Malaria-Vorbeugung ruht auf zwei Säulen: dem konsequenten Schutz vor Mückenstichen (Expositionsprophylaxe) und – in Hochrisikogebieten – der medikamentösen Vorbeugung (Chemoprophylaxe). Der Mückenschutz ist die wichtigste Basismaßnahme und wirkt gegen alle durch Stechmücken übertragenen Krankheiten. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vom Reiseziel ab.
| Zwei Säulen | Expositionsprophylaxe (Mückenschutz) & Chemoprophylaxe (Medikamente) |
| Wichtigster Mückenschutz | Hautrepellent auf allen unbedeckten Körperstellen, besonders abends und nachts |
| Repellent-Wirkstoffe | DEET (ca. 20–50 %) oder Icaridin (ab ca. 20 %) |
| Chemoprophylaxe (wann) | In ausgewiesenen Hochrisikogebieten nach ärztlicher Verordnung |
| Reisevorbereitung (Zeitpunkt) | Reisemedizinische Beratung etwa 4–6 Wochen vor Abreise |
| Malaria-Impfung (Reiseschutz?) | Nein – keine Reiseimpfung, nur für Kinder in Endemiegebieten |
Wie kann ich Malaria vorbeugen?
Malaria lässt sich durch das Zusammenspiel zweier Säulen wirksam vorbeugen. Die erste und wichtigste Säule ist die Expositionsprophylaxe – der konsequente Schutz vor Stichen der übertragenden Anopheles-Mücke. Sie ist die Basismaßnahme für jede Reise in ein Malaria-Gebiet und schützt zugleich vor anderen durch Mücken übertragenen Krankheiten wie Dengue oder Chikungunya. Die zweite Säule ist die Chemoprophylaxe, also die vorbeugende Einnahme von Medikamenten. Sie kommt vor allem in Malaria-Risikogebieten mit hoher Übertragung zum Einsatz und wird individuell ärztlich verordnet.
Welche Kombination für Sie sinnvoll ist, hängt vom Reiseziel, der Reisezeit, der Reisedauer und Ihrer persönlichen Gesundheit ab. Deshalb steht am Anfang jeder Vorbeugung eine reisemedizinische Beratung. Auch wer Medikamente einnimmt, muss den Mückenschutz konsequent betreiben: Kein Medikament bietet einen hundertprozentigen Schutz, und der beste Schutz ist ein Stich, der gar nicht erst erfolgt. Wer die ersten Anzeichen einer Erkrankung kennt, kann im Ernstfall schnell reagieren – ein Überblick findet sich auf der Seite zu den Symptomen.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?
Der wirksamste Mückenschutz kombiniert Repellents auf der Haut, geeignete Kleidung und einen geschützten Schlafplatz. Die Anopheles-Mücken, die Malaria übertragen, sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Der Schutz ist deshalb vor allem in den Abend- und Nachtstunden entscheidend.
Repellents auf der Haut sind die zentrale Maßnahme. Bewährt haben sich Wirkstoffe mit DEET (N,N-Diethyl-m-toluamid) in Konzentrationen von etwa 20 bis 50 % sowie Icaridin ab etwa 20 %. Icaridin wirkt vergleichbar gut, wird geringer über die Haut aufgenommen und greift – anders als DEET – Kunststoffe und Lacke nicht an. Die Schutzdauer steigt mit der Konzentration: DEET 20 % schützt je nach Bedingungen wenige Stunden, höhere Konzentrationen deutlich länger; über 50 % bringt keinen zusätzlichen Nutzen. Das Mittel wird auf alle unbedeckten Hautstellen aufgetragen und nach Bedarf erneuert, besonders nach Schwitzen oder Baden.
Kleidung ergänzt den Hautschutz: langärmelige, helle und möglichst weite Kleidung sowie lange Hosen und Socken bedecken die Stechflächen. Helle Farben werden von Mücken weniger angeflogen als dunkle, und weit geschnittene Stoffe erschweren den Stich durch das Gewebe. Kleidung lässt sich zusätzlich mit Permethrin imprägnieren, was die Schutzwirkung deutlich erhöht – entweder durch fertig imprägnierte Textilien oder durch Behandeln der eigenen Kleidung vor der Reise. Auf unbedeckter Haut bleibt das Repellent dabei unverzichtbar, denn Repellent und imprägnierte Kleidung ergänzen sich.
