

Darf ich als Schwangere Mückenschutzmittel benutzen?

Ja, der konsequente Mückenschutz ist ausdrücklich erwünscht und in der Schwangerschaft der wichtigste Schutz. Zu Repellentien, den geeigneten Wirkstoffen und Konzentrationen sollten Sie jedoch vorab ärztliche Rücksprache halten, da die Empfehlungen international unterschiedlich sind. Moskitonetz, Kleidung und mückensichere Räume sind uneingeschränkt zu empfehlen.

Ist Malaria für das ungeborene Kind gefährlich?

Ja. Eine Malaria in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Früh- und Fehlgeburten sowie für ein zu niedriges Geburtsgewicht deutlich. Über die plazentare Malaria kann der Erreger die Versorgung des Kindes beeinträchtigen. Deshalb ist die Vermeidung einer Infektion so wichtig.

Kann ich die Malariaprophylaxe einfach selbst in der Apotheke kaufen?

Nein. In der Schwangerschaft darf die Auswahl eines Prophylaxe-Medikaments nicht selbst getroffen werden. Manche Wirkstoffe sind je nach Trimester eingeschränkt oder nicht geeignet. Die Entscheidung erfordert immer eine individuelle ärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung, am besten in einem reise- oder tropenmedizinischen Zentrum.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Eine Malariavorbeugung und -behandlung ist in der Schwangerschaft immer individuell mit einem reise- oder tropenmedizinisch erfahrenen Arzt abzuklären.