Für die Nacht ist ein Moskitonetz über dem Bett wichtig, idealerweise permethrin-imprägniert – unverzichtbar überall dort, wo Räume nicht mückensicher sind. Das Netz sollte engmaschig und unbeschädigt sein und rundum unter die Matratze gesteckt werden. In Innenräumen helfen zusätzlich Klimaanlage, Ventilator, Fliegengitter an Fenstern und Türen sowie Insektensprays und elektrische Verdampfer. Kühle, klimatisierte Räume sind für die wärmeliebenden Mücken wenig einladend. Wer sich zur Hauptstechzeit in den Abend- und Nachtstunden möglichst wenig ungeschützt im Freien aufhält, senkt sein Risiko weiter. Diese Maßnahmen greifen ineinander und bilden zusammen die Basis jeder Malaria-Vorbeugung – sie schützen darüber hinaus auch vor Erregern wie Dengue-, Zika- oder Gelbfieber-Viren, die von tagaktiven Mücken übertragen werden.
Was ist eine Chemoprophylaxe und wann brauche ich sie?
Die Chemoprophylaxe ist die vorbeugende Einnahme eines Malaria-Medikaments über den gesamten Aufenthalt im Risikogebiet und eine festgelegte Zeit danach. Sie wird für Reisen in Hochrisikogebiete mit hoher Übertragungsrate empfohlen, etwa in Teilen Afrikas südlich der Sahara. In welchen Regionen welche Übertragungsintensität herrscht, zeigt die Übersicht der Malaria-Risikogebiete.
Ob eine Chemoprophylaxe nötig ist und welches Präparat infrage kommt, entscheidet sich immer individuell in der reisemedizinischen Beratung – abhängig von Reiseziel, Reisezeit, Reisestil, Reisedauer und Vorerkrankungen. Ausschlaggebend sind die tatsächliche Übertragungsrate am Zielort, die im Gebiet auftretenden Erreger und mögliche Resistenzen sowie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Zu den gängigen Wirkstoffen gehört die Kombination Atovaquon-Proguanil; einen Gesamtüberblick über die verfügbaren Präparate bietet die Seite zu den Prophylaxe-Medikamenten.
Wichtig ist, dass die Einnahme bereits vor dem Aufenthalt beginnt und über eine festgelegte Zeit nach dem Verlassen des Gebiets fortgesetzt wird – nur so ist der Schutz durchgängig. Diese Seite nennt bewusst keine individuellen Dosierungen: Die richtige Dosis, der Beginn und der Einnahmezeitraum werden ausschließlich ärztlich festgelegt und dürfen nicht in Eigenregie verändert werden. Auch unter laufender Chemoprophylaxe bleibt der Mückenschutz Pflicht, da kein Präparat einen vollständigen Schutz garantiert. In Gebieten mit geringerem Risiko wird statt der durchgehenden Prophylaxe oft die Standby-Notfalltherapie erwogen.
Was ist eine Standby-Notfalltherapie?
Die Standby-Notfalltherapie (Notfall-Selbstbehandlung) ist ein vom Arzt verordnetes Malaria-Medikament, das Reisende mitnehmen und im Notfall selbst einnehmen – jedoch nur dann, wenn bei Malaria-Verdacht innerhalb von etwa 24 Stunden keine ärztliche Hilfe erreichbar ist. Sie ersetzt keine ärztliche Behandlung, sondern überbrückt die Zeit bis zum Arztbesuch, der so früh wie möglich nachgeholt werden muss.
Die Empfehlungen zur Standby-Therapie wurden in den letzten Jahren deutlich eingeschränkt: Sie wird heute vor allem für Reisen in abgelegene Regionen mit niedrigem Risiko empfohlen, in denen der nächste Arzt weit entfernt ist. Als Standby-Präparate kommen zum Beispiel Atovaquon-Proguanil oder Artemether-Lumefantrin infrage. Wichtig ist die Abgrenzung: Die durchgehende Chemoprophylaxe soll eine Erkrankung verhindern, die Standby-Therapie behandelt eine bereits aufgetretene Erkrankung im Notfall. Wie eine Malaria im Krankheitsfall behandelt wird, erläutert die Seite zur Malaria-Behandlung. Auch hier gilt: Auswahl, Dosierung und Anwendung legt ausschließlich der reisemedizinisch erfahrene Arzt fest.
Was gehört in die Reiseapotheke?
In eine reisemedizinisch sinnvolle Reiseapotheke gehören für Malaria-Gebiete vor allem der Mückenschutz und – nach Verordnung – die passenden Medikamente. Am Anfang steht die reisemedizinische Beratung: Planen Sie diese etwa 4 bis 6 Wochen vor Abreise ein, damit genug Zeit für Impfungen, die Verträglichkeitsprüfung von Medikamenten und die Beschaffung bleibt.
Zur Grundausstattung für den Mückenschutz zählen ein Repellent mit DEET oder Icaridin in ausreichender Menge, gegebenenfalls ein Moskitonetz und Kleidung zur Imprägnierung sowie Mittel gegen juckende Insektenstiche. Für den Malaria-Verdacht sind ein Fieberthermometer und, sofern verordnet, das Standby-Medikament oder das Präparat zur Chemoprophylaxe wichtig – jeweils in Originalverpackung mit Beipackzettel. Ergänzend gehören die üblichen Reiseapotheken-Bestandteile hinein: Mittel gegen Durchfall, Schmerz- und Fiebermittel, Wund- und Händedesinfektion, Sonnenschutz sowie Verbandmaterial. Persönliche Dauermedikamente sollten in ausreichender Menge und im Handgepäck mitgeführt werden.
Teil der Vorbereitung ist außerdem der Impfcheck: In der reisemedizinischen Beratung wird geprüft, welche Reise- und Standardimpfungen für Ihr Ziel sinnvoll oder vorgeschrieben sind – das reicht je nach Region von der Auffrischung des Standardimpfschutzes bis zu speziellen Reiseimpfungen. Da manche Impfungen mehrere Teildosen über Wochen benötigen, ist der zeitliche Vorlauf entscheidend. So ist die Reiseapotheke am Ende auf Ziel, Reisedauer, Reisestil und persönliche Gesundheit abgestimmt.
Gibt es eine Malaria-Impfung für Reisende?
Nein – für Reisende gibt es derzeit keine Malaria-Impfung als Reiseschutz. Die von der WHO empfohlenen Impfstoffe RTS,S/AS01 und R21/Matrix-M sind ausdrücklich für Kinder in Malaria-Endemiegebieten gedacht und werden dort im Rahmen von Impfprogrammen eingesetzt, um schwere Verläufe und Todesfälle bei Kleinkindern zu verringern. Sie sind keine Reiseimpfung und ersetzen weder den Mückenschutz noch die Chemoprophylaxe.
Für Reisende bleiben deshalb die Expositionsprophylaxe und – wo nötig – die medikamentöse Vorbeugung die entscheidenden Schutzmaßnahmen. Hintergründe zu den verfügbaren Impfstoffen und ihrem Einsatzgebiet finden sich auf der Seite zur Malaria-Impfung.
Häufige Fragen zur Malaria-Vorbeugung
Reicht der Mückenschutz allein aus?
Der Mückenschutz ist die wichtigste Basismaßnahme und für jede Reise in ein Malaria-Gebiet unverzichtbar. In Hochrisikogebieten reicht er allein jedoch nicht aus – dort wird zusätzlich eine ärztlich verordnete Chemoprophylaxe empfohlen. Umgekehrt ersetzt auch kein Medikament den konsequenten Schutz vor Stichen.
Welches Repellent ist am besten geeignet?
Empfohlen werden Repellents mit DEET in Konzentrationen von etwa 20 bis 50 % oder mit Icaridin ab etwa 20 %. Beide wirken zuverlässig; Icaridin wird geringer über die Haut aufgenommen und greift Kunststoffe nicht an. Das Mittel wird auf alle unbedeckten Hautstellen aufgetragen und regelmäßig erneuert.
Wann sollte ich mit der Reisevorbereitung beginnen?
Am besten etwa 4 bis 6 Wochen vor Abreise. So bleibt genug Zeit für die reisemedizinische Beratung, den Impfcheck, das Verordnen und Testen von Medikamenten sowie das Zusammenstellen der Reiseapotheke. Für kurzfristige Reisen ist eine Beratung dennoch immer sinnvoll.
Kann ich mich vor Malaria impfen lassen?
Nein, für Reisende steht keine Malaria-Impfung als Reiseschutz zur Verfügung. Die zugelassenen Impfstoffe sind für Kinder in Endemiegebieten bestimmt. Schutz bieten Reisenden die Expositionsprophylaxe und, wo nötig, die Chemoprophylaxe.
Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder reisemedizinische Beratung. Ob und welche Vorbeugung für Sie geeignet ist, klären Sie bitte rechtzeitig vor der Reise mit einer reisemedizinisch erfahrenen Ärztin oder einem Arzt.